Afrika als ökologischer Motor der Globalisierung

Afrika ist ein großer Kontinent mit enormen Potenzialen, aber auch vielen Problemen. Viele davon wurden durch Strategien hervorgerufen, die in Europa und in Amerika entwickelt wurden. Sei es die Einteilung der Länder, die Ausbeutung der Ressourcen und Arbeitskräfte, oder die sogenannten Hilfsprojekte, in denen überschüssige und subventionierte Lebensmittel die lokalen Marktwirtschaften zerstören, und eine langfristige Abhängigkeit generieren.

Die sichtbaren Probleme lösen sich von selbst

Eine Lösung der Probleme Afrikas liegt in einer richtigen Verwendung der Potentiale des Kontinents, was sich wie im Folgenden erläutert zum Beispiel über die Schifffahrt lösen lässt. Selbst wenn es auf Fernsehbildern nicht so aussieht, als könnte Afrika sich selbst ernähren, so fehlt es doch oft nur an politisch stabilen Situationen, ohne Bürgerkrieg, politische Willkür oder Terrorismus, damit die Landwirtschaft große Ernten einfahren kann. Probleme wie ein zu bedeutendes Bevölkerungswachstum und Ähnliches sind oft hauptsächlich der Armut geschuldet, und würden sich durch die Lösung derselben erübrigen. Kurzum, es braucht einen wirtschaftlichen Aufschwung, und dies viel dringender als Hilfslieferungen, deren Wirkungen lokal begrenzt und kurzfristig sind.

Europa ist kein Musterbeispiel

Oft genug und gerne fällt der Satz: „Wir müssen Afrika helfen, sich selbst zu helfen.“ Das klingt nicht nur samariterhaft, sondern zugleich ganz nach alter europäischer und amerikanischer Manier herablassend. Warum nicht ehrlicher, dem menschlichen egoistischen Grundcharakter angepasster und auf Augenhöhe so formuliert: „Wir müssen Afrika helfen unsere Probleme zu lösen.“ Denn wenn wir Afrika helfen so zu werden wie wir, haben sie nicht nur die gleichen Probleme wie wir, sondern unsere werden umso gravierender. Afrika kann nicht so leben wie wir – Afrika darf nicht so leben wie wir.

Welche Probleme haben wir?

Wir haben gleich zwei Probleme, die gelöst und nicht nachgeahmt werden dürfen. Das eine ist die Abhängigkeit von fossilen Energien und das andere ist das Umweltproblem durch Emissionen wie Stick- und Schwefeloxide sowie Feinstaub.

Für die beiden Probleme ist die wachsende internationale Schifffahrt ein bedeutender Faktor, da nicht nur bedeutende Energiemengen verschlungen werden, sondern zudem dreckiges beinahe teerartiges Rohöl mit enormen Emissionen verfeuert wird.

Wie der Zufall es will, fährt ein beachtlicher Teil der Schiffe an Afrika vorbei, sei es an Eritrea, Somalia, Westsahara oder Senegal, wie die Grafik verdeutlicht. Gleichzeitig verfügt Afrika über ein schier unerschöpfliches Potenzial an Wind- und vor allem Solarenergie.


B.S. Halpern (T. Hengl; D. Groll)

Wie können wir uns selbst helfen?

Es kann nicht ernsthaft versucht werden, die Globalisierung zu stoppen, zumal es durchaus soziale Vorteile mit sich zieht. Aber wir sollten die negativen Auswirkungen der Globalisierung weitestgehend verringern, und dies ist bei der Schifffahrt am einfachsten zu erreichen.

Durch Umrüstung der Schiffe von Verbrennungsmotoren auf Brennstoffzellen kann zu 100 % auf Erdöl verzichtet werden. Getankt werden braucht dann nur noch Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien gewonnen werden kann. In Europa können die hierfür notwendigen Energiemengen nicht aus erneuerbaren Energien bereitgestellt werden, aber in Afrika sieht das ganz anders aus. Wenn die Küstenregionen Afrikas mit PV- und Windanlagen ausgerüstet werden, können wir den Energiebedarf, der durch die Globalisierung entsteht, zu einem bedeutenden Teil decken. Gleichzeitig würden die Potenziale Afrikas genutzt, und durch die entstehenden Arbeitsplätze die Wirtschaft Afrikas angekurbelt werden.

Wir können uns drehen und wenden, wie wir wollen, Europa wird seine Probleme alleine nicht lösen können. Wir werden immer im Winter Ausgleichsenergien benötigen, um unser Energiesystem stabil zu halten, wenn wir einmal auf 100 % erneuerbare Energien umgestellt haben. Dann brauchen wir einen starken und zuverlässigen Partner, der mit uns handeln kann. Afrika hat das Potenzial eine wichtige Tankstelle zu werden, ob für die Globalisierung oder unser Energiesystem, ob für Schiffe, LKW oder Blockheizkraftwerke, die unsere Versorgungssicherheit garantieren. Deshalb ist es für uns unablässig, dass wir Afrika helfen uns zu helfen.

Dabei gibt es viele Beispiele, wie in Afrika und im nahen Osten zahlreiche und/oder große Projekte entstehen.

Smart Grid und Datenschutz

Viele Datenschützer laufen Sturm, wenn es um Smart Grids, und insbesondere um Smart Metering geht. Gleichzeitig kommen von Netzbetreibern, aber auch etlichen, die Ängste sähen wollen, Forderungen, die illusorisch und völlig überzogen sind. Sie denken, dass ein Smart Grid ein zentral gesteuertes Netz ist, welches über alle möglichen Informationen und Fähigkeiten verfügt und diese auch einsetzt.

Aber was ist eigentlich ein Smart Grid?

Im Prinzip ist ein Smart Grid ein Stromnetz in dem viele unterschiedliche Produzenten und Konsumenten so miteinander verbunden sind, dass sie die jeweiligen Bedürfnisse des anderen wahrnahmen, und zudem einen Vorteil haben, wenn sie auf die Bedürfnisse eingehen, indem sie dementsprechend reagieren.

Das ist eine bewusst vast gehaltene Beschreibung, denn es ist eben auch nur das. Alles andere, das konkret mit Smart Grid in Verbindung gesetzt wird, ist eine mögliche, aber keine notwendige Realisierung. So bedeutet Smart Grid in keinster Weise eine zentrale Steuerung aller Produzenten und Konsumenten. Es bedingt ebenso wenig die aufgezwungene Ein- oder Ausschaltung von Geräten und bedeutet auch nicht, dass alles gläsern sein muss.

Was brauch es zum Errichten eines Smart Grids?

Es bedarf nur einer ausreichend sensiblen und wahrnehmbaren Kommunikationsbasis und eine Intelligenz der Geräte, gleichgültig ob Produzent oder Konsument, die auf die Informationen, die sie von der Kommunikationsbasis erhalten, reagieren können. Diese Intelligenz kann dabei in jedem einzelnen Gerät implementiert sein oder zentral bei einer x-beliebigen Schnittstelle. Jedoch gilt umso zentraler diese Intelligenz integriert ist, umso gläserner müssen Kunden und Produzenten sein.

Welche Wirkung erzielt die Kommunikation im Smart Grid?

Eine Kommunikationsbasis, die sich als effizient und präzise bewährt hat, ist der Preis. Dieser ergibt sich als Resultat aus dem Vergleich von Angebot und Nachfrage. Möchte man ökonomische Verschwendung vermeiden, ist dies die einzige Größe, die kommuniziert werden muss, und es bedarf keiner Befehle. Jeder Teilnehmer wird versuchen, soviel Strom in das Netz einzuspeisen, wie es für ihn kosteneffizient ist, also seine Grenzkosten unterhalb dem Marktpreis liegen. Ebenso wird jeder Konsument seinen Stromverbrauch je nach seinen technischen Möglichkeiten und der Kosteneffizienz zu den Zeiten verschieben, in denen der Strompreis am günstigsten ist.

Sind hohe Preisschwankungen an der Tagesordnung, werden vielerorts Batterien, Warmwasserspeicher oder neue Steuerungen gekauft, die eine Verschiebung des Strombedarfes ermöglichen. Kommt es zu negativen Strompreisen, werden Fernwärmenetze mit elektrischem Strom beheizt, anstatt dass Holz oder Erdgas verbrannt wird.

Die Bedingung ist nur, dass der aktuelle Preis bis zu jedem Konsument und Produzent durchdringt und nicht durch Zwischenhändler, wie etwa Stromversorger, abgefangen wird. Der Stromversorger muss dabei keine Steuerung der Konsumenten oder Produzenten vornehmen. Diese werden es nach ihren Möglichkeiten und Präferenzen selber tun, oder den Preis zahlen, der vom Netz gefordert wird.

Smart Grid bedeutet also auch die Möglichkeit bewusst zu entscheiden, welche Aufgabe man selbst im Netz übernehmen möchte oder umgekehrt, welchen Preis man bereit ist zu zahlen, um die Aufgabe nicht zu übernehmen, und sie damit einem anderen zu überlassen. Ein solches Netz bedeutet also die Demokratisierung der Stromproduktion und des Stromverbrauches.

Smart Grid - Preisbildung

Dies wird zahlreiche Konsequenzen haben. So wird im Vergleich zu einem Stromnetz ohne Smart Metering der Bedarf an Regelenergie und Energiespeichern sinken, weil zunächst alle Verschiebungen von Energiekonsum und Energieproduktion erfolgen, die kosteneffizienter sind als eine Stromspeicherung. Viele setzen Smart Grids mit der Idee gleich, dass möglichst jeder Batterien hat und möglichst autark ist, aber das stimmt nicht. Smart Grid ist vielmehr der Versuch, so wenig wie möglich Stromzwischenspeicher zu benötigen, indem versucht wird den Stromverbrauch und die Stromproduktion zu synchronisieren.

Ist der Strompreis für eine Stunde deutlich erhöht, schalten die Wärmepumpen und Tiefkühltruhen aus. Wasch- und Spülmaschinen und Trockner schalten nicht ein, sofern der Nutzer es nicht dringend benötigt, und alle Produzenten, die zu diesem Preis lukrativ produzieren können, werden versuchen möglichst viel elektrische Energie einzuspeisen. Ist der Strompreis allerdings niedrig, geschieht das Gegenteil. Alle Konsumenten versuchen ihre Bedürfnisse möglichst direkt abzudecken und alle Stromproduzenten mit einer speicherbaren Energiequelle – also alle außer Solar-, Wind- und Wellen- sowie Laufwasserkraftwerke werden ausschalten und die erschöpflichen Energiequellen für spätere Zeitpunkte aufbewahren. Also im Vergleich zu heute auch Biogasanlagen und insgesamt subventionierte BHKW.

Welche Angst mit Datensicherheit muss Unfug sein?

Die Angst, dass man in einem Smart Grid nicht mehr die Kontrolle über seine Geräte und sein Nutzerverhalten hat, sondern dass ein anderer diese übernimmt oder übernehmen könnte, ist nicht mit dem Prinzip von Smart Grid in Verbindung zu setzen. Das hat nichts mit Smart Grid zu tun, sondern mit Diktatur. Es darf keine Möglichkeit geben, die es softwaretechnisch erlaubt, Geräte von außen zu steuern, außer es ist ausdrücklich gewünscht, so wie heute viele freiwillig ihre Datenspeicherung outsourcen. Aber dies hat nichts mit Smart Grid zu tun, sondern es ist eine spezifische Dienstleistung. Jeder der das nicht möchte, muss das auf der Ebene der Hardware unterbinden können – und nicht bloß durch Software.

Die einzige Kommunikation, die in das Haus erfolgen darf, ist die des Strompreises. Was der Einzelne mit dieser Information anstellt, ist seine Angelegenheit! Denn ein Smart Grid ist eine Demokratisierung des Stromnetzes und nicht die Kontrolle durch eine Institution.

Welche Angst bezüglich Datensicherheit ist begründet?

Eine Bedingung des Smart Grids, oder besser der Kommunikationsbasis ist für die Datensicherheit viel kritischer. Grundlage für die Effizienz und auch die Intelligenz des Smart Grids ist die Kommunikation des jeweils aktuellen und der zu erwartenden Strompreise. Die Kommunikation dieser Preise ist völlig unkritisch, weil diese eine Entscheidungsgrundlage liefern, aber keinen aktiven Einfluss nehmen können. Zur Bestimmung des Strompreises ist auch nicht der Stromverbrauch der einzelnen Kunden und die einzelnen Produktionen an Strom notwendig. Hier zählt nur die Gesamtnachfrage und das Gesamtangebot in größeren Zonen und diese wird heute an jeder Mittelspannungsstation ohnehin schon erfasst.

Damit ein Smart Grid allerdings funktionieren kann, ist eine zeitdifferenzierte Stromabrechnung notwendig und genau hier ist die Datensicherheit gefährdet. Variiert der Strompreis viertelstündig, so muss auch der Stromverbrauch viertelstündig erfasst und irgendwie gespeichert und kommuniziert werden. Aber welche Daten müssen übermittelt werden? Die Energieversorger und Netzbetreiber sind natürlich an so viel wie möglich Informationen interessiert, zumal es mit dem Smart Metering so einfach ist.

Aber mit dem Lastprofil eines Nutzers lässt sich so viel heraus lesen. Hat er viele Kühlschränke und wie alt sind diese? Wann geht er in den Kühlschrank, wann isst er und wann geht er zu Bett. Für einige dubiose Geschäftspraktiken ist es auch interessant zu wissen, wenn man im Urlaub ist. Das private Verhalten von Nutzern liest sich wie ein Fingerabdruck aus der Kennlinie des Stromverbrauches.

Die Kommunikation des viertelstündigen Verbrauches in Echtzeit ist das gefährlichste bezüglich Datensicherheit in Bezug zu einem Smart Grid.

Daten aus Smart MeterDieses Datenschutzproblem wäre nur dadurch sicher zu unterbinden, wenn nicht alle Informationen unverarbeitet und in Echtzeit gesendet würden, sondern von einem internen System verarbeitet würde, welches während eines Monats die Summe der Produkte der jeweils aktuellen Strompreise mit den entsprechenden Stromverbräuchen bildet und diese Summe am Ende des Monats als einzelne Zahl X versendet wird, mit

X = ∑(Strompreisi * Stromverbrauchi).

Damit die Datensicherheit gewahrt bleiben kann, ist es deshalb unerlässlich, dass die Intelligenz dezentral beim Nutzer ist, und auch dort die Daten gespeichert sind. Wäre die Intelligenz in einem zentralen Server, müsste auch dort alles Wissen sein.

Kohlenstoffkreislauf von Pflanzen

Der einfache Kohlenstoffkreislauf von Pflanzen.

Wenn Holz oder allgemein Pflanzen wachsen, dann wird mit Hilfe von Photosynthese Sonnenenergie gespeichert, und Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre aufgenommen und der Kohlenstoff so gebunden.

Durch Zersetzung oder Verbrennen wird die gespeicherte Sonnenenergie, aber auch der Kohlenstoff wieder frei und es entsteht CO2, welches dann erneut mittels Photosynthese in Pflanzen gebunden werden kann, so bildet sich ein Kreislauf.

Leider führt dieses Malen eines einfachen Kreises dazu, dass verallgemeinernd das Verbrennen von Holz als CO2-neutral bezeichnet wird, weil – so wird argumentiert – das CO2 wieder gebunden wird.

Ist es der Konzentration an CO2 in der Atmosphäre egal, ob Holz verbrannt wird oder nicht?

Was diesem Kreis fehlt, ist die zeitliche Dimension. Auch fehlt die Frage nach Alternativen. So zeichnet sich eine Handlung nicht nur durch ihre Kosten, sondern vor allem auch durch ihre Opportunitätskosten – den nicht genutzten Chancen, aus.

Wie sieht der Kohlenstoffkreislauf mit Berücksichtigung der Zeit aus? Nachdem der Kohlenstoff durch Photosynthese gebunden wurde, wandelt er sich nicht zwangsläufig in CO2 um, sondern verweilt mehr oder minder lang dort, wo er sich eben befindet. Bei Blumen, Obst, Gemüse und Gras ist die Verweildauer ziemlich kurz, weil es sich schnell zersetzt. Holz bleibt selbst in der Natur länger erhalten. Auch nachdem es abgestorben ist, fängt es nicht an sich vollständig in CO2 umzuwandeln, sondern es kann bei großen Bäumen sogar bis zu hundert Jahren dauern, bis sie sich zersetzt haben. Aber auch der Mensch, und das ist das Wichtigste, kann Holz stofflich nutzen, und so dafür sorgen, dass der Kohlenstoff länger gebunden wird. Sei es bei der Gestaltung von Wegen, Spielplätzen oder zum Errichten von Häusern.

Je mehr Holz stofflich genutzt wird, umso geringer ist die CO2-Konzentration in der Atmosphäre, denn – und das ist das Schöne an der Sache – Bäumen wachsen auch dann nach, wenn das Holz nicht verbrannt wird.

CO2-arm Holz verbrennen?

Holzverbrennen kann nur dann CO2-arm sein, wenn Holz verbrannt wird, das nur sehr kurz in der Natur verweilen würde und nicht stofflich genutzt werden kann, also Äste und Hecken, wobei dann aber auf einen geschlossenen Mineralienkreislauf geachtet werden muss.

Mit dem Verbrennen von Holz, das stofflich genutzt werden kann, wird eine potenzielle Kohlenstoffsenke aufgelöst, und es ist mehr CO2 in der Atmosphäre, als sein müsste – also kann das Verbrennen auch nicht CO2-neutral sein. Das stupide Verbrennen von Stammholz ist nichts Anderes als das Anreichern der Atmosphäre mir CO2, und dabei ist es gleichgültig, ob Holz wieder nachwächst. Holz gehört erst dann verbrannt, wenn es nicht mehr stofflich nutzbar ist. Alles andere ist eine Verschwendung von Material, und gleichzeitig von dem Potenzial Kohlenstoff zu binden.

Dauerhafte Kohlenstoffsenken schaffen.

Es ist auch bei weitem nicht so, dass es sich bei Pflanzen zwangsläufig um einen geschlossenen Kreislauf handelt. So zersetzen sich Pflanzen nie vollständig in der Natur, sondern zerfallen zu kohlenstoffreicher Erde, die die Humusschicht vergrößert. Doch das geschieht nicht, wenn der Wald besenrein hinterlassen wird.

Es gibt auch Ansätze um Holzkohle vermischt mit frischer Biomasse in der Landwirtschaft gezielt einzusetzen, um mit sogenannter schwarzer Erde Kohlenstoff aktiv zu binden und einen nährstoffreichen und produktiven Boden zur landwirtschaftlichen Nutzung zu haben.

Und letztlich ist es auch möglich, durch neue Einsatzgebiete von Holzprodukten neue Senken zu schaffen, selbst wenn diese zu einem großen Teil von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden müssen, aber je mehr und je länger Holz als solches erhalten bleibt, umso weniger CO2 ist in der Atmosphäre.

Unvollständige Bilanzierung um CO2-Neutralität zu „beweisen“.

Auch wenn einige Waldbesitzer, Regionen oder Länder stolz behaupten CO2-neutral Holz zu verbrennen, weil nicht mehr Holz aus ihren Wäldern entnommen wird als nachwächst, so wird auch hier gelogen, weil deshalb aus anderen Regionen Holz zugekauft wird, sei es in Form von Papier, Möbel, Bauholz und neuerdings vielleicht sogar Pellets. Fraglich ist es auch wenn Kunststoffprodukte in diese Region importiert werden, die ebenso gut aus dem eigenen Holz hätten produziert werden können. Wenn bilanzieren, dann bitte vollständig.

Eines sollte man auf jeden Fall beachten: Stammholz gehört nicht systematisch verbrannt. Es ist nicht CO2-neutral und obendrein ist es eine riesige Verschwendung.

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CO2-Neutralität von Holz verbrennen?

Möchte man verstehen, was CO2-neutral bedeutet, muss man die Zusammenhänge sehen. So ist CO2 ein Molekül, das sich aus drei Atomen zusammensetzt. Ein Kohlenstoffatom und zwei Sauerstoffatome. Diese können sich in chemischen Reaktionen verbinden und auch wieder trennen. Die Menge an CO2 auf der Erde kann also abnehmen und zunehmen. Die Menge an Atomen bleibt bis auf Kernfusion und Kernspaltung aber konstant. Es wird also immer gleich viel Kohlenstoffatome auf der Erde geben. Aber wo sich dieser Kohlenstoff befindet, das kann sich fortwährend ändern.

Wo befindet sich der Kohlenstoff?
Zum Teil befindet er sich im Erdgas, im Erdöl, in der Kohle, in Gesteinen und Salzen oder in Holz sowie in anderen lebenden und verstorbenen Lebewesen, wie zum Beispiel auch Mooren und Torf. Dies alles sind sogenannte Kohlenstoffsenken. Der Rest des Kohlenstoffes, der nicht in einer Senke gebunden ist, befindet sich als CO2 in der Atmosphäre oder gelöst im Wasser.
Wird ein kohlenstoffhaltiger Brennstoff wie Erdgas, Erdöl, Kohle oder aber auch Holz verbrannt, so entsteht CO2. CO2-neutral kann also keine Verbrennung eines Energieträgers sein, der Kohlenstoff enthält.

CO2-Abbau der Erde
Aber die Erde weiß sich zu helfen, denn das anfallende CO2 wird wieder in Holz umgewandelt und gebunden. Wenn der Vorrat an Holz, Torf und Ähnlichem ebenso schnell anwächst, wie fossile Energie verbrannt wird, dann ist das in Summe CO2-neutral. Damit das geschehen kann, darf aber Holz nicht achtlos verbrannt worden, denn je mehr Holz verbrannt wird, umso weniger können die Kohlenstoffsenken anwachsen.
Aber warum glauben einige, dass Holzverbrennen CO2-neutral ist? Die Logik dahinter ist, dass diese Menschen denken, dass der Baum später wieder nachwächst und das entstandene CO2 erneut bindet. Aber das hat nichts mit dem Verbrennen von Holz zu tun. Der Baum wird auch wachsen, wenn das Holz zuvor nicht verbrannt wurde – schließlich ist genug CO2 in der Atmosphäre.
Mit der absolut gleichen Logik kann das Verbrennen von Kohle oder Erdöl CO2-neutral sein.

Lösung des CO2-Problems
Wir werden solange ein CO2-Problem haben, wie mehr CO2 ausgestoßen wird, als gebunden wird. Das Verbrennen von Holz, das anders stofflich genutzt oder gebunden werden kann, wird daran nicht das Geringste verbessern.
Um die CO2-Emissionen unseres Energiesystems zu senken, müssen kohlenstofffreie Energiequellen genutzt werden, wie etwa Solarthermie, Photovoltaik oder Windenergie. Außerdem müssen Kohlenstoffsenken geschaffen werden, die den ausgestoßenen CO2 binden. Das kann Humus, Torf oder die stoffliche Nutzung von Holz sein. Eines steht dabei aber fest: solange wir ein CO2-Problem haben, werden wir es mit Holzverbrennen nicht lösen können.

Voll asphaltierte Parkplätze

Änderungen sind vorhersehbar!

Vieles, das aus Beton oder Asphalt gebaut wird, soll sehr lange halten. Meist wird jedoch nicht daran gedacht, dass die Nutzung irgendwann doch geändert werden muss oder die Flächen – wenn auch nur kurzfristig – stören, z. B. wenn Leitungen verlegt oder ersetzt werden sollen. Aber auch lokale Beschädigungen der Oberflächen können eine großflächige Erneuerung bedingen.

Auch wenn Nachhaltigkeit im Bereich Material oft mit langlebiger Konstruktion verbunden wird, so ist nicht jede längstmögliche nutzbare Konstruktion auch zielführend. Insbesondere dann nicht, wenn Flächen unnötig versiegelt werden und andere Potenziale zerstört werden.

Parkplätze und Bürgersteige sind hierfür gute Beispiele. Für die Belastung, die sie aushalten müssen, sind sie meist maßlos überdimensioniert und ihr Lebensende wird meistens nicht durch Materialversagen, sondern durch Planungsfehler und Umnutzungen definiert. Hier wird die Dauerhaftigkeit der Materialverbindung zu dem Grund, dass Abfall entsteht und neue Materialressourcen aufgebraucht werden müssen. Auf ewig geplant, bedeutet längst nicht auf ewig genutzt. Änderungen sind vorhersehbar und planbar.

Dauerhaft bauen?

Die Vorstellung, Parkplätze dauerhaft zu fertigen, hat in etlichen Aspekten nichts mit nachhaltigem Denken zu tun. Einerseits ist es eine Tatsache, dass durch unvorhergesehene Arbeiten der Belag aufgerissen werden muss. Hier bieten sich Betonsteine an, die bei Bedarf entfernt und anschließend wieder verlegt werden können. Asphalt müsste bei Beschädigung durch Rissbildung in Folge von Temperaturspreizungen und gefrierendem Wasser von Zeit zu Zeit ausgebessert und ausgetauscht werden, wenn der Flickenteppich zu wüst wird. Sind Betonsteine verlegt, ist diese Art der Schädigung meist ausgeschlossen und lokale Beschädigungen können vollständig lokal begrenzt behoben werden.

Insbesondere bei Flächen, die so wenig Nutzen schaffen, sollten wir uns bewusst werden, welchen Raubbau wir begehen. Immer mehr Menschen leben auf unserem Planeten und immer mehr Fläche wird von uns für Wohnen, Produktionsstätten und Straßen beansprucht. Diese Flächen entziehen wir der Natur und auf diesen geht das Potenzial verloren, das uns kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Welche Kosten enstehen indirekt?

Die Sonnenenergie wird ungenutzt in Wärme umgewandelt. Es wird kein CO2 gebunden, weil keine Biomasse wächst. Regen kann nicht versickern und wird gebündelt in Kanäle abgeleitet, die die Kläranlagen mehr als nötig belasten und schließlich wird Wasser in Flüsse geleitet, ohne dass es als kostbares Grundwasser genutzt werden kann.

Der Verzicht auf dies alles muss einer versiegelten Fläche als Opportunitätskosten angerechnet werden. Dabei kann viel von diesen negativen Einflüssen vermieden werden.

Es bedarf nur der richtigen und umsichtigen Planung und dazu gehört, dass unsere Potenziale gewahrt bleiben. Es darf nicht bloß gebaut und betoniert werden, schlicht weil es einfach und haltbar ist.

Es ist sehr leicht möglich, die Stellplätze nur mit Rasengittern auszustatten, Gehwege können mit Pflastersteinen gelegt werden, was selbst bei den Fahrspuren möglich wäre, weil nur sehr geringe Fahrgeschwindigkeiten dort erlaubt sind. So ist in weiten Teilen eine Versickerung von Regenwasser möglich und Schäden wirken sich immer nur lokal aus und können lokal behoben werden, ohne die Gesamtqualität, wie bei einem Asphaltteppich, zu verschlechtern. Auch stellt die Begrünung von Parkflächen keine große Herausforderung dar. Dabei muss es nicht einmal eine bodennahe Begrünung mit Rasen sein, die einerseits durch die Fahrzeuge beschädigt würde und andererseits einen hohen logistischen und arbeitsreichen Aufwand bedingen würde. Ein Parkplatz kennzeichnet sich dabei dadurch aus, dass viel Platz verschwendet und er auch von der Höhe her nicht viel benötigt wird. Deshalb ist es einfach möglich Bäume in Totflächen zu pflanzen, die sich dann oberhalb der Fahrzeuge ausbreiten und einen Großteil des einfallenden Lichtes ausnutzen können um zu wachsen, Kohlenstoff zu binden, Energie zu speichern und Schadstoffe aus Luft und Erde in sich aufzunehmen. Wegen der CO2-Bilanz wäre es mit einem sehr lichten Wald vergleichbar. Gleichzeitig würden die Bäume Schatten spenden und während einer großen Zeit im Sommer den Energiebedarf der Fahrzeuge für Klimaanlagen reduzieren. Sind Bäume nicht erwünscht kann ebenso gut die Fläche teilweise mit Holzkonstruktionen überdacht und darauf Photovoltaikanlagen installiert werden. Einerseits bilden die Holzkonstruktionen natürliche Kohlenstoffsenken und andererseits können die eintreffenden Sonnenstrahlen als Nutzenergie gewonnen werden. So wird die Sonnenenergie nicht gleich vollständig in Wärme umgewandelt und das Potenzial für uns zerstört. Werden Parkplätze schlicht zubetoniert, ist das in mehrfacher Hinsicht eine enorme Verschwendung voller Unvermögen unsere Potenziale zu begreifen und zu wahren, ungeachtet dessen wie viel P&R-Flächen entstehen oder wie viele „grüne“ Elektroautos darauf stehen.

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Energieverbrauch der Menschen

Für unser tägliches Leben, unseren Wohlstand und für all unseren Luxus brauchen wir auf der Erde sehr viel Energie, im Durchschnitt 16 Terrawatt. Das entspricht etwa 2000 Watt pro Mensch. Natürlich ist dieser Energiekonsum nicht gerecht verteilt. Die armen Menschen leben eher spartanisch und verbrauchen weder direkt viel Energie für Mobilität, Heizen und Elektrogeräte, noch indirekt durch die Produkte, die sie kaufen.

Auf der anderen Seite sind die reichen Menschen für einen Großteil des Energiekonsums verantwortlich, und liegen weit über dem Durchschnitt von 2000 Watt pro Person. So verbraucht die reichste Milliarde an Menschen rund die Hälfte der verwendeten Energieressourcen.

Dennoch ließe sich trotz steigendem Reichtums und damit erhöhtem Konsum der Energieverbrauch von 2000 Watt pro Person halten, da unser Konsum sehr viel Potenzial aufweist, den Energiebedarf der Reichen zu senken.

In dem aufgeführten Verbrauch sind nämlich auch die Verluste der Energieumwandlung enthalten, die bei Kohle- und Kernkraftwerden bis zu 70 % ausmachen. Die müssten mit PV-Strom nicht abgedeckt werden. Vor allem lässt unser Konsumverhalten noch viel Spielraum, um sinnfreien Verbrauch an Energieressourcen zu vermeiden.

Dabei ist der Großteil der Energie, die wir verwenden fossilen Ursprungs, und so erschöpft unser Energiekonsum unsere Energieressourcen. Auch ohne den Effekt auf das Klima, die Schad- und Abfallstoffe wird dies ein Problem für uns darstellen, denn diese Energieressourcen sind endlich. Trotz all der negativen Auswirkungen beuten wir unseren blauen Planeten aus, und zerstören dessen Schönheit, ganz so, als hätten wir einen zweiten Planten zum Austauschen.

Von vielen wird gesagt, dass es schwierig wäre es anders zu machen. Die Wahrheit ist aber, dass es unmöglich ist, so weiter zu machen.

Neben den fossilen Energiequellen stehen uns aber nicht viele direkte Energiequellen zur Verfügung. Nennenswert ist die Gezeitenenergie von Flut und Ebbe, die durch die Wechselwirkung zwischen Mond und Erde hervorgebracht wird. Hauptsächlich ist es aber die Sonne, die uns mit Energie versorgt. Sobald diese aber auf die Erde trifft, wird ein Hauptteil davon in Wärme umgewandelt und ist verhältnismäßig kaum noch energetisch nutzbar. Möchten wir also langfristig möglichst viel Energie nutzen, bedeutet das, dass wir möglichst viel solare Energie direkt nutzen müssen.

Dabei zerstören wir bereits viele unserer Potenziale dadurch, dass wir unseren Planeten zupflastern, egal ob für Straßen, Wohnungen, Firmengebäude oder Parkplätze. Die Sonnenstrahlen, die hier auftreffen, werden in Wärme umgewandelt, auf einem Temperaturniveau, auf dem sie kaum mehr nutzbar ist. Wenn wir schon Grünfläche opfern, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen, warum dann nicht gleichzeitig die ergiebigste Energiequelle für unseren Energiekonsum nutzen?

Mit einer PV-Anlage auf dem Dach kann jeder einen Teil seines Energiekonsums abdecken, ohne dafür die Potenziale der Erde zusätzlich zu schmälern.

Leider steht diesem Verständnis noch ein selbstsames Missverständnis entgegen, wonach die Nutzung von PV-Strom ein Problem darstellen könnte. Gleichzeitig schafft Bürokratie sinnfreie Hürden, die die Eigenstromnutzung erschweren. Das Groteske ist die Furcht der Politik, dass Steuereinnahmen ausfallen, wenn jeder seinen Strom selber nutzt. Dabei ist es aber gerade der Vorteil von PV-Strom auf dem eigenen Dach, dass der Gesellschaft keine Kosten entstehen und keiner zusätzlicher Potenziale beraubt wird. Außer für Solarthermie trifft das auf sonst keine Energiequelle zu.

Aber mit der Logik müssten wir auch die Wärme von Solarthermieanlagen besteuern, sowie auch die Sonnenstrahlen, die durch die Fenster in das Haus eindringen – es entbehrt jeder Logik und jeder Vernunft.

Andererseits pocht man darauf, dass man dokumentieren kann, wieviel eine kleine Anlage genau produziert und verpflichtet Selbstverbraucher zu einem teuren zusätzlichen offiziellen Energiezähler – auch ohne Erhalt von Subventionen.

Auf Seiten der Stromnetze und der freien Marktwirtschaft gibt es auch noch Ungereimtheiten, denn wo der Kapitalismus die viel gepriesene Rolle übernimmt, und den Markt bereinigt, um ihn effizienter zu gestalten, will die EU die Macht des Kapitalismus kappen und den Einspeisevorrang von erneuerbaren Energien kappen – zugunsten fossiler Energie.

Obgleich die Gesellschaft zu einem bedeutenden Teil bereit ist für erneuerbare Energie mehr zu zahlen, scheitert es zu einem Teil noch daran, dass schwierige und teure Zertifizierungsverfahren dafür sorgen, dass grüner Strom als „grauer Strom“ verkauft werden muss und der Anreiz der freien Marktwirtschaft nicht bis zum Produzenten vordringen kann.

Wer denkt, dass wir auf die Potenziale der Sonne verzichten können, soll sich einfach nochmal die Bilanzgrenze der Erde anschauen.

Interessante Beiträge zum Fortschritt in Bezug zu erneuerbaren Energien sind auch bei Energieblogger.net zu finden.

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Elektroauto – die Zukunftstechnologie?

Gerne wird darüber diskutiert, dass der Individualverkehr ein sehr großes Problem darstellt. Doch in welcher Hinsicht? Und stimmt das auch? Wenn alle mit dem Fahrrad fahren würden, bestünde kein Problem mit dem Individualverkehr. Also muss es etwas anderes sein, das ein Problem darstellt. Zum einen sind die Emissionen zu nennen, vor allem auch jene, die zusätzlich zum klimaschädlichen CO2 entstehen. Wenn man sich die sich rasch schwärzenden Gebäude in den Städten anschaut, kann man sich leicht vorstellen, welchen Dreck wir einatmen, weil wir unsere eigene Luft verpesten.
Zum zweiten sind es die elend langen Staus, die uns durch überfüllte Straßen, dazu verdammen trotz unseres geschätzten Individualverkehrs unnötig viel Zeit damit zu verbringen, nicht voran zu kommen. Eine weitere Herausforderung, die auf uns zukommt, ist, dass wir aktuell mit großer Geschwindigkeit unsere fossilen Ressourcen aufbrauchen. Dass sich etwas an unserer Mobilität ändern muss, und wird ist allein deshalb schon eine Tatsache.

Aber wie soll es sich ändern? Ändern wir die Technologie? Ändern wir das Konzept? Für beides gibt es gute Gründe, aber auch Nachteile. Wahrscheinlich wird es beides sein, wobei ich der festen Überzeugung bin, dass auch der Individualverkehr weiterhin eine tragende Rolle spielen wird. Ungeachtet aber ob individueller oder öffentlicher Verkehr, es bleibt die Frage nach der Technologie, die sich ändern wird.

Eine Bedingung wird sie wohl erfüllen müssen. Und das wäre die, dass keine Emissionen innerhalb der Städte verursacht werden und bezogen auf den Gesamtprozess von Energiegewinnung bis hin zur Nutzung, müssen die Emissionen gering sein.

Damit fällt der Verbrennungsmotor insbesondere mit kohlenstoffhaltigen Energieträgern aus. Selbst ohne Kohlenstoff im Energieträger würden sich die Stickoxide nur sehr schlecht vermeiden lassen. Ohnehin scheint für viele die Antwort bereits klar zu sein, denn das Elektroauto wird gerne als Zukunftstechnologie dargestellt. Die paar Nachteile, wie Ladezeit und Reichweite würden schließlich noch behoben werden, behaupten Befürworter und verweisen auf die technische Entwicklung.

Der Vorteil, dass keine Emissionen innerhalb der Städte entstehen, ist unbestreitbar. Auch können die Emissionen der gesamten Kette sehr niedrig sein, nämlich dann, wenn der elektrische Strom, mit dem die Akkus aufgeladen werden, emissionsfrei aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Hierbei ist es weder realistisch nur dann Auto zu fahren, wenn die Sonne scheint, noch elektrischen Strom direkt zu speichern. Durch chemische Speicher, die Wirkungsgrade von 60 – 95 % aufweisen, kann das Problem der Schwankungen von der Einspeisung der erneuerbaren Energien innerhalb eines Tages weitestgehend entschärft werden. Aus diesem Grund werden elektrische Autos auch gerne als Lösung der Umwandlung unserer Energieversorgung angesehen. Abgesehen von der Problematik der langen Ladezeiten und der geringeren Reichweite, gibt es allerdings einen weiteren Nachteil der weitaus gravierender ist. So lässt sich die Reichweite durch sparsame, leichtere Fahrzeuge und Akkus mit mehr Speicherkapazität durch weitere Entwicklungen durchaus steigern. Die Ladeproblematik kann durch automatisiert austauschbare Akkus nahezu vollständig gelöst werden. Auch gibt es viele Fahrzeuge, die nie für längere Strecken verwendet werden, wodurch diese Nachteile für den Nutzer nicht zum Tragen kommen. Das bedeutet, es gibt eine gewisse Anzahl von Fahrzeugen, die sich dafür anbieten, mit reinem Akkubetrieb zu fahren. Durch diese optimale Nutzung unserer Potenziale lässt sich unsere Energieeffizienz erhöhen, aber mit einem entscheidenden Nachteil. Die Versorgungs­sicherheit von elektrischem Strom durch erneuerbare Energie im Winter, und vor allem in ein bis zwei wöchigen Perioden mit wenig Wind- und Solarenergie, ist sehr schwierig und wird durch Elektroautos zusätzlich erschwert. Diese können nämlich nicht systematisch während mehreren Tagen nicht beladen werden, da sie ansonsten nicht mehr genutzt werden können – dies würde einen Eingriff in die Versorgungssicherheit darstellen, der nicht von der Bevölkerung akzeptiert werden wird. Dadurch verschärfen Elektroautos in gewisser Weise das Problem, das sie von der Idee her lösen sollten. Denn je mehr Elektroautos betrieben werden, umso mehr Reservekapazitäten müssen für die Stromproduktion im Winter bereit­gehalten werden.

Deshalb ist es wichtig, Energieträger zu haben, die länger speicherbar sind, wobei aber jeder zusätzliche Umwandlungsprozess neben dem technischen Mehraufwand auch einen geringeren Gesamtwirkungsgrad bedingt. Oft wird in diesem Zusammenhang von „Power-to-gas“ gesprochen. Dabei wird elektrischer Strom verwendet um mittels Elektrolyse aus Wasser Wasserstoff zu gewinnen und, falls gewünscht, in einem nachgelagerten Prozess mit CO2 daraus Methan zu produzierten.

Je effizienter unsere solaren Potenziale genutzt werden, umso weniger Versorgungssicherheit ist im Winter gewährleistet – zum Beispiel im Fall von Elektroautos und Photovoltaik. Deshalb ist es wichtig, Strukturen zu schaffen, die beide Vorteile nutzen können und einen Kompromiss zwischen effizienter Nutzung und Speicherbarkeit darstellen. Es ist wichtig Energie, die direkt zur Verfügung steht, – Solar- und Windenergie – möglichst direkt zu nutzen und jene Energie, die eine hohe Speicherbarkeit aufweist – indem Fall Wasserstoff oder Methan – nur dann zu nutzen, wenn keine andere Nutzenergie verfügbar ist.

Die Alternative von Photovoltaikstrom und dessen Nutzung in Elektroautos, kein einen solaren Wirkungsgrad, wie in der nachfolgenden Gleichung zu sehen, von 10,3 % aufweisen. Wir wissen aber, dass die Versorgungssicherheit im Winter unter keinen Umständen gesichert sein kann, weil der produzierte elektrische Strom der Photovoltaikanlagen sehr gering ist und einem hohen Strombedarf gegenübersteht, der nicht durch diese Energiequelle gedeckt werden kann.

η_Batterie =

η_Photovoltaik * η_Transport * η_(Speicherung im Akku) * η_(Umwandlung in mechanische Energie)

=15% * 90% * 80% * 95%

=10,3 %

Eine andere Möglichkeit besteht darin, aus dem mit Photovoltaik produzierten elektrischen Strom Wasserstoff zu gewinnen und diesen als Treibstoff in Brennstoffzellenautos zu nutzen. Werden hier die Teilwirkungsgrade miteinander multipliziert, ergibt sich ein Gesamtwirkungsgrad von 2,9 %, der 5‑mal niedriger ist als bei Elektroautos mit Batterie und PV-Strom. Wasserstoff oder Methan ist durchaus über längere Zeit speicherbar. Sie können im Sommer eine große Über­dimension­ierung von Photovoltaik- und Windenergieanlagen rechtfertigen, weil überschüssige Energie umgewandelt, und stofflich gespeichert wird, und dadurch hilft, die Versorgungssicherheit nebst dem Verkehrssektor auch im Wärme- und Stromsektor im Winter zu erhöhen.

η_Gas =

η_Photovoltaik * η_Transport * η_(Umwandlung in Gas) * η_Transport * η_(Umwandlung in mechanische Energie)

=15% * 90% * 60% * 90% * 40%

=2,9%

Hier zeigt sich deutlich das Dilemma zwischen Energieeffizienz und Versorgungssicherheit. Es heißt also zwischen einer instabilen Energie­versorgung und Potenzialverschwendung einen Mittelweg zu finden.

Den Weg wird vor allem auch die Entwicklung der Technologien zeigen. Es gibt jetzt schon Idealisten, die den Wasserstoff dezentral produzieren und selbst (im eigenen Unternehmen) tanken. Auch wird es möglicherweise Fahrzeuge wie LKW und Busse geben, die lange Fahrzeiten haben, die dann über SOFC (Hochtemperaturbrennstoffzellen) verfügen, die den höchsten Wirkungsgrad aufzeigen und ebensogut Wasserstoff wie auch Methan umwandeln können.

Ein weiterer Nutzungsbereich, in dem die zwangsweise Entladung bei Flüssigwasserstoff zum Erhalt der niedrigen Temperatur im Tank keine große Rolle spielt, sind Carsharing-Autos, die sich in Städten durchsetzen werden, weil Autos einfach zu teuer sind, um einfach herumzustehen.

Ebenso kann ich mir vorstellen, das Betreiber von Biogasanlagen in Zukunft größere Gasspeicher anlegen, die sich bei einem Überschuss an elektrischem Strom zusätzlich mit selbstproduziertem Wasserstoff beladen (das im Biogas enthaltene CO2 wird dann durch die Bakterien mit dem Wasserstoff zu Methan umgewandelt, sodass sich dann die Leistungsdichte im Speicher verbessert – ohne dass das Volumen ansteigt und der Brennwert das gelagerten Gases verbessert sich zudem auch noch, sodass die Einspeisung in das Gasnetz einfacher wird.)

Ich denke, dass Strom, Wasserstoff und Methan seine Märkte finden werden. Genauso wie heute Gas, Benzin und Diesel (ohne eine umweltspezifisch Bewertung zwischen diesen abzugeben).

Aber eines ist auch sicher, nämlich dass der Verbrennungsmotor mit seiner Vielzahl an Nachteilen, allem voran den Abgasen, nicht als Zukunftskonzept taugt. Allenfalls als Übergangslösung und später als Randerscheinung macht das Sinn, und hier ist es definitiv angebracht, kritisch zu bleiben, wenn die Lobbyisten ihre Weisheiten vom Stapel lassen, denn die wollen an Altem festhalten. An aufwändigen, und unnötigen Getrieben, Bremsen, die verschleißen, dicken SUV, die man nicht mehr nutzen wird, wenn die Energiedichte des Energieträgers zu gering wird. Und wer weiß, wie das auf den Umsatz schlägt, wenn es „trendy“ wird, kleine Autos zu fahren und das protzige Auffallen nicht mehr zählt – vielleicht verliert das Automobil dann auch ein wenig von seinem Statussymbolcharakter…

Ozeane reinigen

Zweidrittel der Erdoberfläche sind bedeckt mit Wasser. Die Fläche und Wassermenge ist enorm, und wird deshalb achtlos behandelt. Unsere Ozeane sind für Viele zu einer bequemen Müllhalde geworden. Tankschiffe für Chemikalien reinigen ihre Frachträume auf offener See um Entsorgungsgebühren der belasteten Abwässer zu vermeiden, oder „entsorgen“ gar ganze Ladungen mit Chemieabfall.

Viele Schiffe werden wegen Überkapazitäten nicht mehr benötigt und entsprechen nicht länger den Standards. Oft genug werden die Schiffe dann an Stränden in Drittweltländern ohne Gedanken an Umwelt- oder Menschenschutz zurückgebaut, nachdem sie mit voller Fahrt in den Strand hineingefahren sind. Ohne Hafen, ohne Trockendock, ohne kontrollierte Entsorgung von Altölen oder ähnlichem, werden die Schiffe zerlegt und metallische Wertstoffe verkauft, zum Profit der Unternehmen und auf Kosten der Natur und der Arbeiter. Vielleicht wäre es besser, einige Tanker vorzeitig aufzukaufen und anderweitig zu nutzen.

Ein dringendes Problem, das sich lohnen würde anzugehen, wäre die Weltmeere von den Millionen und Abermillionen Tonnen an Plastik zu reinigen, die sich in ihnen angesammelt haben. Inzwischen haben sich in unseren Gewässern 150 Millionen Tonnen an Plastikabfall angehäuft. Jährlich gelangen immer noch zusätzliche 8 Millionen Tonnen an Abfall in die Weltmeere.

Das Problem dabei ist, dass sich einerseits viele Meeresbewohner darin verfangen und verenden und anderseits, dass sich diese Plastikteile durch Wellen, Schiffsschrauben und Sonnenstrahlen in immer kleinere Stücke zerteilen, bis sie dann angefangen bei den Klein- und Kleinstlebewesen in unsere Nahrungskette gelangen.

Auch wenn es uns in nächster Zeit gelingen sollte, den Zustrom an neuem Plastik in die Gewässer zu unterbinden, so bleiben immer noch riesige Mengen an Plastik, die bereits dort sind und sich ganz allmählich auflösen, aber nicht verschwinden werden. Für unsere Gesundheit und für die Umwelt wird kaum ein Weg daran vorbei führen, diesen, unseren Abfall zumindest teilweise einzusammeln, so gut es eben geht. Hierzu könnte man alte, leistungsschwache und ineffiziente Schiffe umrüsten, die schweren umweltverpestenden Motoren ausbauen, und gegen kleinere solarbetriebene Elektromotoren austauschen, die nicht der Fortbewegung, sondern der Manövrierfähigkeit dienen. Jeweils zwei Schiffe würden als Plattform umgerüstet werden.

In der Mitte würde eine schwimmende Barriere den Plastikmüll zusammenführen und aufkonzentrieren bevor er von den Schiffen aufgesammelt und zu Würfeln gepresst würde. Die alten gereinigten Öltanks können mit stark belastetem Wasser gefüllt werden und mittels Schwerkraft und Filtern gereinigt werden, bevor das Wasser wieder in das Meer geleitet wird. Andere Tankräume werden als Ladefläche umgebaut, damit die gepressten Plastikwürfel dort bis zur Abholung zwischengelagert werden. Ein weiteres agileres Schiff bringt die Ware schließlich zur Küste, wo sie in einem Heizkraftwerk verbrannt wird. Dabei wird gleichzeitig Heizwärme und elektrischer Strom geliefert. Wenn ein ausreichend großer Lagerplatz vorhanden ist, kann sogar die Integration von erneuerbaren Energien unterstützt werden, indem Regel- und Ausgleichsenergie gewonnen wird.

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CO2-Neutralität – oder Waldverbrennen für den Umweltschutz?

Es begegnen einem immer öfter seltsame Vorstellungen von Umweltschutz. Eine davon wird mit CO2-Neutralität in Verbindung gesetzt. Es scheint so einfach, wenn man manche Politiker oder auch selbsternannte Umweltschützer reden hört. Einfach nachwachsende Rohstoffe verbrennen, dann wird alles gut. Da stellt sich mir doch gleich eine Frage.

Wir haben das Problem der globalen Klimaerwärmung, das durch eine zu hohe CO2-Konzentration in der Atmosphäre begünstigt wird. Wie soll man da die Umwelt schonen, indem man Holz verbrennt und CO2 in die Atmosphäre pustet?

Klar, der Baum wächst wieder nach. Aber er täte es doch auch, wenn man den Baum nicht verbrennen würde. Der Baum wächst, wenn er dazu Platz findet und ausreichend Nährstoffe, Wasser und Sonnenlicht. Ob das CO2 das er bindet von Erdöl, Erdgas oder Holz stammt, ist dem Baum gleichgültig – und der Atmosphäre erst recht. Also wo ist der Sinn darin Holz zu verbrennen, das dafür aus dem Wald genommen wird – und wo ist da der Umweltschutz?

Solange wir ein CO2-Problem haben, werden wir es mit Holzverbrennen nicht lösen können. Nur dadurch, dass wir es schaffen Holz zu lagern und CO2 für eine möglichst lange Zeit zu binden, kann sich etwas Positives aus der Holznutzung für die Umwelt ergeben.

Immer wieder wird in der Bilanzierung von Grenzkosten gesprochen, die sagen, was eingespart werden kann, wenn eine Einheit (z.B. 1 kWh elektrischer Strom) weniger konsumiert wird.

Nur bei Holz scheint dies keine Rolle zu spielen. Stellen wir uns vor, es gäbe drei Familien. Eine heizt mit einem Kubikmeter Erdgas, eine mit einem Liter Heizöl und die dritte mit 2 kg Scheitholz. Alle verbrennen gleichviel Energie und stoßen in etwa gleichviel CO2 in die Atmosphäre aus.

Die Familie, die Holz verheizt wird man als CO2-neutral bezeichnen – der Baum wächst schließlich nach. Aber was wäre, wenn die Familie kein Holz mehr bräuchte? Dann könnte jene Familie, die mit Heizöl heizt, das Holz nutzen und das Heizöl würde eingespart werden. Die Grenzkosten des Verbrennens von Holz sind demnach identisch mit denen von Heizöl.

Stellen wir uns noch eine vierte Familie vor. Diese hat einen großen Wärmespeicher und heißt ausschließlich mit Solarenergie von ihrem Dach. Sie wird ebenso als CO2-neutral bezeichnet wie die Holzfamilie – nur stößt sie kein CO2 für das Heizen aus. Vielleicht noch eine weitere Frage. Wächst für diese Familie kein Baum nach? Eigentlich schon, denn für das Wachstum von Bäumen muss man keine verbrennen! Was aber sind hier die Grenzkosten? Was passiert, wenn diese Familie keine Solarthermie nutzt. Dann kann kein anderer diese Energie nutzen, weil die Sonnenenergie auf diesem Dach in Umweltwärme verpufft und keinem etwas nutzt. Seltsam, dass Holzverbrennen und Solarthermie als gleichwertig bezeichnet werden. Da war wohl ein Anfänger am Bilanzieren. Aber warum glauben so viele diesem Stümper?

Klar, weil es so einfach ist. Aber mit Umweltschutz hat es soviel zu tun, wie ein Waldbrand – der ist auch CO2-neutral.

Blickwinkel der Verantwortung

Verantwortung zu übernehmen bedeutet nicht zwangsläufig etwas für andere zu tun. Es bedeutet vielmehr sein eigenes Handeln verantwortungsvoll zu gestalten, sodass dadurch kein anderer Schaden nimmt. Es wäre zwar durchaus vertretbar es auf erste Weise zu betrachten. Doch vielleicht verleiten uns beide Denkweisen dazu, dass wir die gleiche Problematik unterschiedlich verinnerlichen. Die erste Interpretation versteht uns als edle Samariter, die nur an andere denken sollten. Während dessen bedeutet Verantwortung aus der Sicht der zweiten Formulierung, dass wir keine rücksichtslosen Aggressoren und Täter sein sollten. Obgleich die erste Darstellung glorreich wäre und für eine soziale Gesellschaft sprechen würde, sollten wir uns zunächst dennoch der Realität widmen und das nötige und vor allem dringend erforderliche Verständnis von Verantwortung in unser Denken als Gesellschaft aufnehmen.

Bezeichnen wir also Verantwortung als das, dass unsere Handlungen niemand anderen schädigen oder benachteiligen dürfen. Aber was bedeutet es, einen anderen zu schädigen? Vieles, das offensichtlich ist, braucht von uns nicht als Verantwortungsgefühl verstanden zu werden, weil es schlicht verboten ist. Wir dürfen niemanden töten, ihn nicht schlagen und ihm seinen Besitz nicht wegnehmen. Es gibt Menschen, die halten sich an das Gesetz, weil es Gesetz ist, andere handeln entsprechend ihrem Verantwortungsgefühl und würden auch ohne solche Gesetze entsprechend handeln. Aber diese Gesetze oder vielmehr die Verbote betreffen das Unterlassen einer Handlung. Folglich kann dies nicht vollständig die Verantwortung unseres Handelns meinen, weil es von uns nur die Nichthandlung verlangt. Es wäre naiv anzunehmen, dass jede Handlung, die erlaubt ist, frei von Verantwortung wäre. Versuchen wir also die Schädigung eines anderen umfassender zu begreifen, als es das Gesetz als Wahrung von Mindeststandards, vorsieht. Es ist nicht immer leicht den Schaden nachzuempfinden und altruistisches Denken kann nicht vorausgesetzt werden. Deshalb nehmen wir die leichtere und egoistische Denkweise und fragen uns, was es für uns darstellt Schaden zugefügt zu bekommen. Ich vermute, wir dürften uns schnell darüber einig sein, was das bedeutet. Schaden wird einem dann zugefügt, wenn man etwas weggenommen bekommt. Aber was kann das alles sein? Klar Nahrung und Energie. Aber auch Lebensqualität, Gesundheit oder aber Freiheit. Haben sie schon einmal jemandem Schaden zugefügt, in dem sie ihn vergiftet haben? Wenn sie das verneinen, denken sie vermutlich an einen Mord wie in einem Krimi. Schnell ein paar Tropfen Gift ins Glas schütten, wenn keiner es sieht. Das meinte ich aber nicht mit vergiften, wobei es mit dem Nicht-sehen schon sehr nah heran kommt. Unsere Vergiftungen sind meist nicht gezielt und oftmals wissen wir nicht einmal davon – wir sehen es nicht, wir fühlen es nicht und meist gibt es keinen, der sich beklagt. Vor allem der Geschädigte weiß und/oder merkt es nicht, dass er vergiftet wird. Tag für Tag steigt Uran und Arsen aus den Kohlekraftwerken in unsere Atemluft empor. Pestizide und Fassadenschutzmittel gelangen ungesehen in den Wasserkreislauf. Abgase unserer Autos verpesten nicht nur die Umwelt, sondern vor allem uns selbst.

Und genau darum geht es bei der Verantwortung, die uns obliegt. Fast jede unserer Handlungen birgt das Potenzial jemanden oder gar uns selbst zu schädigen. Der größte Teil unseres Konsums ist so, dass einem anderen die Möglichkeit genommen wird, es zu konsumieren. Es wird kaum möglich sein, zu Handeln ohne Schaden zuzufügen. Aber es gibt bei unseren Handlungen stets Alternativen und im schlimmsten Fall ist der Verzicht der Handlung auch eine Alternative.

Damit wir verantwortungsbewusst handeln können ist es unabdingbar, dass wir die Schadenswirkung unserer Handlungen wahrnehmen und uns ihrer bewusst sind. Wer nicht weiß, welche Konsequenz sein Handeln für sich, die anderen und die Umwelt hat, kann trotz gesellschaftlichen Denkens nicht verantwortungsvoll sein und er wird auch nicht die Verantwortung übernehmen, die jedem einzelnen obliegt. Verantwortung ist nicht, was andere tun oder nicht tun. Verantwortung ist das, was der Einzelne tut. Wer unbewusst lebt, lebt verantwortungslos.