Subventionen

Weil Subventionen allgemein von staatlichen oder kommunalen Organen und somit mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, ist es, oder sollte es unweigerlich das Ziel von Subventionen sein, Handlungen derart zu beeinflussen, dass sie helfen, den Nutzen für die Öffentlichkeit, sprich für die Gemeinschaft, zu maximieren.
Subventionen sind aber weitaus schwächer als andere Steuerelemente des Staates wie Verbote und Gebote. Subventionen sollen die davon Angesprochenen zu einem gewünschten Verhalten verleiten, indem sie belohnt werden. So wird zwangsläufig eine Summe festgelegt, die für eine Maßnahme ausgeschüttet werden soll, so dass die erhoffte Anzahl an Maßnahmen durchgeführt werden wird. Das macht Subventionen zu einem bisweilen sehr ineffizienten und kostenaufwändigen Mittel um gewisse gesellschaftliche Interessen durchzusetzen, denn der Handlungsträger muss all seine Unkosten mehr als kompensiert bekommen, damit er dazu bereit ist, die Subventionen und die damit eingehenden Verpflichtungen zu akzeptieren. Als Unkosten können objektive monetäre aber auch subjektive Kosten auftreten und in letzterem besteht eine bedeutende Gefahr der Ineffizienz von Subventionen.
Eine stark gegenwartsbezogene Zeitpräferenz der Entscheidungsträger, Erwartung einer hohen Rendite auf Kosten der Gesellschaft, sowie eine starke Risikoaversion führt dazu, dass die Renditeforderung extrem überhöht ist, damit selbst im ungünstigsten Fall ein Gewinn erzielt werden kann – Risikoübernahme durch die Steuerzahler. Sind diese Effekte stark ausgeprägt, ist es meist vorteilhaft, wenn der Staat auf die Ausschüttung von Subventionen verzichtet und entsprechende Projekte – falls möglich – selbst realisiert oder sich um andere Maßnahmen bemüht.
Bei Subventionen wird es einige wenige geben, die genau die Summe erhalten, die nötig wäre sie umzustimmen. Alle anderen, die im Sinne der Subvention handeln erhalten mehr als dazu nötig wäre. Das bedeutet, dass zwangsläufig ein Teil der Subventionen wirkungslos bleiben muss. Ein weiterer Teil der Subventionen wird durch den Aufwand aufgezehrt, der nötig ist, um die Subventionen zu erhalten und auch von der Ungewissheit, ob, wann und in welcher Höhe die Subventionen anfallen werden. Auch müssen alle subjektiven Kosten, die in die Entscheidungsfindung einfließen kompensiert werden. Das kann der Umstand sein, dass man von einer alten, vertrauten Technologie wechselt, dass einem die Farbe nicht gefällt, dass man nicht als Idealist angesehen werden möchte oder dass sichtbar wird, dass man Subventionen erhält und einem das unangenehm ist – dann muss man deshalb von den Subventionen dafür entschädigt werden. Abgesehen von den ausgezahlten Subventionen ist der finanzielle Aufwand, um die Subventionsanfragen zu bearbeiten und auszuschütten enorm groß und auch dieser Betrag verpufft ohne in irgendeiner Weise eine positive Wirkung zu erzielen. Im Gegenteil Papier und Energie wird vergeudet und die Umwelt belastet.
Ein Beispiel für wahnwitzige Subventionen kann das Benzinsparen sein. Hier kann vermutet werden, dass Subventionen eher ineffizient wären, entsprechend der Argumentation von zuvor. Auch wenn hier Steuern ebenso wenig Wirkung zeigen, ist doch jeder verbrauchte Liter Benzin in der Lage neben seinen gesellschaftlichen Kosten auch gesellschaftlichen Nutzen zu stiften indem dadurch gesellschaftliche Interessen finanziert werden können. Jeder der gesellschaftliche Kosten verursacht, zahlt proportional zu den Kosten, die er verursacht – es gibt keine gerechtere Verteilung. Handelt er im Sinne der Gesellschaft wir er dadurch belohnt, dass andere einen Teil seiner Finanzierung der Staatsausgaben übernehmen.
Dennoch denkt der Staat, dass es lohnenswert ist sparsame Autos zu subventionieren, die theoretisch auf dem Papier Benzin einsparen. Die Wirkung hängt aber vom Fahrstil des Fahrers ab und davon wie viel dieser fährt. Eine Benzinsteuer kann hier sehr präzise unterscheiden, eine Subvention nicht. Die vernünftige Lösung wird aber nicht realisiert, weil die Gesellschaft unwissend und unvernünftig ist und es den Politiker Wahlstimmen kosten.
Überall dort, wo sehr hohe externe Kosten durch Ressourcen¬verschwendung und Umweltbelastungen anfallen, sind Steuern wirksamer und gerechter als Subventionen, weil jeder entsprechend seines Verhaltens bestraft oder belohnt wird.
Andererseits konzentrieren sich Subventionen im Energie- und Umweltbereich auf einzelne Technologien aber nicht auf das Nutzerverhalten, sodass die Reboundeffekte ungemindert zugelassen werden. Frei nach dem Motto: Es ist egal, wenn Energie vergeudet wird, solange dies effizient getan wird.
Subventionen sind verführerisch leicht zu verteilen und zu versprechen. Von den Empfängern werden sie stets befürwortet, was insbesondere bei einer flächendeckenden Verteilung sehr problematisch ist – es ist das Gift unserer Gesellschaft, eine Droge – wenn sie den Empfängern weggenommen wird, werden sie schreien, weil sie nicht verstehen, dass sie ohne sie besser dran wären.
Subventionen sind unbedingt nur als präzise Anreize zu verstehen und nicht im Gießkannenprinzip zu verteilen, erst recht nicht als Droge, damit Politiker gewählt werden. Subventionen sind Gelder der Gemeinschaft – sie müssen der Gemeinschaft dienen und nicht einem Selbstzweck.
Wir subventionieren, weil wir an die freie Marktwirtschaft glauben, aber nicht wollen, dass sie funktioniert – auch wenn dadurch die Gesellschaft profitieren würde.
Ich persönlich denke, dass ein Großteil der Gesellschaft und die Mehrheit der Politiker noch nicht verstanden haben, wie mächtig und gleichzeitig wie gefährlich Subventionen sind. In gewisser Weise sind Subventionen das Antibiotika der Politiker, welches diese gegen alle Symptome verschreiben.

Recycling

Viel vom dem, was wir konsumieren, hinterlässt Müll. Ein großes Problem liegt allein schon darin, dass wir es pauschal als Müll bezeichnen und dementsprechend geringschätzig behandeln. Dabei ist vieles von diesen Überbleibseln unseres Konsums durchaus noch in irgendeiner Form ein Wertstoff – es sei denn wir behandeln es als Müll und schmeißen es achtlos weg.

Recycling in der Öffentlichkeit
Recycling in der Öffentlichkeit

Aus diesem Grund sind das Bewusstsein unserer Gesellschaft und das seiner Individuen von besonderer Bedeutung. Es ist wichtig, wie wir mit diesen Wertstoffen umgehen, damit einerseits die Potenziale, die darin stecken, genutzt werden und andererseits sich nach und nach die Produktionsketten unseren Bedürfnissen anpassen.

Weil für ein Individuum der Nutzen aus seinem umsichtigen Verhalten nahezu null ist und sich fast ausschließlich aus seinem besseren Gewissen zusammensetzt, ist vor allem ein sensibilisiertes Gewissen und ein gesteigertes Bewusstsein gegenüber den Werten für die Gesellschaft und die Umwelt von Bedeutung. Aus dieser Sicht ist es für Individuen unabdingbar ein klares, konfliktfreies und konsequentes gesellschaftliches Handeln wahrzunehmen.

Auf der anderen Seite muss auch berücksichtigt werden, dass ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Wertstoffen für viele mit großen Komforteinbußen verbunden ist. Denn den Abfall zu trennen kostet Zeit und Mühe und ist in jedem Fall aufwändiger als schlicht die Schutttonne zu öffnen und alles zusammen weg zu werfen.

Deshalb ist es einerseits wichtig, die empfunden Kosten zu reduzieren, indem ein flächendeckendes und kostenloses Entsorgungssystem vorhanden ist, das es jedem Einzelnen leicht macht, Wertstoffe zu trennen. Andererseits ist eine weitgreifende Öffentlichkeitsarbeit notwendig, die die moralischen Kosten erhöht, falls weiterhin nicht unsere Ressourcen geschont werden. Ebenso sind die Kosten für Restmüll durchaus hoch anzusetzen, um ein Einsparpotenzial für jene zu schaffen, die sich gesellschaftsorientiert verhalten.

Es gibt keine Rechtfertigung Recyclingcenter zu errichten oder zu betreiben, die Kosten für private Personen verursachen, wenn sie diese nutzen. Ebenso wenig darf eine Biomülltonne,  Papier- oder Glasentsorgung, noch blaue Säcke von Valorlux von den Kommunen genutzt werden, um Geld einzunehmen.

Dies würde einen falschen Anreiz schaffen und eine völlig verkehrte Botschaft senden. Dadurch zeigt sich, dass es eben doch kein gesellschaftlich verfolgtes Interesse ist. Das eigentlich benötigte Signal der Notwendigkeit verkommt zu einem: „Man kann es tun, wenn man Idealist ist.“ Jenen, die diese Mühe ablehnen und es sich nicht zumuten lassen wollen, wird es so einfach gemacht, sich die Gewissensbisse klein zu reden.

Eine ebenso fahrlässige Botschaft findet im öffentlichen Raum statt. Obwohl uns der Staatsapparat durch etliche Initiativen versucht zu sensibilisieren, zu Hause und in der Schule unseren Abfall zu trennen und uns des Wertes der Rohstoffe bewusst zu werden, scheitert es in der Öffentlichkeit an der notwendigen Konsequenz. In Parks, bei Sitzbänken längs Wanderwegen oder auf Bürgersteigen und gar auf Bus- und Bahnhaltestellen zeigt sich das triste Bild der Unvernunft. Statt der Möglichkeit zu trennen, finden sich – oft genug überfüllte – Mülltonnen, die den Wert der Ressourcen verkennen lassen.

Wo, wenn nicht in der Öffentlichkeit zeigt sich, wie wir als Gesellschaft handeln. Hier wird jeden Tag unmissverständlich gezeigt, dass Mülltrennung eine private Angelegenheit für Idealisten ist, die, wenn sie denn wollen, zu Hause bewusst leben können und in ihrem Keller ungesehen Recyceln dürfen. Nebst der verfehlten Botschaft werden jene, die sich in ihrem Verhalten zu Hause verbessert haben, in ihrer Gewohnheit gestört, oder schlimmer gar, es wird verhindert, dass es zur Gewohnheit wird. Abermals zeigt sich jenen, die sich der Bequemlichkeit willen weigern verantwortungsbewusst zu handeln: Sieh doch, es ist kein gesellschaftliches Interesse. Und außerdem, was kann einer allein schon ändern.

logo-einab

Dieser Beitrag ist auch zu finden bei: einfachnachhaltigbesserleben.blogspot.de

Verkehrsampeln

Verkehrsampeln sollen helfen den Verkehr zu regeln, und die Sicherheit deutlich zu erhöhen, indem sie ein Verkehrschaos verhindern. Unter anderem dadurch, dass sie Vorfahrten deutlich kennzeichnen und zeitlich variieren. Obwohl Rotphasen den Verkehr teilweise hemmen, ist es dennoch das Ziel, diesen möglichst reibungsfrei am Fließen zu halten. So sollen Ampeln helfen, dass Kreuzungen zu weniger Staubildungen führen und Begegnungen von unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer wie Automobilen, Fahrrädern und Fußgängern sollen harmonisiert werden.

Dabei sollte sich die Funktion von Verkehrsampeln auf das Regeln und Signalisieren der Vorfahrten beschränken. Allerdings sind die Rotphasen für unnötige Wartezeiten und Störimpulse im Verkehr verantwortlich.

Aus diesem Grund wird bei einigen Straßenkreuzungen versucht, auf die Ampeln zu verzichten und stattdessen einen Kreisverkehr zu integrieren, der individuelle Lösungen ermöglicht, ohne dass eine höhere Instanz regulierend eingreift oder ein Stillstand nötig ist, wenn die Verkehrsdichte es erlaubt. Ein Kreisverkehr kann jedoch nicht überall als Lösung herangezogen werden, deshalb muss versucht werden, die negativen Auswirkungen von Verkehrsampeln gering zu halten oder Ampeln anderweitig überflüssig zu machen.

Dort, wo der Verkehr durch Ampeln geregelt wird, gilt, wie in so vielen Bereichen, so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Hier ist damit die Dauer der Rotphasen gemeint. Die Verkehrslichter sind Hierzulande meist für ein Szenario optimiert. Das ist der Verkehr zu den Stoßzeiten, wenn ohne die Ampeln Chaos herrschen würde. Dennoch werden die Meisten die Situation kennen, vor einer roten Ampel zu warten und zu sehen, dass die Kreuzung völlig frei ist und der letzte Wagen längst dorthin eingebogen ist, wohin dieser wollte. Dass man in einer solchen Phase warten muss, liegt nicht an irgend einer Notwendigkeit, sondern einzig und allein an der Unfähigkeit der Vorfahrtsregulierung, sich an die tatsächliche Situation anzupassen. Sei es, dass aus einer Seitenstraße nur ein Fahrzeug rausgefahren ist oder die Ampel ein monoton wiederkehrendes Programm abspult und nicht merkt, wo Fahrzeuge warten.

Auch ist es oftmals nicht nötig, den Verkehr anzuhalten, nur weil einzelne Fahrzeuge rechts abbiegen wollen. Klar ist, umso geringer die Verkehrsdichte, umso sinnfreier werden die Signale der Verkehrsampeln. Dadurch wird in der Summe die Wartezeit für alle vergrößert und – was noch viel wichtiger ist – die Anzahl der Stopp- und Anfahrvorgänge wird erhöht. Das muss nicht sein. Auf allen Kreuzungen sind auch Vorfahrtsregeln vorhanden, die dann gelten, wenn die Verkehrsampeln außer Betrieb sind (oder blinkendes Orange), ab dann hat die Hauptverkehrsrichtung Vorfahrt und andere Verkehrsteilnehmer, die ohnehin stehen bleiben müssen, können sich individuell anpassen. Notfallregelungen, falls ein Fahrzeug zu lange steht sind einfach zu integrieren. Diese Möglichkeit wird mehr und mehr in der Nacht angewendet, indem die Ampeln nach 23 Uhr oder 1 Uhr auf blinkendes Orange geschaltet werden.

Dies ist aber wiederum eine starre Regelung, die bei dem heute vorherrschenden Verkehr nicht mehr zeitgemäß ist.

Auch muss bedacht werden, dass Rotphasen zwar notwendig sind, um den Verkehr teilweise anzuhalten, aber haben Verkehrsampeln nicht umsonst drei Signalfarben. Mit diesen kann klar kommuniziert werden, ohne dass sich dabei auf rot-grün beschränkt werden muss. Ebenso wie Orange genutzt wird, um eine Rotphase anzukündigen, kann orange-blinkend darauf hinweisen, dass alle übrigen relevanten Fahrspuren Rot haben und dort kein neuer Verkehrsteilnehmer auf die Kreuzung oder den Zebrastreifen darf. Demjenigen der orange-blinkend sieht, wird nicht die Vorfahrt erteilt, sondern die Erlaubnis gegeben, die Kreuzung zu befahren, wenn der letzte Abbieger oder Überquerer sich eingeordnet hat, oder nicht mehr die Fahrspur kreuzt.

Auf diese Weise kann auf Totphasen verzichtet werden, in denen jeder Rot hat und niemand auf der Kreuzung ist. Eine wichtige Änderung wäre dies vor allem bei Zebrastreifen, die Alleinverursacher für Rotphasen sind. Hier wird auf den unwahrscheinlichen Fall, der langsamstmöglichen Straßenüberquerung hin die Rotphase für Fahrzeuge ausgelegt. Dies führt zu dem Resultat, welches den Meisten aus dem Alltag bekannt sein dürfte, dass ein Passant die Ampel betätigt, die Straße überquert und der Automobilist selbst dann noch stehen bleiben muss, wenn der Fußgänger sich bereits 20 bis 30 Meter vom Zebrastreifen entfernt hat. Gar noch schlimmer wird es, wenn Fahrzeuge anhalten müssen, obwohl der Fußgänger die Straße bereits überquert hat. Vor allem kann sich dies in Stoßzeiten potenzieren, dann nämlich, wenn Autos vor einem „leeren“ Zebrastreifen stehen und herannahende Fahrzeuge verfrüht oder unnötig Bremsen müssen. Selbst wenn dann die ersten bereits weiterfahren, kann sich die Schlange nicht schnell genug auflösen und erzwingt immer neue unnötige Bremsungen.

Geht man nun hier hin und versucht, technische Lösungen zu suchen, die sich noch besser anpassen können, dann sucht man nach einer Smartlösung für Stupiduser. Das kann nicht unser Ziel sein. Denn wenn wir, zumal im Straßenverkehr ein Problem mit Stupidusern haben, dann müssen wir das Problem der unverantwortlichen Nutzern angehen. Es kann nicht sein, dass Regelungen so gestrickt sind, dass der Menschenverstand unerwünscht ist. Auf jeden Fall brauchen wir adaptive Regelungen und Steuerungen im Straßenverkehr, weil die Potenziale sind enorm und für unsere Gesellschaft extrem wichtig – sei es aus energetischer und Umweltsicht, sei es aus Zeit- und Stressgründen.

Angenommen es sind am Tag nur 200 000 Autos auf der Straße und jedes müsste täglich nur eine Sekunde weniger vor einer einzigen roten Ampel stehen, dann entspricht das im Jahr einer Wartezeit von 845 Tagen. Das allein verursacht ein Benzinverbrauch von 4 055 Litern. Das ist so viel, als wenn ein Auto 67 500 km fährt. Würde von diesem Verkehr jedem Auto einmal am Tag auch nur eine einzige Rotphase erspart bleiben, dann würde dies ohne den Stillstand zu berücksichtigen zu einer Benzineinsparung von 893 000 Litern pro Jahr führen (oder einer Fahrleistung 14,9 Millionen km = 372 mal um die Welt) Es ist an sich unbegreiflich, wie es Politiker geben kann, die behaupten Individualverkehr wäre ein Problem, weil dadurch zu viel Benzin verbraucht wird, wenn gleichzeitig ein solch einfaches Potenzial auf der Straße liegen gelassen wird. Vor allem würde es der Gesellschaft in mehrfacher Hinsicht zu Gute kommen, wenn der Verkehrsfluss optimiert würde, anstatt Geld für Werbekampagnen auszugeben, die einen auffordern den Bus zu nehmen. In Deutschland gibt es Orangephasen die Grün ankündigen, in Weißrussland zählt gar ein Countdown runter, damit der Verkehr schneller ins Rollen kommt, in Holland gibt es Fahrradwege, die Straßen kreuzen, ohne eine Ampel zu benötigen und in der Schweiz wissen die Kreuzungen von wo der Verkehr angerollt kommt. Umweltschutz bedeutet nicht immer, alles zu verbieten, es bedeutet einfache Optimierungspotenziale als Erstes auszuschöpfen. Es bedeutet Regelungen zu finden, die den Menschenverstand unterstützen und ihn nicht verbieten.

Lüftungsanlagen

Ob Lüftungsanlagen nun energetisch sinnvoll sind oder nicht, sie ermöglichen doch einen Komfort, der anders nicht möglich wäre. So entfällt größtenteils der Bedarf, das Fenster zu öffnen. Geruchsstoffe und Feuchtigkeit werden automatisch auf einem niedrigen Niveau gehalten und kalter Durchzug ist nicht notwendig. Auch kann man als Vorteil ansehen, dass die Frischluft durch einen Filter von etlichen Schwebstoffen befreit wird, so gelangt weniger Staub in die Wohnung.
Vergessen sollten die Konsequenzen und Risiken dabei aber nicht werden. Dies hat weniger mit den Anlagen an sich zu tun, als vielmehr mit dem Verständnis von und dem Umgang mit dieser Technik. Eine zunehmende Technisierung unseres Lebens sind wir gewohnt. Dies stellt ohnehin nur eine Seite des Problems dar. Viel problematischer ist die nicht direkt sichtbare und nicht pauschalisierbare Seite, die sich je nach Planung, Installation und Wartung zeigt oder zeigen wird. Schwierig ist es einerseits, weil Lüftungsanlagen deshalb unnötig in Verruf geraten und vor allem weil andererseits Kritiker als Panikmacher verschrien werden, weil es eben doch Beispiele gibt, wo alles richtig gemacht wurde und die Anlagen vernünftig gewartet und überwacht werden.
Zu oft zeigt sich in der Praxis allerdings ein anderes Bild. Es gibt dabei zwei Ansätze, die Gefahren bergen. Für die einen ist – zumal im Wohnungsbau – die Lüftungsanlage ein Dorn im Auge und es wird auch aus ästhetischen Gründen versucht diese zu kaschieren. Dabei werden nicht allzu selten flexible Rohre eingesetzt, die Rohre hinter falschen Wänden und Decken versteckt oder schlimmer noch in den Beton oder Estrich eingegossen. Hauptsache alles ist versteckt. Für andere erwecken Lüftungsanlagen den Ansporn noch mehr Energie einzusparen und nur dort und dann die Luft auszutauschen, wenn dies erforderlich scheint. Dabei werden Meter um Meter Lüftungsrohre durch das Haus gelegt, die immer kleiner und verwinkelter sich dorthin verirren müssen, wo zeitweise einige Kubikmeter Luft ausgetauscht werden sollen. So ehrenwert dieser Gedanke dem einen oder anderen erscheinen mag, der technische Aufwand darf nicht aus den Augen verloren werden. Es müssen vernünftige und einfache Lösungen angestrebt werden.
Man muss sich nämlich bereits vor der Planung bewusst sein, dass das gesamte Lüftungsnetz auch von Zeit zu Zeit gereinigt werden können muss – zumindest aber das Zuluftnetz. Werden Flexrohre mit ihren Rillen eingesetzt, können sie getrost jeden Gedanken diese zu reinigen aufgeben. Auch wird es kaum möglich sein, versteckte Rohre zu reinigen, die nicht formstabil und planlos hinter Vorwänden und falschen Decken versteckt worden sind. Sind Biegungen nicht zu vermeiden müssen die Teilabschnitte über Revisionsöffnungen erreichbar sein. Auch sieht man auf Baustellen ein Wunderwerk an unterschiedlichen Profilen und Übergängen, damit die Lüftungsrohre auch möglichst in jede Ecke gedrückt werden können, egal ob eckig oder Oval. Hauptsache das Ganze ist anschließend von außen Hui und wer sollte sich schon an etwas stören, was nicht zu sehen ist?
In letzter Zeit hört man zunehmend Planer sich beschweren, was die Lüftungsanlagen für negative Konsequenzen haben und dass die Regulierung diesbezüglich Wahnsinn ist. Allerdings gründen die Probleme allesamt nicht aus der Regulierung, sondern leider aus der planlosen Installation des Systems. Eine Lüftungsanlage darf nicht nur als Mittel verstanden werden, Energie einzusparen, sondern vor allem auch als Komfort. Ein einfacher Wartungsbedarf mit einer kontinuierlich gewährleistbaren Hygiene über viele Jahre gehört ebenso dazu, wie Nutzer, die wissen, dass es Fenster gibt und man den Volumenstrom der Anlagen regeln kann – und sie auch ausschalten kann. Obwohl es bisweilen gefordert wird, ist es nicht die Regulierung, die sich ändern muss, sondern die Konzepte der Planer und das Bewusstsein der Nutzer, sich entsprechend sorgsam um die Anlage zu kümmern, damit hygienische Probleme ausgeschlossen werden können. Dennoch gilt: Wer in Wohngebäuden oder in gängigen Funktionalgebäuden ein Konzept vorzieht indem 100 % des Luftbedarfs über Lüftungsanlagen abgedeckt wird, der tut vieles, aber weder energiesparen, noch die Umwelt schonen. Er nutzt vielmehr Technik um ihrer selbst willen und setzt Material ein, weil Vernunft nicht von Interesse ist. Dieses Verständnis muss sich ändern.

Abriss gut integrierter Gebäude

Ein weiterer Aspekt bei älteren Gebäuden ist oftmals der völlig unterschiedliche Bezug zur Lebensdauer. Werden demgegenüber Gebäude insbesondere aus den 60-iger und 70-iger betrachtet, so ist es hier meistens hinfällig, sich über eine Renovierung Gedanken zu machen. Bezüglich Schallschutz ist wenig investiert worden. Der Energieverbrauch und die Bausubstanz sind kurzfristig geplant und entsprechend ist gebaut worden. Die Architektur ist mit minimalistisch wohlwollend umschrieben. Nicht so bei Gebäuden, die bereits um die hundert Jahre oder länger stehen. Sie sind gebaut worden, um solide stehen zu bleiben. Zweihundert, dreihundert Jahre Nutzungsdauer, das bedeutet Materialien mit langer Lebensdauer zu nutzen. Das ist kein Vergleich mit dem, was vor einem halben Jahrhundert gebaut wurde und nicht mit dem, was heute errichtet wird. 15-20 cm Mauermerk eingeklebt mit Styropor. Kaum vorstellbar, dass einer das alle 40 Jahre neu mit Styropor einkleidet, dann vielleicht doch lieber zwischendurch den Abreishammer schwingen.

Was macht ein altes Gebäude aus? Ein wichtiger Faktor ist, dass sich alte Gebäude bewährt haben, denn ansonsten würden sie längst nicht mehr stehen. Zwar gibt es einige Mängel bezüglich Komfort und Energieverbrauch. Aber vieles davon lässt sich leicht beheben. Undichte Fenster und Türen sowie nicht gedämmte Dächer stellen bei der Sanierung keine große Herausforderung dar. Ohnehin sind alte Gebäude weit weniger schlecht als ihr Ruf, was sich insbesondere dann zeigt, wenn nachträgliche Energiesparmaßnahmen nicht den versprochenen Erfolg aufweisen können. Eine andere negative Eigenschaft, dass nämlich die Räume oft klein und dunkel sind, lässt sich nur bedingt verbessern, wenn es sich um historisch wertvolle Wohngebäude handelt. Hier ist es aber auch eine Geschmacksfrage und mit dem individuell empfundenen Charme aufzuwiegen. Bei alten Scheunen und Ställen sollte das allerdings in den wenigsten Fällen ein Problem sein.

Von hohem Wert jedoch sind die darin enthaltenen Materialressourcen, die ohne großen Aufwand an neuem Material, Arbeit und Energie verwendet werden können. Auch spricht das Konzept der Dauerhaftigkeit dafür, dass das Gebäude mit den darin verbauten Ressourcen noch lange genutzt werden kann.

In diesem Kontext wird immer häufiger auch von der grauen Energie gesprochen. Doch ist dies in unseren Augen zu eindimensional gedacht, denn abgesehen von Energie, die durchaus regenerativ und schadstoffarm gewonnen werden kann, ist dies bei vielen Materialien nicht der Fall. Das Abbruchmaterial muss mittels dem schadstoffintensiven Transportsektor zur Deponie geführt werden, die ihrerseits große Flächen beansprucht. Auf der anderen Seite müssen neue Materialien gewonnen werden und dies bedingt den Raubbau in neuen Gebieten. Hier nur die graue Energie zu berücksichtigen bedeutet, vorhandene Potenziale nicht wertzuschätzen.

Alte Gebäude sind äußerst massiv errichtet worden, weil das oberste Gebot Standhaftigkeit war und nicht mittels Rechnungen optimiert worden ist. Dies führt zu einem thermischen Vorteil, der bei modernen Gebäuden oft aufgegeben wird, und insbesondere im Sommer eine Überhitzung vermeidet und ebenso im Winter eine größere Robustheit gegenüber kurzfristigen Kälteeinbrüchen aufweist. Das bedeutet zwar nicht, dass alte Gebäude energetisch überlegen sind, aber es stellt durchaus einen weiteren Vorteil dar, den man sich zu Nutzen machen kann.

Eines sollte zumindest jedem klar werden. Bestandsgebäude sind ein enorm großes Materiallager, welches uns schadstoffarm und anwendungsbereit zur Verfügung steht. Es gilt mehr als nur die Frage des Sparens von Energie zu beantworten. Über allem steht nämlich nur ein Grundgedanke: Die effiziente Nutzung unserer Potenziale. Und ja, Gebäude sind für etwa 40% unseres Energieverbrauches verantwortlich. Ebenso beanspruchen sie allerdings auch 50% unseres Materialkonsums und sind für 60% unserer Abfalls verantwortlich.

Reboundeffekt

Ein Grund für unseren heutigen Lebensstil ist der Reboundeffekt. Wenngleich nun viele einwenden würden, dass der technische Fortschritt und die immer weiter getriebene Entwicklung für unseren vorhandenen Komfort zuständig ist, so muss man dem entgegnen, dass diese Aussage nur partiell zutreffend ist. Ohne den Reboundeffekt würden die Gesellschaft einen Großteil der technischen Fortschritte nicht annehmen. Hieraus würde resultieren, dass das Streben nach der Entwicklung immer leistungsstärkeren Produkten nicht vorhanden gewesen wäre. Ohne das Streben nach ebendiesen Neuerungen hätten wir auch nicht den gewünschten Komfort.

Der Reboundeffekt tritt meistens dann auf, wenn auf unterschiedlichste Weise eine Effizienzsteigerung errungen wird. Nun sind etliche der Meinung, dass durch eine solche Effizienzsteigerung Energie eingespart würde. Meist stimmt es gar bei einzelnen Geräten, aber in der Summe wird ein beachtlicher Teil der Effizenzsteigerung durch steigende Komfortansprüche aufgezehrt.

Es sind unterschiedliche Denk- und Handlungsweisen, die dazu führen. Ein klassisches Beispiel ist dabei die Lichtproduktion. Durch die Entwicklung von Glühbirnen zu Energiesparlampen bis schließlich zur LED konnte immer effizienter Licht erzeugt werden, folglich müsste relativ zur Effizienzsteigerung der Stromverbrauch gesunken sein. Der Reboundeffekt macht aber einen Strich durch die Rechnung. Wenn nämlich weniger Strom gebraucht wird, um Licht zu erzeugen, warum dann nicht mehr Flächen ausleuchten? Den Garten, den Fischteich oder gleich die Hauswand? Wenn man sonst eine Schreibtischleuchte hatte, kann man jetzt mit der gleichen Strommenge den ganzen Raum beleuchten. Wenn das Licht nicht mehr so viel kostet, nun, warum sollte man sich dann die Mühe machen, jedes Mal das Licht auszumachen, wenn man den Raum verlässt? Natürlich spricht dies nicht gegen Effizienzsteigerungen, aber es verdeutlicht, dass sie selten so viel Energie sparen, wie oft propagiert wird. Das grundsätzliche Problem lässt sich sehr einfach anhand eines Gedankenganges zusammenfassen.

“Wenn Effizienzsteigerungen dazu führen, dass ich weniger verbrauche, warum können wir es denn nicht so machen, dass ich gleich viel verbrauche und dafür mehr Komfort erhalte?” Dieser Gedanke ist es im Grunde, der einen Großteil des Reboundeffekt verursacht, wobei er selten bewusst gedacht wird, sondern nur in unseren Handlungen zum Ausdruck kommt.

Autos werden immer effizienter. Was folgt ist, dass wir größere, stärkere und schwerere Autos kaufen – die gleichviel verbrauchen. Wir bauen Passivhäuser und verzichten deshalb auf einen Pullover im Winter und heizen lieber auf 26 °C. Wir installieren Lüftungsanlagen um im Winter Wärmeenergie einzusparen und lassen diese im Sommer laufen, um kein Fenster aufmachen zu müssen – und verbrauchen Strom.

Manchmal sind die Reboundeffekte derart dominant, dass eine Effizienzsteigerung dazu führt, dass noch mehr Energie verbraucht wird – wenn das passiert, spricht man von Backfire.

Die Erdölindustrie hat es wieder einmal geschafft, effizienter zu werden und kann nun kostengünstig aus Ölsanden oder mittels Fracking Erdöl gewinnen und den Energiemarkt überschwemmen. So sorgt Effizienz dafür, dass Energie günstiger wird, der Anreiz Energie zu sparen sich verringert und sparende Investitionen werden unwirtschaftlich.

Ein Handy vor 20 Jahren wurde als groß empfunden, der Akku musste wöchentlich aufgeladen werden und es wurden freudig kleinere und effizientere Modelle erwartet. Bis die Handys so effizient wurden, dass sie einen Computer teilweise ersetzen konnten und Mobiltelefone größer und größer wurden und täglich den Akku – der wesentlich mehr Energie speichern kann – leersaugen. Das Internet muss mobil werden und so werden überall Sendestationen errichtet und immer größere Server regeln die Datenfluten und es werden milliardenfach Daten ausgetauscht, Bewegungs- und Nutzungsprofile ausgewertet und gespeichert. Das ist das, was uns in Verbindung mit Effizienzsteigerungen dazu gebracht hat, so zu leben, wie wir leben. Wenn wir dies nicht hinterfragen, werden wir mit Effizienzsteigerungen nicht unseren Energiekonsum reduzieren, sondern immer neue Bereiche unseres Lebens technologisieren. Elektrisch betriebene Solowheels nehmen uns das zu Fuß gehen ab, damit wir abends nicht zu müde sind, um auf einem elektrisch betriebenen Laufband im Fitnessstudio unseren Körper zu stählen, bevor wir aufgrund des Muskelkaters die elektrische Zahnbürste verwenden.

logo-einab

Dieser Beitrag ist auch zu finden bei: einfachnachhaltigbesserleben.blogspot.de

Unzureichende Kontrollen

Ein anderes Problem, unabhängig von dem Strafmaß, sind die Kontrollen. Nicht alles was nützlich wäre kann auch kontrolliert werden, weil es mit einem zu hohen personellen Aufwand verbunden wäre, oder aber einzelne unbescholtene Bürger zu sehr belästigt würden. Letzteres ist auch ein Grund warum der Entzug des Führerscheins nur bedingt Wirkung zeigen würde. Es ist sehr wohl möglich jahrelang ohne Führerschein zu fahren ohne erwischt zu werden, wie es prominente Beispiele zeigen.

Geschwindigkeitskontrollen sind zwar ohne Weiteres durch die Polizei oder automatische Blitzer durchführbar, aber bei anderen Verkehrsdelikten wie zu dichtem Auffahren, Drängeln, riskanten Überholmanövern, die dann vermehrt vorkommen, wenn keine Polizei in der Gegend ist, wird es weitaus schwieriger. Auch ist es schwierig, durch ein zwangsläufig lückenhaftes Kontrollsystem mutwillige Serientäter von jenen unterscheiden, die ein Schild übersehen haben. Dadurch, dass Wiederholungstäter härter bestraft werden, lässt sich zwar eine gerechtere Strafe erzielen, allerdings bleibt immer noch Vieles im Dunkeln.

Dort wo das Kontrollsystem blind ist, ließen sich die Delikte effektiver offenlegen, wenn eine Art Strafanzeige von anderen Verkehrsteilnehmern sehr leicht erstellt werden und registriert werden könnte. Natürlich dürfte diese nicht zu einer direkten Bestrafung dessen führen, der angezeigt wurde, weil die zivile Bevölkerung keine exekutive Gewalt erhalten darf. Jedoch sollten die Anzeigen, falls sie sich häufen (von unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern) dazu führen, dass der Angeklagte einerseits darüber informiert wird, und im Falle, dass er der Polizei wegen des gleichen Deliktes auffällig wird, mit einem Vielfachen des Basisbußgeldes geahndet werden, so als ob ein Wiederholungstäter wäre. Die Anzeigen aus der Zivilbevölkerung würden als Bewährungsstrafe gewertet, wobei jene Anzeigen von notorischen Anzeigern natürlich kaum gewichtet werden dürften. Ebenso jene aus der Nachbarschaft oder wenn die Selben fortwährend von den gleichen angezeigt würden oder gewisse Netzwerke von Personen, die die gleichen Personen anzeigen. Es würde zwar einen gewissen Aufwand bedeuten, um die geeigneten Strukturen und Regeln zu schaffen, aber dann wäre der Krieg auf den Straßen bald vorbei und ein Verbot wäre ein Verbot.

Bußgelder im Straßenverkehr

Zu den Bereichen unseres Lebens die sehr strikt mit Ge- und Verboten geregelt sind, gehört der Straßenverkehr. Nicht nur fixe Regeln beeinflussen dort unser Verhalten sondern auch Technik in Form von Verkehrsampeln und mittels Fernüberwachung adaptierten Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Der gesamte Aufwand und die Einschränkungen persönlicher Bewegungsfreiheit haben triftige Gründe. Es soll so weit wie möglich unser aller Sicherheit schützen. Auch ist, oder sollte es ein Ziel sein, den Verkehr möglichst am Fließen zu lassen, sodass möglichst alle Teilnehmer ihr Ziel zügig und stressfrei erreichen. Die Einhaltung der Verbote hat eine hohe gesellschaftliche Relevanz, denn dadurch, dass einzelne sich nicht an die Regeln halten, gefährden sie sich selbst, und, was weit schlimmer ist, auch andere. Ihr Verhalten führt zwar dazu, dass die einzelne Person oft etwas schneller am Ziel ist, jedoch auf Kosten der Allgemeinheit, die statistisch betrachtet deshalb länger braucht, um ihr Ziel zu erreichen. Das bedeutet, dass die Verbote dazu da sind, egoistisches Verhalten einzuschränken, sodass das Verhalten einzelner weitestgehend den gesellschaftlichen Interessen folgt. (Ausnahme siehe: Verkehr oder Schikane)

Das bedeutet aber auch, dass die Verkehrszeichen mit den einhergehenden Verboten nicht dazu da sind, die Landschaft zu verschönern, sondern damit sich an die Regeln gehalten wird. Daraus lässt sich aus der Erläuterung des vorangegangenen Textes schließen, dass die Bußgelder und Strafen Wirkung zeigen müssen.

Es ist nicht damit getan, Bußgelder auszustellen und es ist auch nicht das Ziel, die Staatskasse aufzubessern. Im Prinzip kann daraus, dass Bußgelder oft ausgestellt werden, geschlossen werden, dass die Strafen nicht ausreichend hoch sind – weil sie keine Wirkung zeigen. Bei geringfügigen Verstößen wäre dies duldsam, da es nur geringe Auswirkungen auf die gesellschaftlichen Interessen wie Verkehrssicherheit, stressarme Fortbewegung und Ähnliches hat. Aber die Verkehrstoten machen deutlich, dass es eben doch maßgebliche Verstöße mit hoher gesellschaftlicher Relevanz sind, die es zu bekämpfen gilt, und dies eben mit ernstgemeinten Verboten. Deshalb ist es wichtig, die Strafen so zu staffeln, dass es der Gefährdung angemessen ist. Kleine Vergehen müssen auch nur kleine Bußgelder oder schlicht Mahnungen nach sich ziehen. Klare Verstöße, die dagegen zeigen, dass der Verkehrsteilnehmer sich nicht um die Verkehrsregeln schert, müssen so schmerzhaft sein, dass von dieser Person ein wiederholter Verstoß sehr unwahrscheinlich wird. Es muss klar erkennbar sein, dass ein maßgeblicher Verkehrsdelikt mit einer billigenden Inkaufnahme einer fahrlässigen Tötung in mehrfachen Fällen gleichkommt. Weil eine Sicherheitsverwahrung mit zu vielen gesellschaftlichen Kosten verbunden wäre, ist eine Geldstrafe durchaus die bessere Wahl, um eine erziehende Wirkung zu erzielen. Wären Menschen gleich, so könnte man davon ausgehen, dass ein und die gleiche Strafe bei jedem die gleiche Wirkung erzielen würde. Aber das ist bei weitem nicht der Fall, denn das Schmerzempfinden gegenüber Strafen ist für jeden anders. Wo dem einen eine Mahnung Anlass genug ist, sich an das Gesetz zu halten, da beeindruckt den anderen selbst eine Geldstrafe nicht. Manch einer geht sogar so weit, dass er ab und an eine Geldstrafe in Kauf nimmt, um sich so die Freiheit nehmen zu können, ständig schneller zu fahren. Wenn das unser Ziel wäre, dann sollten wir gleich Führerscheine ausstellen, die nebst der Zahlung von einer beachtlichen Summe das Schnellerfahren erlauben. Etwa bei einer jährlichen Zahlung von 1 000 € bekommt der Fahrer einen Stempel (+ 10 %) der es ihm erlaubt immer 10 % schneller zu fahren bei 10 000 €/a darf er 20 % schneller fahren und bei 100 000 € darf er auch durch Rot fahren. Auch wenn es ein derartiges Gesetz nicht gibt, so entspricht dies durchaus der Realität auf unseren Straßen, weil die Verbote nicht ernst gemeint sind.

Dabei gibt es in anderen Ländern bei der Verkehrsordnung Verbote die tatsächlich ernst gemeint sind und bei denen die Bußgelder eine Wirkung erzielen sollen. So werden die Geldstrafen an das Einkommen des Straftäters angepasst, damit unabhängig wie vermögend dieser ist, das Bußgeld auch als solches empfunden wird und nicht als schlechten Witz aufgefasst wird. Wie bei so vielem müssen wir uns bewusst werden, dass wir in einer kapitalistischen Welt leben und das hat Konsequenzen. Hierbei unterscheidet sich unmissverständlich ob die Verbote in der Verkehrsordnung etwas sein sollen, das einem Verbot entsprechen soll oder ob sie besondere Rechte für Wohlhabende darstellen, die es sich leisten können, und wollen. Aber in diesem Fall wäre es leichter, einen Führerschein mit Sonderrechten zu verkaufen, das wäre einfacher und ehrlicher.

Wenn die Verbote ernst gemeint sind, muss ein Wiederholungstäter das doppelte, zehnfache oder tausendfache von dem Grundbetrag zahlen und der Strafbetrag muss solange steigen, bis er es gelernt hat, oder er zahlungsunfähig ist.

Ein anderer Ansatz für Wiederholungstäter wäre die Beschlagnahmung des Fahrzeuges mit anschließender Versteigerung des selben zwischen den Weihnachtstagen und Neujahr, wobei der Erlös an wohltätige Zwecke ginge.

Unwirksame Geldbußen

Geldbußen oder andere Bestrafungen sind oft ein unangenehmes Thema, und man macht sich selten beliebt, wenn man über Bußgelderhöhungen diskutiert. Allerdings gehören sie unabdingbar zu Verboten dazu.

Es scheint es zunächst einmal wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was ein Verbot ist. Einige sind wohl leichtgläubig der Auffassung, dass man das, was verboten ist, nicht tun darf. Nun, das klingt insbesondere in einem Rechtsstaat wie dem Unsrigen sehr vernünftig, allerdings stimmt es nicht. Im Grunde genommen darf man alles Verbotene tun, man sollte nur mit einer Bestrafung rechnen. Diese wie auch immer geartete, empfundene Bestrafung ist der Grund aus welchem wir uns an Verbote oder andere Regeln halten. Es gibt beispielsweise viele Vorschriften, Normen und Verhaltensweisen, die unser tägliches Zusammenleben in der Gesellschaft regeln, an die wir uns aus dem Grund halten, damit im sozialen Miteinander akzeptiert sind und unsere Stellung wahren. Ein Rüpel, der andere beleidigt, verletzt Verbote, die dazu führen, dass er mit sozialer Ausgrenzung bestraft wird. Viele Gesetze befolgen wir, weil es unseren moralischen Ansprüchen an uns selbst genügt und wir uns den Verstoß gegen diese Verbote selbst nicht verzeihen würden.

Vergleichen wir zwei Verbote. Zum einen nehmen wir das Verbot, welches ein sechsjähriges Mädchen seiner Mutter gibt in dem es sagt: „Du darfst meinen Teddy nicht in der Waschmaschine waschen, sonst werde ich böse.“ Zum anderen das Verbot, dass man einen anderen nicht töten darf und welches bei Verstoß zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe führt.

Hier ist es wichtig, dass wir uns vor Augen führen, dass beides unmissverständlich Verbote sind und keines die Handlung direkt verbietet, sondern sie unter Strafe stellt. Beide Handlungen können durchgeführt werden, wenn die Konsequenz als das geringere Übel angesehen wird, weil die Strafe gering ausfällt oder man ihr entgehen kann. Stellen sie sich für einen Augenblick vor die Strafen würden bei diesen beiden Verboten vertauscht werden – glauben sie die Mehrheit der Gesellschaft würde sich noch identisch verhalten? Nicht einmal der Rechtsapparat geht davon aus, dass Verbote dazu führen, dass man sich trotz aller Strafen dazu entscheidet sich an das Verbot zu halten. Deshalb gibt es bei Straftaten, die in hohem Maße relevant sind, Verbote, die bereits das Planen oder den Versuch einer Straftat, wie beispielsweise Mord, unter Strafe stellen.

Nichtsdestotrotz bleibt es bei einer Tatsache. Ein Verbot bedeutet nicht, dass man etwas nicht tun darf und es hat auch keinerlei Wirkung, bis auf jene vorbeugende Wirkung, die durch eine Bestrafung im Falle eines Verstoßes zu erwarten ist. Folglich ist ein Verbot, dessen Bestrafung keinerlei Wirkung zeigt, kein Verbot, sondern ein Witz, ungeachtet dessen, von wie vielen Juristen es aufgestellt worden ist oder welche gesellschaftliche Bedeutung es hat.

Nun ist es wichtig, wie sie Verbot definieren wollen. Wollen sie, dass Verbote etwas sind, an das sich gehalten wird oder wollen sie, dass Verbote Rechte darstellen, die man sich unter Erbringung gewisser Opfer erlauben darf? Für die Meisten wird es völlig in Ordnung sein, dass von Fall zu Fall die eine oder andere Definition Anwendung findet, je nachdem ob es sich um Mord handelt oder darum, ob jemand am Sonntag den Rasen mäht.

Fernwärmenetze

Wir leben in einer sehr dynamischen Zeit, ob auf sozialer oder auf technischer Ebene spielt dabei kaum eine Rolle. Immer wieder heben wir die Globalisierung und Liberalisierung hervor. Aus diesem Grund haben wir beispielsweise das Stromangebot von der Stromlieferung getrennt. Die Monopolstellung der Netzbetreiber, die aufgrund der Komplexität des Stromnetzwerkes kaum anders realisierbar ist, war nicht länger ein Hemmnis für einen offeneren Stromhandel. So konnte sich eine Vielzahl von Stromanbietern aufstellen, die Konkurrenz beleben und den Interessen der Konsumenten weit mehr Gewicht verleihen. Schließlich kann nur derjenige wählen, der eine Wahl hat. Diese Konkurrenz, dieses Angebot von Alternativen ist es, die die Macht des Kapitalismus an den Konsumenten gibt. Besteht ein zu starkes Monopol oder wird dieses gar durch Gesetze geschützt, wird dem Konsumenten die Macht entzogen. In diesem Fall wird der Kapitalismus von den Kapitalgebern beherrscht mit der viel zitierten Folge: Geld kommt zu Geld. Und jeder, der kein Geld hat, muss dafür bezahlen.
In diesem Sinn ist es wirtschaftlich fragwürdig, Gebäuden in einzelnen Gebieten gesetzlich vorzuschreiben, sich an ein vorhandenes Fernwärmenetz anzuschließen. Doch genau das ist in den vergangenen Jahren geschehen – immer mit dem gleichen Argument: Blockheizkraftwerke produzieren umweltschonend Wärme. Dabei weiß man heute, dass BHKW eine Kostenfalle waren, die sich nur aufgrund von Subventionen tragen konnten. Profitiert haben dabei zwei Parteien. Die Betreiber der Fernwärmenetze und jene, die die BHKW gewartet haben. Natürlich wird es auch gerne so dargestellt, dass der Wärmekunde auch profitiert – aber warum dann der Anschlusszwang?
Einmal kann man sich irren, aber wenn es mit System und Unverständnis geschieht, wird es gefährlich. So oder so ähnlich könnte man zusammenfassen was hierzulande und auch im nahen Ausland in Bezug mit Fernwärmenetzen geschehen ist, und manchenorts noch geschieht.
Heutzutage werden bei bestehenden Fernwärmenetzen die BHKW gegen Pelletkessel oder Holzhackschnitzelanlagen ausgetauscht und das Märchen vom Umweltschutz wird weiter erzählt.
Obwohl wir versuchen, unsere Gebäude immer sparsamer zu bauen, lassen wir es dennoch zu, dass Effizienz verloren geht, weil viel zu hohe Temperaturen produziert werden, dass Wärmeverluste das Erdreich aufwärmen und ganzjährig Strom verbraucht wird, einzig mit dem Ziel warmes Wasser über mehrere hundert Meter bis zu einigen Kilometern im Kreis zu pumpen. Wir verbrennen unsere Potenziale, damit auch in Zukunft Stick- und Schwefeloxide im Sommer Smog produzieren und Feinstaub unsere Gesundheit und Lebensqualität gefährdet.
Umweltschutz stelle ich mir anders vor.
Zwei Dinge laufen bei Fernwärmenetzen grundlegend falsch. Einerseits dürfte es keine Anschlusspflicht für Wärmekunden geben und andererseits bräuchte es eine Liberalisierung der Wärmenetze, damit jeder, der fähig und willens ist, Abwärme oder überschüssige Solarenergie einzuspeisen, das auch kann. Wird beiden Forderungen nicht nachgegangen, dann können wir uns einer Sache gewiss sein: Fernwärmenetze sind nur im Interesse der Lobbyisten, zerstören unsere Potenziale und untergraben die Entscheidungsfreiheit einer zusehends sensibilisierteren und verantwortungsbewusster handelnden Gesellschaft.