Putzaktion längs der Straßen

Obwohl es, wie von den Wetterfröschen versprochen, regnete, trafen sich zahlreiche Einwohner in Kulturhaus in Wasserbillig und in Mertert, um an der von der Umweltkommission organisierten Putzaktion längst den Straßen der Gemeinde Mertert teilzunehmen. Viele Gleichgesinnte unterschiedlichsten Alters wollten an diesem Tag ein Zeichen setzen und etwas verändern, was vielen nicht gefällt, aber nichts dagegen unternehmen, weil sie sich nicht verantwortlich fühlen oder denken, dass ein Einzelner ohnehin nichts bewirken kann.

Vermüllte Parkplätze trotz Mülleimer.

Müll neben dem Mülleimer

Mit strahlend gelben Westen im Regen schön sichtbar wurden mehrere Routen in der gesamten Gemeinde in Angriff genommen. Eine vierer Gruppe startete an einem Rastplatz in Mompach und wurde dort gleich von der Arbeit in Beschlag genommen. Trotz schließbarer Mülltonne war großflächig mitunter sonderbarer Müll verteilt. Es begann mit einem offenbar neunteiligen Plastikpuzzle, das ein Kind wohl unfreiwillig verloren hatte und dessen Stücke sich bereits in die Erde vergraben wollten. Ein akkuloser Laptop erwartete die Truppe am Waldesrand und während die zahlreichen Plastiktüten, die in den Wald geweht worden waren die erste Sammeltüte bereits füllte, fanden sich einige Meter in den Wald hinein vier Radfelgen von Fahrrädern sorgsam an einen Baumstamm gelehnt. Dies alles wurde am Rastplatz zurückgelassen und später von der Gemeinde abgeholt und damit begann für diese Gruppe die eigentliche Putzaktion längs der Straße.

Alte Gewohnheiten einzelner Autofahrer fanden auch an jenem Tag ihre Bestätigung, denn es scheint eine Vorliebe zu sein, seinen Müll in Außenkurven aus dem Fenster zu entsorgen – wohl wegen der Fliehkräfte. Auch blieben diesmal Bitburgerdosen unangefochten Spitzenreiter, gefolgt von Energy- und Softdrinks. Aber auch Sekt-, Jägermeister und Martiniflaschen ließen die Tüten schwer werden.

Unfallställe nicht aufgeräumt hinterlassen.

Brandstelle

Nebst den unregelmäßig auftauchenden Autokleinteilen fand sich auf der Echternacher Strecke auch eine stümperhaft geräumte Unfallstelle eines roten VW. Wieder musste eine Tüte für die Gemeinde zurückgelassen werden, als Frontlicht, mittiger Rückspiegel und der Tank der Sprühanlage sowie diverse Blech- und Plastikteile aufgesammelt waren. Kurioserweise hatte jemand versucht das Ganze durch ein Feuer im Gebüsch des Waldrandes zu beseitigen.

Ein drohender Tütenmangel wurde durch eine gefundene Ökotüte entschärft und als die Strecke zur Hälfte geschafft war, bot eine zurückgelassene Kaffeemaschine den Sammlern ihre Dienste an – leider fehlten die Krüge und eine Steckdose war auch nicht zu finden.

Ökotüte

Hilfe der Umweltverschmutzer.

Möchte man über Autofahrer schimpfen, die ihren Müll aus den Fenstern werfen, so muss man doch verteidigend sagen, dass es sich zu bessern scheint, denn mehr und mehr Umweltverschmutzer sammeln ihren Müll in Tüten und werfen diese dann säuberlich verknotet aus dem Fenster um das Einsammeln, wie bei dieser Aktion, zu erleichtern.

Müll in Tüte

Mit wenig von vielen kann auch viel erreicht werden.

Mit dem Ortsbeginn von Mertert nahm die Müllmenge deutlich ab, weil die Gemeinde selbst regelmäßig Putzaktionen durchführt und wohl auch Spaziergänger hin und wieder ein fremdes Müllstück aufheben und entsorgen, um ihre Umwelt für sich und andere sauberer zu halten. Stellen sie sich die Menge vor, die aufgeräumt würde, wenn jeder ein Einwohner in Luxemburg einmal die Woche spazieren geht und dabei ein Müllstück beseitigt. Würde eines im Durchschnitt 3 Gramm wiegen, dann wären das am Ende des Jahres 75 Tonnen. Kleinvieh macht eben auch Mist.

Wie viele an der diesjährigen Putzaktion teilgenommen haben wurde deutlich, als alle beim Feuerwehrbau in Mertert eingetroffen waren. Mit einer deftigen Suppe, Kaffee und Kuchen entlohnte die hiesige freiwillige Feuerwehr alle Teilnehmer und sorgte für einen geselligen Nachmittag.

Welche Produkte sich am häufigsten finden habe ich einmal in einer Tabelle festgehalten.

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