Darstellungen in sozialen Medien

Das Internet verspricht schnelle Antworten auf viele Fragen und insbesondere in sozialen Netzwerken werden einem Aussagen um die Ohren geworfen, die scheinbar kritisch sein wollen, und dem viele sich nickend anschließen und zeigen wollen: „seht, ich setze mich kritisch mit dem Thema auseinander und akzeptiere nicht alles!“

Gespickt sind diese Aussagen aber mit Halbwahrheiten oder zeigen Zusammenhänge auf, die im Prinzip nichts miteinander zu tun haben und eine ganz andere Ursache haben.

Deshalb möchte ich mich auf dieser Seite konkret mit einigen immer wiederkehrenden Aussagen beschäftigen und diese aus dem Kontext herausziehen, in den sie gerne gesetzt werden, um Lobbyarbeit zu leisten, damit sich ja nichts ändern soll.

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Eine dieser Aussagen ist, dass wir uns keine Investitionen in erneuerbare Energien leisten können, da die Wirtschaft sich dies nicht leisten kann. Das ist kompletter Unfug, denn die gesamte Wirtschaftswelt lebt durch Investitionen. Geld ist etwas das in der Wirtschaft idealerweise immerzu im Kreis dreht. Woher sollte auch Wirtschaftswachstum kommen, wenn nicht durch neue Investitionen? Wieso werden uns immerzu neue Handys, Fernseher und ähnliches aufgedrängt? Das schlimmste für die Wirtschaft wäre, wenn keine neuen Dinge gekauft würden, wenn wir unseren Konsum reduzieren und Produkte länger nutzen oder reparieren würden.

Wahr ist aber, dass durch die massive Investition in erneuerbare Energien sehr viel von der produzierenden Wirtschaft umgekrempelt würde. Bisherige große Unternehmen könnten gar völlig verschwinden. Doch auch dies haben wir immer wieder hingenommen. Als die Digitalfotographie sich durchgesetzte, wurde Kodak nach und nach vom Markt verdrängt, bis es zur Insolvenz kam – und das obwohl Kodak die Digitalfotografie mitentwickelt hatte. Aber aus Angst, das könnte ihren Markt zerstören, haben sie diesen Weg nicht weiter verfolgt. Und heute werden digitale Fotoapparate von Handys zum Teil ersetzt, weil ihre Qualität für die Meisten ausreicht.

Durch die Digitalisierung wird sich weit mehr ändern als es dies durch erneuerbare Energie geschehen wird, und doch ist die Polemik hier weniger ausgeprägt, weil nicht große Konzerne dahinterstehen, und wenn doch, dann auf der anderen Seite.

Wir müssen zwei Dinge wissen. Erstens was wir wollen, und zweitens, dass sich die Wirtschaft so oder so ändern wird. Unser Verständnis von Arbeit und Konsum, das wir heute haben, wird in 20 Jahren ein ganz anderes sein, da viele Arbeitsprozesse – insbesondere repetitive – durch Roboter erledigt werden, und das schneller billiger und mit höherer Präzision, als dies ein Mensch tun könnte. Sieht man sich den Verkehr in Städten an, kann einem schnell verständlich werden, wie viele Autos und insbesondere Taxen eingespart werden könnten, wenn man wüsste, welches Auto einen bis zu seinem Zielort mitnehmen könnte. Digital verarbeitete Daten in Echtzeit werden das möglich machen. Das heißt wir werden per se weniger Benzin brauchen, weniger produzieren – oder vielleicht anders – oder eben das, was unsere Umwelt schont und an sich als zu teuer verteufelt wird. In meinen Augen ist Umweltschutz, und darunter fallen auch erneuerbare Energien, die einzige Chance, die wir haben, um so lange wie möglich an unserem konsumabhängigem Wirtschaftssystem festzuhalten. Deshalb finde ich es traurig, welches Feindbild in diesem Zusammenhang aufgebaut wird, für etwas, das durchaus von wirtschaftlichem Interesse ist und gleichzeitig helfen würde, unseren Planten A zu schützen, den ich nur deshalb so bezeichne, weil viele so tun als würde es einen Planeten B geben.

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Viele teilen sorglos alles mögliche, und nehmen am Bashing der Elektromobilität teil, ohne die vorgezeigten Argumente zu hinterfragen. Deshalb habe ich hier ein Video erstellt, um mit der Vorstellung zu brechen, dass E-Autos für die Probleme der Armut verantwortlich sind.

Zwar werden für Elektroautos Materialien verwendet, für die Kinder arbeiten, und selbst Erwachsene riskieren ihr Leben und akzeptieren gravierende gesundheitliche Folgen, aber dies auch nur, weil sie keine andere wirtschaftliche Perspektive sehen, um zu überleben. An diesem Versagen der Elektromobilität die Schuld zu geben, ist nicht nur scheinheilig, sondern zeugt zudem für wenig Verständnis, denn was sollte man glauben, würden sie tun, wenn es die Elektromobilität nicht gäbe? Würden sie dann aus den unsicheren Mienen heraus kommen und einem Bürojob nachgehen? Es ist ein gravierendes Problem, dass diese Menschen zu solch drastischen und einschneidenden Mitteln greifen müssen, und das muss gelöst werden – und zwar durch ein Wirtschaftssystem, das diese Menschen nicht ausbeutet und auf der Strecke liegen lässt. Aber das wäre ein anderes Wirtschaftssystem, als das, was wir heute kennen, und vielleicht ist es deshalb nicht schlecht, wenn sich viele Akteure wandeln und anpassen müssen. Also warum nicht, indem sie erkennen, dass es ökologische und soziale Werte gibt, die wir als Kunden wertschätzen lernen, weil wir über den Zustand herausgewachsen sind, dass wir nur immer mehr besitzen wollen, sondern Werte kennen, die über den Preis hinausgehen.

Diese Art mich mit Themen auseinander zu setzen weicht stark von den anderen Beiträgen ab. Doch ich denke, dass es wichtig ist, jene, die unbewusst Darstellungen teilen, die eine falsche Vorstellung vermitteln, davon zu überzeugen, dass sie kritischer damit umgehen sollten. Wenn ihr häufig anderen fadenscheinige Aussagen begegnet, die euch stören, zögert nicht mir einen Kommentar dar zu lassen.

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