Wirtschaft 2.0

Wir leben in einer spannenden, aber auch merkwürdigen Welt, mit einer Wirtschaft, die scheinbar alles verwirklichen kann. Kommunismus und Planwirtschaft haben sich nicht bewähren können und wir loben unseren Kapitalismus als effizientes Instrument und Lobbyisten werden nicht müde, uns zu erzählen, dass er sich allein kontrollieren kann und fähig ist, all unsere Probleme zu lösen, da er vor allem eines ist – effizient und effizienzfördernd.

Aber was ist, wenn wir genau hinsehen?

Dann sehen wir, dass wir Gläser herstellen, um darin Lebensmittel zu transportieren und zu lagern, um diese dann nach dem Gebrauch zu zerschlagen, bei 900 °C einzuschmelzen und neu zu formen, weil es zu aufwändig wäre, sie schadfrei zurückzugeben und zu reinigen – gut, dass Energie billig ist. Wir fällen Bäume um daraus Zellulose zu gewinnen und schließlich Papier herzustellen, durch die Gegend zu fahren, um dann die Finger abzutrocknen und drei Sekunden später wegzuschmeißen, um es dann erneut durch die Gegend zu fahren, damit wir uns an dem Gedanken erfreuen, es recyceln zu können. Dabei wäre es so einfach, die Hände elektrisch zu trocknen.

Marmeladenglas_WZ

Aber so richtig absurd wird es, wenn wir unsere Briefkästen öffnen und uns trotz des angebrachten „Keine Reklame“-Schild bunt bedruckte Werbung entgegenlacht, am Besten noch in Plastik eingeschweißt. Vieles davon landet gleich im Papierkorb – Recycling ist wichtig, und so werden hohe Quoten erreicht.

Aber warum können wir nicht verbieten, dass wir ungewollt zugemüllt werden?

Richtig, wir müssen die Wirtschaft schützen. Dabei frage ich mich, was der Eigenwert der Wirtschaft ist? Im Prinzip ist es nur der Rausch des Wachstums. Für den Menschen zählen nur die Bedürfnisse, die die Wirtschaft abdecken kann. Folglich sollten die Bedürfnisse der Menschen im Fokus stehen, und nicht die Erweckung von unbekannten Bedürfnissen durch Werbung – allein der Gedanke ist schon ineffizient.

Wenn es tatsächlich so ist, dass wir Arbeit brauchen, um glücklich zu sein, dann gibt es so viele sinnvolle Tätigkeitsfelder. Durch die Herausforderungen der Ressourcenschonung und erst recht durch soziale Arbeiten wird es keinen Mangel an Arbeit geben können, auch nicht wenn Digitalisierung und Automatisierung viele Arbeitsplätze überflüssig macht. Eine ressourcenschonende Wirtschaft ist der größte Produzent an Arbeit der uns offen steht, und es sind Arbeitsplätze, die nicht ins Ausland verloren gehen können, da sie immer beim Endkunden entstehen, egal ob durch direkte Weiternutzung oder Reparaturangebote.

Auch rühmen wir Entwicklungsländer uns dafür, dass wir einen bedeutenden Dienstleistungssektor haben, doch wir haben Angst den nächsten Schritt zu gehen. Wenn wir die Wirtschaftsdiskussionen zusammenfassen, so wollen wir einen Wirtschaftswachstum, den wir in Form Bruttoinlandsprodukt (BIP) messen, und wir wollen einen starken Dienstleistungssektor. Das führt aber dazu, dass die Produktion der Rohmaterialien ins Ausland fließt und dort die Umwelt schädigt. Auf lange Sicht ist dies kein Wirtschaftsmodell. Das bedeutet, dass wir unser durchaus anzweifelbaren Zielsetzungen dadurch erreichen könnten, dass wir uns von der Produktion der Güter zumindest teilweise lossagen, und ein Wirtschaftsmodell aufbauen, das genutzte Gegenstände wieder veräußert und solange wie möglich aktiv im Wirtschaftsgeschehen belässt und bei jedem Weiterreichen aufs neue Arbeit in Form von Dienstleistung (Reinigung, Aufwertung und Verkauf) schafft und gleichzeitig den BIP steigert – ohne, dass dadurch Ressourcen aufgebraucht würden.

Das Potenzial ist riesig.

Das wird jedem bewusst, der in unseren festen oder mobilen Recyclinghöfen eine Weile stehen bleibt und sieht, was alles angeliefert wird. Vieles von dem ist absolut brauchbar und landet, wegen Zeitmangel, im Sperrmüll, da es sich nur schwer in seine Bestandteile trennen lässt oder sich schlecht recyceln lässt. Oft genug plagt die Menschen, die sich von so etwas trennen, ein schlechtes Gewissen, weil sie wissen, dass es noch brauchbar ist, sie aber keinen Nutzen daran haben. Hier und da ist die Frage zu hören, ob man dies nicht gesondert abstellen könnte, damit ein Anderer es sich nehmen kann. Doch oft fehlt die Zeit und der Platz, denn auch wenn etwas noch brauchbar ist, findet sich nur schwerlich auch der passende, der eben an der Stelle ist und dies nutzen wollen würde. Flohmärkte sind zwar eine gute Alternative, aber mühselig und zeitaufwändig. Was hier fehlt ist der große Markt, die kritische Masse, die es benötigt, um die Transaktionskosten so sehr zu senken, dass sich eine Dynamik entwickeln kann, die zu einem sich selbst tragenden Wirtschaftsmodell führt. Das Angebot ist riesig – alles was fehlt ist die Logistik. Es ist das Marmeladenglas, das wir lieber neu produzieren, anstatt es einmal zu waschen, um es erneut zu verwenden. Es ist, weil wir keine Zeit haben, weil wir uns lieber darauf konzentrieren, die Wirtschaft durch Werbung anzukurbeln, damit wir Zeit damit verbringen können, jene Gegenstände zu produzieren, von denen wir uns haben einreden lassen müssen, dass wir sie brauchen könnten – und wenn nicht, nun dann werfen wir sie weg, deshalb gibt es doch schließlich Recyclinghöfe. Es lebe die Wirtschaft, es lebe der Kapitalismus, es lebe die effiziente Produktion.

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Holzprojekt

In letzter Zeit finden sich immer öfter Stellen, wie diese, wo Holz als Dekoration oder als Nutzgegenstand verwendet wird. Es ist schön und gleichzeitig wichtig, dass Holz in seiner Form gewahrt wird, und so als Kohlenstoffsenke aktiv bleibt, und dadurch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Auch ist es eine klare Wiederlegung der oft zitierten Behauptung, dass Nachhaltigkeit Arbeitsplätze bedrohen würde. An Stätten wie diesen sieht man das genaue Gegenteil. Lokale Rohstoffe werden mit sehr viel Fleiß, Leidenschaft und vor allem auch Kreativität und Handfertigkeit zu einer Mischung aus harmonischen Kunstwerk und Nutzgegenstand aufgewertet. Das ist gelebter Klimaschutz, und sinnvolle Arbeit, die rein gar nichts mit der Fließbandarbeit unserer effizient produzieren Konsumgesellschaft zu tun hat. Auch ist es wirklich als CO2-neutral bezeichenbar, nicht wie stupides Holzverbrennen, wobei nichts dagegen spricht, dieses Holz auch in zehn bis fünfzig Jahren dennoch zu verbrennen, wobei bis dahin wohl ein beachtlicher Teil der Hackschnitzel sich zu kohlenstoffreicher Erde umgewandelt haben dürften, und nicht mehr zu Kohlenstoffdioxid zerfallen werden.
Ich hatte nicht schlecht gestaunt, als ich neben einem Fahrradweg im Wald diese Kegelbahn aus Holz vorfand. Nur die Kegel und Kugeln fehlten noch, aber dazu ist unsere Gesellschaft wohl noch nicht bereit, denn diese würden wohl zu schnell gestohlen werden – leider. Aber auch so ist es schon ein beeindruckendes Beispiel, wie Gemeinden sozialen Mehrwert schaffen können.

Die Krönung war dann als ich das Amphitheater bemerkte, dessen hintere Säulen mit Skulpturen versehen waren. Alles in Allem eine gelungene Arbeit, die erkennen lässt, mit welcher Hingabe hier bis ins letzte Detail gearbeitet wurde.
Deshalb möchte ich einen großen Dank an die Gemeinde Bech, alle Verantwortlichen und besonders auch an alle Mitwirkenden aussprechen. Vielen Dank der Gemeinde Bech und dem Naturpark Mellerdall.

Mehr Fotos unter www.kohlenstoffsenken.blogspot.lu.

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Putzaktion längs der Straßen

Obwohl es, wie von den Wetterfröschen versprochen, regnete, trafen sich zahlreiche Einwohner in Kulturhaus in Wasserbillig und in Mertert, um an der von der Umweltkommission organisierten Putzaktion längst den Straßen der Gemeinde Mertert teilzunehmen. Viele Gleichgesinnte unterschiedlichsten Alters wollten an diesem Tag ein Zeichen setzen und etwas verändern, was vielen nicht gefällt, aber nichts dagegen unternehmen, weil sie sich nicht verantwortlich fühlen oder denken, dass ein Einzelner ohnehin nichts bewirken kann.

Vermüllte Parkplätze trotz Mülleimer.

Müll neben dem Mülleimer

Mit strahlend gelben Westen im Regen schön sichtbar wurden mehrere Routen in der gesamten Gemeinde in Angriff genommen. Eine vierer Gruppe startete an einem Rastplatz in Mompach und wurde dort gleich von der Arbeit in Beschlag genommen. Trotz schließbarer Mülltonne war großflächig mitunter sonderbarer Müll verteilt. Es begann mit einem offenbar neunteiligen Plastikpuzzle, das ein Kind wohl unfreiwillig verloren hatte und dessen Stücke sich bereits in die Erde vergraben wollten. Ein akkuloser Laptop erwartete die Truppe am Waldesrand und während die zahlreichen Plastiktüten, die in den Wald geweht worden waren die erste Sammeltüte bereits füllte, fanden sich einige Meter in den Wald hinein vier Radfelgen von Fahrrädern sorgsam an einen Baumstamm gelehnt. Dies alles wurde am Rastplatz zurückgelassen und später von der Gemeinde abgeholt und damit begann für diese Gruppe die eigentliche Putzaktion längs der Straße.

Alte Gewohnheiten einzelner Autofahrer fanden auch an jenem Tag ihre Bestätigung, denn es scheint eine Vorliebe zu sein, seinen Müll in Außenkurven aus dem Fenster zu entsorgen – wohl wegen der Fliehkräfte. Auch blieben diesmal Bitburgerdosen unangefochten Spitzenreiter, gefolgt von Energy- und Softdrinks. Aber auch Sekt-, Jägermeister und Martiniflaschen ließen die Tüten schwer werden.

Unfallställe nicht aufgeräumt hinterlassen.

Brandstelle

Nebst den unregelmäßig auftauchenden Autokleinteilen fand sich auf der Echternacher Strecke auch eine stümperhaft geräumte Unfallstelle eines roten VW. Wieder musste eine Tüte für die Gemeinde zurückgelassen werden, als Frontlicht, mittiger Rückspiegel und der Tank der Sprühanlage sowie diverse Blech- und Plastikteile aufgesammelt waren. Kurioserweise hatte jemand versucht das Ganze durch ein Feuer im Gebüsch des Waldrandes zu beseitigen.

Ein drohender Tütenmangel wurde durch eine gefundene Ökotüte entschärft und als die Strecke zur Hälfte geschafft war, bot eine zurückgelassene Kaffeemaschine den Sammlern ihre Dienste an – leider fehlten die Krüge und eine Steckdose war auch nicht zu finden.

Ökotüte

Hilfe der Umweltverschmutzer.

Möchte man über Autofahrer schimpfen, die ihren Müll aus den Fenstern werfen, so muss man doch verteidigend sagen, dass es sich zu bessern scheint, denn mehr und mehr Umweltverschmutzer sammeln ihren Müll in Tüten und werfen diese dann säuberlich verknotet aus dem Fenster um das Einsammeln, wie bei dieser Aktion, zu erleichtern.

Müll in Tüte

Mit wenig von vielen kann auch viel erreicht werden.

Mit dem Ortsbeginn von Mertert nahm die Müllmenge deutlich ab, weil die Gemeinde selbst regelmäßig Putzaktionen durchführt und wohl auch Spaziergänger hin und wieder ein fremdes Müllstück aufheben und entsorgen, um ihre Umwelt für sich und andere sauberer zu halten. Stellen sie sich die Menge vor, die aufgeräumt würde, wenn jeder ein Einwohner in Luxemburg einmal die Woche spazieren geht und dabei ein Müllstück beseitigt. Würde eines im Durchschnitt 3 Gramm wiegen, dann wären das am Ende des Jahres 75 Tonnen. Kleinvieh macht eben auch Mist.

Wie viele an der diesjährigen Putzaktion teilgenommen haben wurde deutlich, als alle beim Feuerwehrbau in Mertert eingetroffen waren. Mit einer deftigen Suppe, Kaffee und Kuchen entlohnte die hiesige freiwillige Feuerwehr alle Teilnehmer und sorgte für einen geselligen Nachmittag.

Welche Produkte sich am häufigsten finden habe ich einmal in einer Tabelle festgehalten.

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Visitenkarte unserer Gesellschaft

Den Zivilisierungsgrad einer Gesellschaft erkennt man daran, welche Spuren diese hinterlässt, wenn sie vorbeizieht. Dann wird ersichtlich, ob es eine Horde Wilde war, oder ob sie sich als zivilisiert bezeichnen darf.
Trotz unserer modernen Gesellschaft bliebt leider der Beweis einer zivilisierten Gesellschaft oftmals aus, wenn wir uns in großen Mengen versammeln. Vielmehr zeigt sich ein Bildnis von Gleichgültigkeit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen gegenüber. In den Müllbergen spiegelt sich unsere Selbstverständlichkeit wieder, mit der wir Ressourcen verschwenden. Selbst die Muße den Abfall zu trennen, um diesen teilweise zu recyceln, wollen wir uns nicht auferlegen. Denn wie es scheint ist Recycling für unser Privatleben als Option vorbehalten, nicht aber als etwas, das wir als gesellschaftliches Ziel erachten. Der Konsum- und Komfortgedanke wird hochgehalten, und Vernunft als spießig verschrien.
Dabei wäre es insbesondere bei Großveranstaltungen sehr einfach, tonnenweise PET-Flaschen gesondert einzusammeln. Vielleicht mag manch einem dies die Mühe nicht wert sein, weil es im Vergleich zu den jährlichen Müllmengen wenig erscheint, aber vor allem hier wird das Bemühen unserer Gesellschaft deutlich. An Orten wie diesen zeigen sich unsere Prioritäten und das Porträt unserer Gesellschaft.
Viele denken, dass der erste Eindruck wichtig ist, aber für eine Zivilisation ist das was bleibt, woran sie gemessen werden kann. Unser Müll ist unsere Visitenkarte, die wir zurücklassen, bevor wir weiter ziehen. Vielleicht ist es nur ein subjektiver Eindruck, aber ich würde mich schämen, einen solchen Eindruck zu hinterlassen. An jedem ist es selbst, zu entscheiden, wie er unsere Visitenkarte einordnen möchte, ob zivilisiert oder als die eines Barbaren, verantwortungsvoll oder als Vandalismus.

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Wir sind so rasch bei der Hand mit Vorurteilen Fremden gegenüber, aber unsere Werte gehen nicht durch Ausländer verloren. Werte entstehen durch unser Handeln. Kultur ist das, was wir leben und nicht nur zuhause, sondern vor allem als Gesellschaft in der Öffentlichkeit.
Bevor wir über andere richten sollten, haben wir noch viel Dreck vor unserer eigenen Haustür, den wir beseitigen müssen.

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Spiegelbild der Gesellschaft – Regeln oder Vernunft

Vieles in unserem Leben und in unserer Gesellschaft ist geregelt. Doch welchem Ziel dienen diese Regeln und auf welche Weise beeinflussen sie unser Handeln? Wissen wir um die sozialen Folgen der Regeln oder sprechen wir ihnen einen Selbstzweck zu, weil wir uns an sie gewöhnt haben?

Regeln müssen sein. Aber ebenso müssen Regeln und ihr Wirken verstanden werden. Es ist wichtig, die richtigen Regeln zu finden und diese derart in Kraft zu setzen, dass sie die gewünschte Wirkung entfalten. Dazu ist nicht die Politik gefordert, sondern in erster Linie die Gesellschaft, die durch ihre Wünsche, aber auch ihre Abneigung gegenüber Änderungen das politische Handeln maßgeblich beeinflusst.

Dieses Buch ist eine Textsammlung mit dem Ziel, Gedankenanstöße zu geben, indem es einzelne Bereiche unseres gemeinschaftlichen Lebens beleuchtet und aufzeigt, wo Potenziale vergeudet werden, und Regeln ihr eigentliches Ziel verfehlen. Dazu zählen Automobilverkehr, Bausektor, Steuern und Subventionen und unser Konsumverhalten. Das Werk gibt als solches keine Antworten, es fordert vielmehr auf, den Selbstzweck von Regeln zu leugnen, die Regeln als Richtlinie, aber nicht als Rechtfertigung zu verstehen, aber auch zu akzeptieren, dass Einschränkungen notwendig sind, die uns fragwürdige Rechte wegnehmen und Strafen erforderlich sind, damit diese Regeln eingehalten werden.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir aufhören, unseren Alltag mit Regeln zu pflastern und dem Menschenverstand mehr Gewicht zu kommen lassen.

Infos zum Buch:
94 Seiten
ISBN: 978-3-7418-3379-3
Preis: 8 Euro

Erhältlich bei Epubli oder in jeder gut sortierten Buchhandlung oder als Ebook.

Papierlose Büros; Schatten und Chance der Digitalisierung

Der Traum des „papierlosen“ Büros scheint längst ausgeträumt. Die Digitalisierung, die das Papier überflüssig machen sollte, konnte ihr Versprechen nur teilweise einhalten. Die Papierarchive sind heute tatsächlich leerer. Das liegt daran, dass die digitale Speicherung kostengünstiger ist und das Wiederfinden der Dokumente deutlich leichter. Aber genau darin besteht auch ein großes Problem, das sich häufig durch einen höheren Papierbedarf wiederspiegelt.

Man muss seine Papierdokumente nicht mehr aufbewahren, denn sie sind digital verfügbar. Lesen möchte man sie dann doch lieber auf Papier und so druckt man das gleiche Dokument wieder und wieder aus, selbst dann wenn ein Kollege es noch hat. Das Drucken kostet schließlich nichts. Jedenfalls nichts, das wahrgenommen wird.

Auf diese Weise werden an vielen Stellen die zuvor angepriesenen Vorteile der Digitalisierung zunichte gemacht. Im Prinzip kann es nur eine wirksame Maßnahme geben, um gegenzusteuern. Papier muss etwas kosten, und zwar so viel, dass es als Kostenposten in den Unternehmen deutlich wahrgenommen wird und ein Anreiz besteht, konsequent Papier einzusparen. Leider wird viel zu häufig, und viel zu leichtfertig gedruckt.

Durch eine großzügige Papiersteuer, von beispielsweise 0,25 ct/g Primärpapier, könnten zwei Ziele gleichzeitig erreicht werden. Erstens würde der Reiz steigen, Papier einzusparen. Vor allem dort, wo dieses tonnenweise mit bedeutendem Mengenrabatt eingekauft und bedruckt wird. Zweitens könnte dem verbrauchten Papier ein Mehrwert verliehen werden, indem Recyclingpapier vergleichsweise günstiger würde und dessen Nachfrage deutlich steigen würde, vor allem auch im Privatbereich, wo die Steuer dann nicht zu einer Belastung führen würde. Dies würde dazu führen, dass der Recyclinganteil im Papiermarkt steigt sowie auch der Erlös der Recyclingunternehmen.

Es gibt aber auch Bereiche in denen die Digitalisierung ein Teilziel erreicht hat, oder zumindest gute Fortschritte beim Papierkonsum erzielen konnte. So gibt es bei vielen Veranstaltungen oder Verkehrsangeboten die Möglichkeit auf eine Eintritts- oder Fahrkarte zu verzichten und stattdessen einen digitalen Code vorzuzeigen. Viele Zeitschriften und Werbeangebote konzentrieren sich auf den digitalen Markt und können sich dort beliebig vervielfältigen, ohne Papierressourcen zu beanspruchen.

Aber immer noch erhält man viel Papier, das man eigentlich nicht benötigt oder gar als lästig empfindet. Warum haben wir in so vielen Geschäften Kundenkarten, damit diese unsere Daten speichern und bekommen dann dennoch einen Kassenzettel in die Hand gedrückt. Viele lehnen sie ab oder zerknüllen sie und werfen sie unbeachtet weg. Dabei ist es meist noch Thermopapier, das sich nicht recyceln lässt. Es wäre doch einfach, uns an der Datenflut teilhaben zu lassen und mittels Code oder E-Mail online auf unsere Einkäufe blicken zu lassen oder die Zettel nur auf Wunsch zu drucken. Dadurch würde viel Zeit, Geld und Ressourcen gespart werden. Aber wie bei vielem ist unser Handeln nicht von Vernunft geprägt, sondern von Prinzipien, die wir als unveränderlich halten.

Müllhalde Straße

Warum liegt so viel Müll entlang den Straßen? Nach einigen Fahrradtouren hat uns dieser Anblick so sehr gestört, dass wir uns vorgenommen haben, etwas daran zu ändern. Wir haben uns die Frage gestellt, was jene konsumieren, die ihren Müll aus dem Fenster werfen. Deshalb haben wir uns ausgerüstet und uns auf den Weg gemacht, zwei Straßen bis in das jeweilige Nachbardorf zu säubern und dabei festzuhalten, was wir finden würden.

Wir sind, was wir konsumieren! Deshalb war es für uns spannend heraus zu finden, wer die Menschen sind, die so dreist unsere Umwelt verschmutzen. Dabei ist an jeder Bushaltestelle und an jeder Tankstelle eine Mülltonne. Selbst wenn man seinen Abfall nicht mit nach Hause nehmen möchte oder verhindern möchte, dass der Chef weiß, was man unterwegs getrunken hat, so braucht man nur einmal kurz stehen zu bleiben und den Müll in eine Mülltonne zu werfen. Aber vielleicht verrät uns der Müll, warum das nicht geht.

Ein Grund wurde uns sehr schnell klar. Redbull verleiht Flügel. Auch wenn es nicht wörtlich für den Trinker gilt, so aber scheinbar für die Dosen, denn diese sind unangefochten Spitzenreiter entlang der Straße mit einer Dose pro hundert Meter.

Gezählt haben wir nur das, was sich einer Marke zuordnen ließ, mit der Ausnahme von To-Go-Bechern, die wir gemeinsam gezählt haben, da diese nicht selten waren, aber die Firmenlogos samt der Aufschrift bereits ausgewaschen und die Giftstoffe bereits versickert waren.

Nach dieser Aktion können wir einiges sagen.

Der klassische Umweltverschmutzer fährt leicht alkoholisiert oder versucht durch Energiedrinks den Sekundenschlaf zu unterbinden. Andere Umweltsünder sind derart gestresst, dass sie sich mit einem Glimmstengel beruhigen müssen, während sie die Zigarettenschachtel aus dem Fenster werfen. Das, was wir aber in unseren Weltmeeren später wiederfinden werden ist das, was jene hinterlassen, die die Plastikverpackung ihrer kleinen Snacks achtlos aus dem Auto werfen. Selbst mit guten Willen kann man hiervon nur mehr einen kleinen Teil einsammeln.

Was liegt neben unseren Straßen

Dabei ist die traurige Wahrheit, dass wir nicht alles aufheben konnten. Einige Plastikverpackungen konnten wir nicht aufsammeln, weil sie durch die Freischneider der Straßenmeisterei bereits so sehr geschreddert und verteilt worden sind, dass es an Sisyphusarbeit gegrenzt hätte, sie aufzuheben. Aber genau das wird es sein, was später in die Bäche, Flüsse und schließlich in die Ozeane gelangt.

Ein anderes Übel waren die unzähligen Zigarettenstummel (aufgeführte Zigarettenmarken beziehen sich nur auf die jeweiligen Schachteln) die sich bis auf die Filter bereits aufgelöst hatten. Die Filter blieben aber fest in der Erde verklebt übrig, und es schien aussichtslos, diese aufzusammeln. Ohnehin ist das Übel bereits verrichtet, sobald der Filter vom Regen ausgewaschen ist, denn was danach noch übrig bleibt, ist biologisch abbaubar.

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Optisch und für die Umwelt konnte diese Aktion nicht viel bewirken, aber wenn dadurch der ein oder anderer in Zukunft seinen Müll nicht mehr aus dem Fenster wirft, dann haben wir das erreicht, was wir wollten. Die Natur ist keine Müllhalde!

Weiter unten ist die Tabelle mit den Marken, die wir gefunden haben aufgeführt. Der Müll war auf ca. 5 km verstreut. Es war erkennbar, dass bei Teilstrecken, wo kürzlich gemäht wurde, der Müll zum großen Teil aufgehoben worden war.

Müll entlang der Straße

Red Bull 48 Energydrink
To Go Becher 35 To-Go Becher
Coca Cola 24 Softdrink
Bofferding 20 Bier
Bitburger 16 Bier
Malboro Zigarette 14 Zigaretten
Bifi 9 Snack
Kinder 8 Snack
Wisten 8 Zigaretten
Diekrich 7 Bier
Ducal 7 Zigaretten
Fanta 7 Softdrink
Nalu 7 Energydrink
Christaline 6 Wasser
Golden Power Energy drink 6 Energydrink
River 6 Softdrink
Camel Zigaretten 5 Zigaretten
Capri Sonne 5 Softdrink
Elixir Zigaretten 5 Zigaretten
Haribo 5 Snack
L&M Zigaretten 4 Zigaretten
Lindor 4 Snack
Milka 4 Snack
Wrigleys spearmint 4 Snack
Austin Zigaretten 3 Zigaretten
Budweiser 3 Bier
Eukalypthus-Menthol 3 Snack
Hochwald 3 Softdrink
John Player Special 3 Zigaretten
Monster 3 Energydrink
Poll Fabaire Papierverpackung 3 Alkohol
Actimel 2 Snack
Airways 2 Snack
Battin 2 Bier
Beckerich 2 Wasser
Bounty 2 Snack
Bural 2 Bier
Côte d’or 2 Snack
Coup de Fleur liquide Tube 2 divers
D.O.C. Alentejo 2 Alkohol
Delais 2 Rechnung
Evian 2 Wasser
Fische 2 Feuerzeug
Gletscher Eis 2 Snack
Heineken 2 Bier
Hübner 2 Snack
JP 2 Alkohol
Lays Nature 2 Snack
Lollies 2 Snack
Magnum 2 Snack
Mars 2 Snack
Maryland 2 Zigaretten
Meli Honigkuchen 2 Snack
Mister Choc 2 Snack
Pall Mall Zigaretten 2 Zigaretten
Rio d’oro  Flipper 2 Snack
Sanpellegrino 2 Wasser
Schwartau clever Snack 2 Snack
Vittel 2 Wasser
Alnatura 1 Snack
Alos 1 Snack
Arioso 1 Snack
Babybel 1 Snack
Balisto 1 Snack
Black 1 Energydrink
Brust Karamellen Verpackung 1 Snack
Cactus 1 Rechnung
Chesterfield 1 Zigaretten
Contrex 1 Taschentücher
Crusty Croc 1 Snack
DAB (Bier) 1 Bier
Danone 1 Softdrink
Esso Taschentücher 1 Taschentücher
Finley 1 Softdrink
Fischer 1 Snack
Freeway 1 Softdrink
Fresh Life 1 Snack
Giotto 1 Snack
Isostar 1 Snack
Jean Pierre Briochette 1 Snack
Jeffe 1 Bier
Joker 1 Softdrink
Jupiler Bier 1 Bier
Kent Zigarette 1 Zigaretten
Kuckenmeister 1 Snack
Label 5 1 Alkohol
Lactolus 1 Softdrink
Le gourmet 1 Snack
Lotus 1 Snack
Maître Jean-Pierre 1 Snack
Martini 1 Alkohol
Maya 1 Zigaretten
McDonalds 1 Snack
Mentos 1 Snack
Merlot 1 Alkohol
Millville 1 Snack
Minute Maid 1 Softdrink
Mobana 1 Snack
Mojito 1 Alkohol
Nestlé Pure Life 1 Wasser
Nono 1 Softdrink
Nuts 1 Snack
Öko Tüte 1 divers
Orangina 1 Softdrink
Oreo 1 Snack
Ovo 1 Snack
Pallas éclairs 1 Snack
Parasilic 1 Silikon
Partacas 1 Zigaretten
Pasante 1 divers
Paulaner 1 Bier
Paulaner 1 Bier
Pepsi 1 Softdrink
Petit Bistro 1 Snack
Quick Verpackung 1 Snack
Reinsa Pudding 1 Snack
Renners 1 Schimmel Stop
Roxane 1 Wasser
Sagrés 1 Bier
Sammy 1 Taschentücher
Saskia 1 Wasser
Scharpantgen 1 Snack
Schinkenverpackung 1 Snack
Simon Pils 1 Bier
Solevita 1 Softdrink
Sublimo 1 Taschentücher
Super Bock 1 Bier
Tempo 1 Taschentücher
Tom 1 Feuerzeug
Twix 1 Snack
Vinmoselle 1 Alkohol
Viva 1 Wasser
Wilde Cigarillos Metallkiste 1 Zigaretten

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