Wegwerfgesellschaft

Unser Konsum steht unserem sonstigen schnelllebigen Verhalten in nichts nach. Wir wollen jetzt erleben und alles so verdichtet wie möglich haben. Wir suchen den Nervenkitzel, weil wir uns keine Zeit nehmen wollen etwas zu genießen. Genauso stellt sich das bei unserem Konsum dar. Kaufen, nutzen, wegwerfen, weil es uns lästig wird und wir es überdrüssig sind. Dabei ist vieles von dem nicht unbrauchbar – oder müsste nicht unbrauchbar sein, nachdem wir es genutzt haben. Denn ob Müll oder Gebrauchswert entscheidet sich maßgeblich darin, für was wir uns beim Kauf entscheiden. Doch in den seltensten Fällen ist der anfallende Müll bei unserer Kaufentscheidung mitentscheidend. Erst einmal wird gekauft. Was danach kommt behandeln wir, als wäre es unabdingbar.

Dabei wollen wir als Gesellschaft einige Konsequenzen nicht, dennoch werden wir in den einzelnen Momenten der Entscheidung schwach und handeln entgegen unserer Überzeugung. Eine dieser Konsequenzen ist die Unmengen an Plastikabfall, der sich in unseren Weltmeeren ansammelt, die Fläche, die dort überdeckt wird, übersteigt die Flächen etlicher Staaten.

Wir wissen, dass unter anderem Plastiktüten, die wir im Supermarkt „kostenlos” erhalten einen großen Beitrag zur Plastikbelastung der Weltmeere ausmachen. In Umfragen würden die meisten ein Verbot dieser dünnen Wegwerftüten begrüßen, um die Umwelt zu entlasten. Doch die Politik reagiert viel zu langsam und die Individuen lassen sich ohne das Verbot im Alltag zu leicht verleiten, entgegen ihren Handlungsprinzipien zu handeln.

Die Müllmengen, die wir produzieren sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass ein grundliegendes Problem in unserem Konsumhandeln liegt. Dabei ist nicht immer unser Unwissen daran schuld, oder gar, dass es uns im Allgemeinen gleichgültig ist. Vielmehr hapert es bei den einzelnen Entscheidungen, während denen wir die Konsequenzen ausblenden, weil wir nicht die Berge voller Müll sehen, sondern nur das kleine Stückchen Abfall, das sobald wir es nicht mehr brauchen für den Einzelner scheinbar spurlos verschwindet – aus den Augen, aus dem Sinn. Würde sich unser eigener Müll in unserem Garten auftürmen, würden wir irgendwann automatisch bewusster und sensibler agieren und entscheiden.

Ein wichtiges Element um sich von einer Wegwerfgesellschaft weiter zu entwickeln ist, dass einerseits die Konsequenzen für den Einzelnen spürbar werden, wenn nötig auch schmerzhaft. Ein zweites Element ist, dass jene unnötigen Stolpersteine entfernt werden, wo Individuen in einzelnen Momenten entgegen ihren Prinzipien handeln und Müll zwar nicht unbedingt wollen, ihn aber billigend in Kauf nehmen.

Ein Beispiel dafür sind Wegwerfbatterien, die viel zu günstig sind und das 500-fache an gefährlichem Müll hervorbringen, wie wieder aufladbare Batterien, die oftmals bloß aus Faulheit nicht verwendet werden. Hier muss gelten, dass derjenige, der aus Faulheit Müll verursacht für die überverhältnismäßige Müllproduktion bezahlt.

Bei Handys, Tablets und Co sind beispielsweise die Netzteile zu Normen und der Verkauf solcher Geräte, die sich nicht daran halten, zu verbieten. Werden dann neue Geräte verkauft, dürfen die Netzteile nicht mehr mit den Produkten verkauft werden, damit die Kosten eingespart werden können, wenn das alte und noch gebrauchsfähige Netzteil weiter verwendet wird.

Es ist gewusst, dass viele Produkte deshalb weggeschmissen werden, weil der Akku nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. Deshalb sollte dringend verboten werden, Geräte zu verkaufen, deren Akkus nicht einfach austauschbar sind und gleichzeitig, unabhängig von irgendeinem Patentrecht, muss für jedes Produkt, von jedem Hersteller ein Ersatzakku angeboten werden dürfen. Damit sich hier ein starker Sekundärmarkt bilden kann, sollte überlegt werden, die Akkudimensionen in ihrer willkürlichen Vielfalt zu begrenzen, damit Hersteller nicht durch Sondermodelle ein Preisprämium auf ihre Akkus erheben können und so den Ersatz bewusst unattraktiv gestalten, nur weil sie neuen Müll verkaufen wollen.

Ein weiterer Stolperstein sind all jene Konsumgüter, die unter dem Deckmantel „gratis” veräußert werden. Es sollte dem unwissendsten Konsumenten bewusst sein, dass es „gratis” nichts zu kaufen gibt. Auf die eine oder andere Weise wird es bezahlt, dumm dabei ist nur, dass so Dinge gekauft werden, die wir nicht haben wollten, wenn wir sehen würden, wieviel wir dafür bezahlen müssen. So aber häuft sich Müll an, ohne dass es durch den Nutzen, den wir erhalten, gerechtfertigt wird.

Ein Beispiel dafür sind Koppelverträge, die in manchen Bereichen nicht ohne Grund verboten sind. In einigen Bereichen sind sie kurioserweise aber immer noch erlaubt. Erneut fällt hier besonders der Handymarkt ins Auge, wo man Dienstleistungen für Telefonie und Internet inklusive Handy erwerben kann, wo dem Kunden alle zwei Jahre ein „kostenloses” Handy zur Verfügung steht. Allein das Vorhandsein solcher Verträge, bei denen Kunden sich selbst betrügen lassen, ist für eine Unmenge an Müll und gleichsam einem Qualitätsverlust bezüglich der Lebensdauer dieser Produkte verantwortlich. Früher haben Mobiltelefone zehn und mehr Jahre gehalten. Heute sind sie meist nach zwei Jahren nur mehr Müll.

Tonne um Tonne gelangt bedrucktes Papier in unsere Briefkästen um uns „kostenlos” die Werbeartikel zu präsentieren, wobei ein Großteil von diesen Prospekten unbeachtet im Müll landet. Ohnehin sind die meisten dieser Prospekte bei Interesse online, im Geschäft oder auf einzelnen Auslegestellen erhältlich, ohne dass dafür tonnenweise sinnfrei Papier verschwendet und ausgeliefert werden muss. Auch „kostenlos” beziehungsweise durch Werbung finanzierte Zeitungen und Zeitschriften, die in die Häuser ausgeteilt werden, sind als Müllverstreuung zu bewerten, wenn der Empfänger diese nicht haben möchte. In diesem Sinne ist dieses Vorgehen aus strafrechtlicher Sicht illegal, wenn es Lobbyisten nicht fertig gebracht hätten, es als legal einstufen zu lassen. Eine Tatsache bleibt. Wir sind eine Wegwerfgesellschaft und so wie wir über Menschen aus der Steinzeit lächeln, werden spätere Generationen über uns als Müllmenschen sprechen. Dass diese darüber allerdings lachen werden, ist zu bezweifeln.

Pauschale Regelungen

Das meiste in unserem Leben wird durch das geprägt, was wir bewusst wahrnehmen. Wir weichen einem Hindernis aus, wenn wir es sehen. Wir lassen einen Gegenstand los, wenn wir spüren, dass er zu heiß ist. Unser Empfinden ist eines der wichtigsten Einflussgrößen, die unser Handeln dahin gehend beeinflusst unseren Schaden und den der Gesellschaft gering zu halten. Es heißt zwar „geteiltes Leid ist halbes Leid“, und in einer sozialen Struktur sollte dies auch angestrebt werden. Aber für alles gibt es Obergrenzen, denn der Entscheidungsträger sollte immer derjenige sein, der von seinen Entscheidungen den größten Teil der Konsequenzen zu tragen hat. Vor allem darf es niemals so sein, dass er die Konsequenzen nicht mehr wahrnimmt. Dies würde bildlich gesprochen dazu führen, dass wir in Hindernisse hineinlaufen und uns Schaden zuführen, ohne es zu bemerken und ohne eine Chance, es zu ändern.

Ein Beispiel dafür können Versicherungen sein. Genau aus diesem Grund haben Autoversicherungen einen Selbstbetrag, der bei jedem Unfall für den Versicherten fällig wird, damit dieser nicht leichtfertig eine Gefahr eingeht. Ebenso gibt es einen Mechanismus, um Autofahrer stärker zur Kasse zu bitten, die häufiger einen Unfall hatten, oder eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, einem Unfall nicht ausweichen zu können, wie dies z. B. bei Fahranfängern angenommen wird. Diese Wirkmechanismen sind allgemein bekannt, dennoch finden sie nicht überall dort Anwendung, wo der Einzelne durch individuelles Handeln den Schaden beeinflussen kann.

Im Prinzip sind Versicherungen ein sozialer Fond, in den jeder einzahlt, um im Falle eines stochastischen und schwerwiegenden Schadens Solidarität zu zeigen und dem Betroffenen sein Leid zu lindern. Dabei ist es keineswegs das Ziel, ihn schadensfrei zu stellen, noch ihm die Verantwortung abzunehmen.

Wenn das Vorhandensein einer Versicherung dazu führt, dass die Achtsamkeit oder das verantwortliche Handeln nachlassen, dann führt das dazu, dass die versicherte Gemeinschaft für die Leichtfertigkeit des Einzelnen zahlen muss – und nicht zwecks Solidarität dem Opfer unter die Arme greift. Die Struktur der Vernunft und der Solidarität dreht sich zu einem asozialen System um, in dem Schmarotzer auf Kosten der Gemeinschaft profitieren. Es darf zwar nicht pauschalisiert werden, trotzdem dürfen statistisch niederschlagende Effekte nicht ignoriert werden. Denn Versicherungen sind nichts anderes als das Abmindern der schadhaften Wirkung statistisch auftauchender Ereignisse. Nicht umsonst sitzen in den Versicherungen Mathematiker, die alle Schäden bewerten. Die meisten dieser negativen und asozialen Verhaltensänderungen lassen sich zu einem großen Teil durch eine geschickte Internalisierung der Unkosten beheben.

Ein solcher Fall sind Krankenversicherungen, bei denen der Arbeitnehmer sein volles Gehalt auch dann erhält, wenn er zu Hause bleibt. Sei es, weil er tatsächlich krank ist oder weil er montags keine Lust hat oder zu lange gefeiert hat. Finanziell wird er dadurch nicht bestraft, aber er spart sich an dem Tag den Weg zur Arbeit und die damit verbundenen Unkosten und Unannehmlichkeiten. Nimmt man den sozialen Druck und das moralische Empfinden weg, so wäre jeder als dumm zu bezeichnen, der nicht regelmäßig krankfeiert. Das führt aber dazu, dass ein Teil des asozialen Handelns aufgrund der Solidarität der Gemeinschaft nicht nur schadensfrei gehalten wird, sondern obendrein belohnt wird. Das ist eine eklatante Diskrepanz zum Grundgedanken der Versicherungen. Es wäre durchaus angebracht das ausgezahlte Gehalt auf 80 % zu reduzieren und somit den Krankenkassenbeitrag zu senken. Dadurch würde nur derjenige bestraft, der überdurchschnittlich oft krank ist oder krankfeiert. Für jenen, der chronisch krank ist oder zumindest über einen längeren Zeitraum, lassen sich einfache Regelungen finden, die ihm die Solidarität zusichern, die ihm in unserer sozialen Gesellschaft zustehen. Jedenfalls darf es kein pauschales System für Sozialversicherungen geben, solange die soziale Grundeinstellung der Individuen nicht homogen ist – und das wird sie voraussichtlich niemals sein.

Ein anderes Problem entsteht, wenn Arbeitnehmer ein fixes Gehalt erhalten, das nicht eine Funktion der Arbeitszeit darstellt. Zwar haben wir Gesetze, die regeln sollen, dass die Arbeitszeit wöchentlich bei vierzig Stunden liegen soll, dennoch zeigt sich in der Realität ein anderes Bild. Es gibt Arbeitnehmer, die ihre Stunden abarbeiten und dann ihren Hammer, ihre Computermaus oder Pinsel fallen lassen und nach Hause zu ihrer Familie, ihren Freunden gehen und von ihrem Sozialleben profitieren.

Gleichzeitig gibt es aber auch Arbeitnehmer, die unter dem Deckmantel eines höheren Gehaltes angehalten sind länger zu bleiben. Solange bis die Arbeit erledigt ist, gleichgültig wie lange es dauert. Das mag seine Vorteile haben, über längere Zeit führt es aber zu sozialen Problemen und zu einer Zeitfalle für den Arbeitnehmer. Überstunden werden zur Gewohnheit und der Arbeitgeber kann bewusst oder unbewusst den Druck kontinuierlich erhöhen und immer mehr auf den Arbeitsplan stellen, für ihn nämlich verursacht es keine Kosten.

Die Ausnahmesituation von Überstunden in Peakzeiten, wenn kurzfristig viel dringende Arbeit anliegt, wird zur Gewohnheit und der Arbeitnehmer muss hart kämpfen, um von seinem Recht Gebrauch zu machen. Die Gefahr dabei ist, dass es sich hierbei um einen schleichenden Prozess handelt. Es ist kein Schlag ins Gesicht, sondern es ist, als ob die Wände um einen herum Millimeter um Millimeter zusammen rücken und einen irgendwann zu erdrücken drohen, wenn man sich nicht gewaltsam befreit. Meist führt irgendwann kein Weg an einer Kündigung oder einem körperlichen und / oder psychischen Zusammenbruch des Arbeitnehmers vorbei, wenn sich etwas ändern soll. Weil dies aber gängige Praxis ist, wird auch dies meist nicht viel ändern und so ergibt er sich allzu oft in seine Situation und verzichtet auf sozialen Nutzen.

Das hat aber auch weitreichende Folgen für die Gesellschaft. Einerseits wird so anfallende Arbeit von weniger Menschen als sinnvoll ausgeführt und unnötigerweise Arbeitsplätze vernichtet. Andererseits führt es zu einer Entfremdung der Gesellschaft und dem vielzitierten Kind, das seine Eltern sich küssen sieht und fragt: „Mama, wer ist dieser Mann?“ Wir müssen uns von der Selbstverständnis der Arbeit trennen und zu einem Selbstverständnis der Freizeit kommen. Nicht derjenige ist asozial, der versucht seine Arbeitszeit zu begrenzen, sondern derjenige, der es nicht tut.

Hier muss dringend und kann sehr einfach ein Mechanismus gefunden werden, um diese Zwangslage zu unterbinden. Ungeachtet der Gehaltsstruktur und -summe muss eine Bedingung stets erfüllt bleiben, nämlich die, dass jede Arbeitsstunde zu einem erhöhten Gehalt führt und dass keine Stunde unter der des für die jeweilige Person gültigen Mindestlohnes liegt. Außerdem muss ab der vierzigsten Arbeitsstunde der Stundenlohn um 15 % (inklusive Zinseszins) steigen. Das würde dazu führen, dass bei einer regelmäßigen Arbeitszeit von 45 Stunden, der Arbeitnehmer für die 45. Stunde automatisch den doppelten Stundenlohn erhalten würde, für die 50. Arbeitsstunde das Vierfache. Natürlich müsste es gleichzeitig verboten sein, die Arbeitszeit nicht zu erfassen. Ab dann hat der Arbeitgeber einen starken Anreiz dem Arbeitnehmer zu sagen, dass seine Überstunden ineffizient sind und würde ihn bitten nach Hause zu gehen. Der Arbeitnehmer würde nach einer Möglichkeit suchen, die Arbeit anderweitig erledigt zu bekommen und deshalb neue Arbeitsplätze schaffen. Gleichzeitig würde er die Flexibilität wahren oder gar steigern, weil seine Arbeiter nicht an ihrer Belastungsgrenze arbeiten und kurzfristig mehr Leistung erbringen können, um dann in ruhigeren Zeiten die angehäuften „Überstunden“ abzubauen oder ausbezahlt zu bekommen. Die Interessen der Gesellschaft müssen auch in die Entscheidungsstruktur der Arbeitgeber internalisiert werden.

Es zeigt sich nämlich, dass unsere Kinder die Werte verlieren, die für eine Gesellschaft wichtig sind und das liegt daran, dass die Erwachsenen asozialer werden. Arbeit hat keinen Selbstzweck, sondern den Zweck unser soziales Leben aufrecht zu halten. Arbeit, die soziale Werte zerstört ist gefährlich und asozial!

Videos

Viele Teilen sorglos alles mögliche, und nehmen am Bashing der Elektromobilität teil, ohne die vorgezeigten Argumente zu hinterfragen. Deshalb habe ich hier ein Video erstellt, um mit der Vorstellung zu brechen, dass E-Autos dafür verantwortlich sind, was die Probleme der Armut darstellen.

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Erstaunlich wie es Menschen gibt, die den menschgemachten Klimawandel abstreiten, wenn man betrachtet wieviel Energie wir konsumieren und man sich dabei bewusst wird, dass ein Großteil davon von kohlenstoffreichen Energieträgern bereit gestellt wird.

Energieverbrauch der Menschen: Energieverbrauch der Menschen und wie er langfristig abgedeckt werden kann.

Damit deutlich wird, welches Einfluss unser Handeln hat, ist hier der Zusammenhang vom Energieverbrauch und dem Waldschwinden zu den CO2-Mengen in der Atmosphäre aufgezeigt.

Dabei ist der Klimawandel auch regional einfach bemerkbar, so z.B. auch in Luxemburg, wie diese Visualisierung der Tagestemperaturen zeigt. Der zum Teil geringe Unterschied ist das Tückische am Klimawandel.

Wenn wir wirklich etwas am Klimawandel ändern wollen, dann ist es wichtig die Zusammenhänge richtig zu verstehen. Eines, das wir noch lernen müssen, ist dass es nicht ausreichen wird Holz zu verbrennen, nur weil es vermeindlich CO2-neutral ist.

Selbst der Kohlenstoffkreislauf der Pfanzen wird oft in einem zu stark vereinfachten Kreis abgebildet, der den Einfluss auf die CO2-Konzentration in der Atmosphäre nicht wiedergeben kann, so wie er sich mit Berücksichtung der Dimension der Zeit darstellt.

Aber es ist auch wichtig, dass wir die Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien nicht aus den Augen verlieren. Dazu ist es wichtig, dass wir Baugesetze schaffen, die die notwendigen Anreize schaffen, bzw. Hürden abbauen, damit die freie Marktwirtschaft sich dieser Aufgabe annimmt und bespielsweise mehr Photovoltaik bei Bürogebäuden realisiert wird.

Damit wird die Aufgabe in einem Smart Grid richtig verstehen, mussen wir auch verstehen, wie sich die einzelnen erneuerbaren Energiequellen verhalten, wie etwa Windenergie, Solarenergie und Biogasanlagen.

Durch Fehlinvestitionen haben wir das Problem einer Überkapazität an Transportschiffen. Wegen schwachen Regeln für Umweltschutz stellen viele Schiffe ein Problem für die Umwelt dar. Gleichzeitig stehen wir vor der Herausforderung, die „Müllhalde Ozean“ zu reinigen. Warum kann man das nicht miteinander verbinden?

Wir subventionieren, weil wir an die freie Marktwirtschaft glauben, aber nicht wollen, dass sie funktioniert – auch wenn dadurch die Gesellschaft profitieren würde.
Ich denke, dass ein Großteil der Gesellschaft und die Mehrheit der Politiker noch nicht verstanden haben, wie mächtig und gleichzeitig wie gefährlich Subventionen sind. In gewisser Weise sind Subventionen das Antibiotika der Politiker, welches diese gegen alle Symptome verschreiben. Ein Großteil der Gesellschaft und die Mehrheit der Politiker haben noch nicht verstanden haben, wie mächtig und gleichzeitig wie gefährlich Subventionen sind.

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Hat Arbeit einen Selbstzweck und ab wann beginnt sie uns zu verzehren?

Mehr arbeiten, um die Folgen der Arbeit besser verkraften zu können? Es ist bisweilen wahnwitzig, wohin uns der (Un-)Sinn des Kapitalismus bringt, und noch bringen wird. Aber wir glauben schließlich auch, alles kaufen zu müssen, von dem einer uns erzählt, wir würden es brauchen…

Eine Kurzgeschichte zum Thema des Vidoes:

Nichts als Arbeit: Hat Arbeit einen Selbstzweck und ab wann beginnt sie uns zu verzehren?


Die Macht des Geldes ist allgegenwärtig. Dazu reicht ein Besuch in einen Supermarkt. Ein Blick durch die Regale lässt erkennen, was wir durch unsere Macht erreichen. Das was dort steht, ist das, was wir wollen. Wenn Geld die Welt regiert bedeutet dann Geld nicht auch Macht und Verantwortung?

Subventionen

Weil Subventionen allgemein von staatlichen oder kommunalen Organen und somit mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, ist es, oder sollte es unweigerlich das Ziel von Subventionen sein, Handlungen derart zu beeinflussen, dass sie helfen, den Nutzen für die Öffentlichkeit, sprich für die Gemeinschaft, zu maximieren.
Subventionen sind aber weitaus schwächer als andere Steuerelemente des Staates wie Verbote und Gebote. Subventionen sollen die davon Angesprochenen zu einem gewünschten Verhalten verleiten, indem sie belohnt werden. So wird zwangsläufig eine Summe festgelegt, die für eine Maßnahme ausgeschüttet werden soll, so dass die erhoffte Anzahl an Maßnahmen durchgeführt werden wird. Das macht Subventionen zu einem bisweilen sehr ineffizienten und kostenaufwändigen Mittel um gewisse gesellschaftliche Interessen durchzusetzen, denn der Handlungsträger muss all seine Unkosten mehr als kompensiert bekommen, damit er dazu bereit ist, die Subventionen und die damit eingehenden Verpflichtungen zu akzeptieren. Als Unkosten können objektive monetäre aber auch subjektive Kosten auftreten und in letzterem besteht eine bedeutende Gefahr der Ineffizienz von Subventionen.
Eine stark gegenwartsbezogene Zeitpräferenz der Entscheidungsträger, Erwartung einer hohen Rendite auf Kosten der Gesellschaft, sowie eine starke Risikoaversion führt dazu, dass die Renditeforderung extrem überhöht ist, damit selbst im ungünstigsten Fall ein Gewinn erzielt werden kann – Risikoübernahme durch die Steuerzahler. Sind diese Effekte stark ausgeprägt, ist es meist vorteilhaft, wenn der Staat auf die Ausschüttung von Subventionen verzichtet und entsprechende Projekte – falls möglich – selbst realisiert oder sich um andere Maßnahmen bemüht.
Bei Subventionen wird es einige wenige geben, die genau die Summe erhalten, die nötig wäre sie umzustimmen. Alle anderen, die im Sinne der Subvention handeln erhalten mehr als dazu nötig wäre. Das bedeutet, dass zwangsläufig ein Teil der Subventionen wirkungslos bleiben muss. Ein weiterer Teil der Subventionen wird durch den Aufwand aufgezehrt, der nötig ist, um die Subventionen zu erhalten und auch von der Ungewissheit, ob, wann und in welcher Höhe die Subventionen anfallen werden. Auch müssen alle subjektiven Kosten, die in die Entscheidungsfindung einfließen kompensiert werden. Das kann der Umstand sein, dass man von einer alten, vertrauten Technologie wechselt, dass einem die Farbe nicht gefällt, dass man nicht als Idealist angesehen werden möchte oder dass sichtbar wird, dass man Subventionen erhält und einem das unangenehm ist – dann muss man deshalb von den Subventionen dafür entschädigt werden. Abgesehen von den ausgezahlten Subventionen ist der finanzielle Aufwand, um die Subventionsanfragen zu bearbeiten und auszuschütten enorm groß und auch dieser Betrag verpufft ohne in irgendeiner Weise eine positive Wirkung zu erzielen. Im Gegenteil Papier und Energie wird vergeudet und die Umwelt belastet.
Ein Beispiel für wahnwitzige Subventionen kann das Benzinsparen sein. Hier kann vermutet werden, dass Subventionen eher ineffizient wären, entsprechend der Argumentation von zuvor. Auch wenn hier Steuern ebenso wenig Wirkung zeigen, ist doch jeder verbrauchte Liter Benzin in der Lage neben seinen gesellschaftlichen Kosten auch gesellschaftlichen Nutzen zu stiften indem dadurch gesellschaftliche Interessen finanziert werden können. Jeder der gesellschaftliche Kosten verursacht, zahlt proportional zu den Kosten, die er verursacht – es gibt keine gerechtere Verteilung. Handelt er im Sinne der Gesellschaft wir er dadurch belohnt, dass andere einen Teil seiner Finanzierung der Staatsausgaben übernehmen.
Dennoch denkt der Staat, dass es lohnenswert ist sparsame Autos zu subventionieren, die theoretisch auf dem Papier Benzin einsparen. Die Wirkung hängt aber vom Fahrstil des Fahrers ab und davon wie viel dieser fährt. Eine Benzinsteuer kann hier sehr präzise unterscheiden, eine Subvention nicht. Die vernünftige Lösung wird aber nicht realisiert, weil die Gesellschaft unwissend und unvernünftig ist und es den Politiker Wahlstimmen kosten.
Überall dort, wo sehr hohe externe Kosten durch Ressourcen¬verschwendung und Umweltbelastungen anfallen, sind Steuern wirksamer und gerechter als Subventionen, weil jeder entsprechend seines Verhaltens bestraft oder belohnt wird.
Andererseits konzentrieren sich Subventionen im Energie- und Umweltbereich auf einzelne Technologien aber nicht auf das Nutzerverhalten, sodass die Reboundeffekte ungemindert zugelassen werden. Frei nach dem Motto: Es ist egal, wenn Energie vergeudet wird, solange dies effizient getan wird.
Subventionen sind verführerisch leicht zu verteilen und zu versprechen. Von den Empfängern werden sie stets befürwortet, was insbesondere bei einer flächendeckenden Verteilung sehr problematisch ist – es ist das Gift unserer Gesellschaft, eine Droge – wenn sie den Empfängern weggenommen wird, werden sie schreien, weil sie nicht verstehen, dass sie ohne sie besser dran wären.
Subventionen sind unbedingt nur als präzise Anreize zu verstehen und nicht im Gießkannenprinzip zu verteilen, erst recht nicht als Droge, damit Politiker gewählt werden. Subventionen sind Gelder der Gemeinschaft – sie müssen der Gemeinschaft dienen und nicht einem Selbstzweck.
Wir subventionieren, weil wir an die freie Marktwirtschaft glauben, aber nicht wollen, dass sie funktioniert – auch wenn dadurch die Gesellschaft profitieren würde.
Ich persönlich denke, dass ein Großteil der Gesellschaft und die Mehrheit der Politiker noch nicht verstanden haben, wie mächtig und gleichzeitig wie gefährlich Subventionen sind. In gewisser Weise sind Subventionen das Antibiotika der Politiker, welches diese gegen alle Symptome verschreiben.

Recycling

Viel vom dem, was wir konsumieren, hinterlässt Müll. Ein großes Problem liegt allein schon darin, dass wir es pauschal als Müll bezeichnen und dementsprechend geringschätzig behandeln. Dabei ist vieles von diesen Überbleibseln unseres Konsums durchaus noch in irgendeiner Form ein Wertstoff – es sei denn wir behandeln es als Müll und schmeißen es achtlos weg.

Recycling in der Öffentlichkeit
Recycling in der Öffentlichkeit

Aus diesem Grund sind das Bewusstsein unserer Gesellschaft und das seiner Individuen von besonderer Bedeutung. Es ist wichtig, wie wir mit diesen Wertstoffen umgehen, damit einerseits die Potenziale, die darin stecken, genutzt werden und andererseits sich nach und nach die Produktionsketten unseren Bedürfnissen anpassen.

Weil für ein Individuum der Nutzen aus seinem umsichtigen Verhalten nahezu null ist und sich fast ausschließlich aus seinem besseren Gewissen zusammensetzt, ist vor allem ein sensibilisiertes Gewissen und ein gesteigertes Bewusstsein gegenüber den Werten für die Gesellschaft und die Umwelt von Bedeutung. Aus dieser Sicht ist es für Individuen unabdingbar ein klares, konfliktfreies und konsequentes gesellschaftliches Handeln wahrzunehmen.

Auf der anderen Seite muss auch berücksichtigt werden, dass ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Wertstoffen für viele mit großen Komforteinbußen verbunden ist. Denn den Abfall zu trennen kostet Zeit und Mühe und ist in jedem Fall aufwändiger als schlicht die Schutttonne zu öffnen und alles zusammen weg zu werfen.

Deshalb ist es einerseits wichtig, die empfunden Kosten zu reduzieren, indem ein flächendeckendes und kostenloses Entsorgungssystem vorhanden ist, das es jedem Einzelnen leicht macht, Wertstoffe zu trennen. Andererseits ist eine weitgreifende Öffentlichkeitsarbeit notwendig, die die moralischen Kosten erhöht, falls weiterhin nicht unsere Ressourcen geschont werden. Ebenso sind die Kosten für Restmüll durchaus hoch anzusetzen, um ein Einsparpotenzial für jene zu schaffen, die sich gesellschaftsorientiert verhalten.

Es gibt keine Rechtfertigung Recyclingcenter zu errichten oder zu betreiben, die Kosten für private Personen verursachen, wenn sie diese nutzen. Ebenso wenig darf eine Biomülltonne,  Papier- oder Glasentsorgung, noch blaue Säcke von Valorlux von den Kommunen genutzt werden, um Geld einzunehmen.

Dies würde einen falschen Anreiz schaffen und eine völlig verkehrte Botschaft senden. Dadurch zeigt sich, dass es eben doch kein gesellschaftlich verfolgtes Interesse ist. Das eigentlich benötigte Signal der Notwendigkeit verkommt zu einem: „Man kann es tun, wenn man Idealist ist.“ Jenen, die diese Mühe ablehnen und es sich nicht zumuten lassen wollen, wird es so einfach gemacht, sich die Gewissensbisse klein zu reden.

Eine ebenso fahrlässige Botschaft findet im öffentlichen Raum statt. Obwohl uns der Staatsapparat durch etliche Initiativen versucht zu sensibilisieren, zu Hause und in der Schule unseren Abfall zu trennen und uns des Wertes der Rohstoffe bewusst zu werden, scheitert es in der Öffentlichkeit an der notwendigen Konsequenz. In Parks, bei Sitzbänken längs Wanderwegen oder auf Bürgersteigen und gar auf Bus- und Bahnhaltestellen zeigt sich das triste Bild der Unvernunft. Statt der Möglichkeit zu trennen, finden sich – oft genug überfüllte – Mülltonnen, die den Wert der Ressourcen verkennen lassen.

Wo, wenn nicht in der Öffentlichkeit zeigt sich, wie wir als Gesellschaft handeln. Hier wird jeden Tag unmissverständlich gezeigt, dass Mülltrennung eine private Angelegenheit für Idealisten ist, die, wenn sie denn wollen, zu Hause bewusst leben können und in ihrem Keller ungesehen Recyceln dürfen. Nebst der verfehlten Botschaft werden jene, die sich in ihrem Verhalten zu Hause verbessert haben, in ihrer Gewohnheit gestört, oder schlimmer gar, es wird verhindert, dass es zur Gewohnheit wird. Abermals zeigt sich jenen, die sich der Bequemlichkeit willen weigern verantwortungsbewusst zu handeln: Sieh doch, es ist kein gesellschaftliches Interesse. Und außerdem, was kann einer allein schon ändern.

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Verkehrsampeln

Verkehrsampeln sollen helfen den Verkehr zu regeln, und die Sicherheit deutlich zu erhöhen, indem sie ein Verkehrschaos verhindern. Unter anderem dadurch, dass sie Vorfahrten deutlich kennzeichnen und zeitlich variieren. Obwohl Rotphasen den Verkehr teilweise hemmen, ist es dennoch das Ziel, diesen möglichst reibungsfrei am Fließen zu halten. So sollen Ampeln helfen, dass Kreuzungen zu weniger Staubildungen führen und Begegnungen von unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer wie Automobilen, Fahrrädern und Fußgängern sollen harmonisiert werden.

Dabei sollte sich die Funktion von Verkehrsampeln auf das Regeln und Signalisieren der Vorfahrten beschränken. Allerdings sind die Rotphasen für unnötige Wartezeiten und Störimpulse im Verkehr verantwortlich.

Aus diesem Grund wird bei einigen Straßenkreuzungen versucht, auf die Ampeln zu verzichten und stattdessen einen Kreisverkehr zu integrieren, der individuelle Lösungen ermöglicht, ohne dass eine höhere Instanz regulierend eingreift oder ein Stillstand nötig ist, wenn die Verkehrsdichte es erlaubt. Ein Kreisverkehr kann jedoch nicht überall als Lösung herangezogen werden, deshalb muss versucht werden, die negativen Auswirkungen von Verkehrsampeln gering zu halten oder Ampeln anderweitig überflüssig zu machen.

Dort, wo der Verkehr durch Ampeln geregelt wird, gilt, wie in so vielen Bereichen, so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Hier ist damit die Dauer der Rotphasen gemeint. Die Verkehrslichter sind Hierzulande meist für ein Szenario optimiert. Das ist der Verkehr zu den Stoßzeiten, wenn ohne die Ampeln Chaos herrschen würde. Dennoch werden die Meisten die Situation kennen, vor einer roten Ampel zu warten und zu sehen, dass die Kreuzung völlig frei ist und der letzte Wagen längst dorthin eingebogen ist, wohin dieser wollte. Dass man in einer solchen Phase warten muss, liegt nicht an irgend einer Notwendigkeit, sondern einzig und allein an der Unfähigkeit der Vorfahrtsregulierung, sich an die tatsächliche Situation anzupassen. Sei es, dass aus einer Seitenstraße nur ein Fahrzeug rausgefahren ist oder die Ampel ein monoton wiederkehrendes Programm abspult und nicht merkt, wo Fahrzeuge warten.

Auch ist es oftmals nicht nötig, den Verkehr anzuhalten, nur weil einzelne Fahrzeuge rechts abbiegen wollen. Klar ist, umso geringer die Verkehrsdichte, umso sinnfreier werden die Signale der Verkehrsampeln. Dadurch wird in der Summe die Wartezeit für alle vergrößert und – was noch viel wichtiger ist – die Anzahl der Stopp- und Anfahrvorgänge wird erhöht. Das muss nicht sein. Auf allen Kreuzungen sind auch Vorfahrtsregeln vorhanden, die dann gelten, wenn die Verkehrsampeln außer Betrieb sind (oder blinkendes Orange), ab dann hat die Hauptverkehrsrichtung Vorfahrt und andere Verkehrsteilnehmer, die ohnehin stehen bleiben müssen, können sich individuell anpassen. Notfallregelungen, falls ein Fahrzeug zu lange steht sind einfach zu integrieren. Diese Möglichkeit wird mehr und mehr in der Nacht angewendet, indem die Ampeln nach 23 Uhr oder 1 Uhr auf blinkendes Orange geschaltet werden.

Dies ist aber wiederum eine starre Regelung, die bei dem heute vorherrschenden Verkehr nicht mehr zeitgemäß ist.

Auch muss bedacht werden, dass Rotphasen zwar notwendig sind, um den Verkehr teilweise anzuhalten, aber haben Verkehrsampeln nicht umsonst drei Signalfarben. Mit diesen kann klar kommuniziert werden, ohne dass sich dabei auf rot-grün beschränkt werden muss. Ebenso wie Orange genutzt wird, um eine Rotphase anzukündigen, kann orange-blinkend darauf hinweisen, dass alle übrigen relevanten Fahrspuren Rot haben und dort kein neuer Verkehrsteilnehmer auf die Kreuzung oder den Zebrastreifen darf. Demjenigen der orange-blinkend sieht, wird nicht die Vorfahrt erteilt, sondern die Erlaubnis gegeben, die Kreuzung zu befahren, wenn der letzte Abbieger oder Überquerer sich eingeordnet hat, oder nicht mehr die Fahrspur kreuzt.

Auf diese Weise kann auf Totphasen verzichtet werden, in denen jeder Rot hat und niemand auf der Kreuzung ist. Eine wichtige Änderung wäre dies vor allem bei Zebrastreifen, die Alleinverursacher für Rotphasen sind. Hier wird auf den unwahrscheinlichen Fall, der langsamstmöglichen Straßenüberquerung hin die Rotphase für Fahrzeuge ausgelegt. Dies führt zu dem Resultat, welches den Meisten aus dem Alltag bekannt sein dürfte, dass ein Passant die Ampel betätigt, die Straße überquert und der Automobilist selbst dann noch stehen bleiben muss, wenn der Fußgänger sich bereits 20 bis 30 Meter vom Zebrastreifen entfernt hat. Gar noch schlimmer wird es, wenn Fahrzeuge anhalten müssen, obwohl der Fußgänger die Straße bereits überquert hat. Vor allem kann sich dies in Stoßzeiten potenzieren, dann nämlich, wenn Autos vor einem „leeren“ Zebrastreifen stehen und herannahende Fahrzeuge verfrüht oder unnötig Bremsen müssen. Selbst wenn dann die ersten bereits weiterfahren, kann sich die Schlange nicht schnell genug auflösen und erzwingt immer neue unnötige Bremsungen.

Geht man nun hier hin und versucht, technische Lösungen zu suchen, die sich noch besser anpassen können, dann sucht man nach einer Smartlösung für Stupiduser. Das kann nicht unser Ziel sein. Denn wenn wir, zumal im Straßenverkehr ein Problem mit Stupidusern haben, dann müssen wir das Problem der unverantwortlichen Nutzern angehen. Es kann nicht sein, dass Regelungen so gestrickt sind, dass der Menschenverstand unerwünscht ist. Auf jeden Fall brauchen wir adaptive Regelungen und Steuerungen im Straßenverkehr, weil die Potenziale sind enorm und für unsere Gesellschaft extrem wichtig – sei es aus energetischer und Umweltsicht, sei es aus Zeit- und Stressgründen.

Angenommen es sind am Tag nur 200 000 Autos auf der Straße und jedes müsste täglich nur eine Sekunde weniger vor einer einzigen roten Ampel stehen, dann entspricht das im Jahr einer Wartezeit von 845 Tagen. Das allein verursacht ein Benzinverbrauch von 4 055 Litern. Das ist so viel, als wenn ein Auto 67 500 km fährt. Würde von diesem Verkehr jedem Auto einmal am Tag auch nur eine einzige Rotphase erspart bleiben, dann würde dies ohne den Stillstand zu berücksichtigen zu einer Benzineinsparung von 893 000 Litern pro Jahr führen (oder einer Fahrleistung 14,9 Millionen km = 372 mal um die Welt) Es ist an sich unbegreiflich, wie es Politiker geben kann, die behaupten Individualverkehr wäre ein Problem, weil dadurch zu viel Benzin verbraucht wird, wenn gleichzeitig ein solch einfaches Potenzial auf der Straße liegen gelassen wird. Vor allem würde es der Gesellschaft in mehrfacher Hinsicht zu Gute kommen, wenn der Verkehrsfluss optimiert würde, anstatt Geld für Werbekampagnen auszugeben, die einen auffordern den Bus zu nehmen. In Deutschland gibt es Orangephasen die Grün ankündigen, in Weißrussland zählt gar ein Countdown runter, damit der Verkehr schneller ins Rollen kommt, in Holland gibt es Fahrradwege, die Straßen kreuzen, ohne eine Ampel zu benötigen und in der Schweiz wissen die Kreuzungen von wo der Verkehr angerollt kommt. Umweltschutz bedeutet nicht immer, alles zu verbieten, es bedeutet einfache Optimierungspotenziale als Erstes auszuschöpfen. Es bedeutet Regelungen zu finden, die den Menschenverstand unterstützen und ihn nicht verbieten.

Lüftungsanlagen

Ob Lüftungsanlagen nun energetisch sinnvoll sind oder nicht, sie ermöglichen doch einen Komfort, der anders nicht möglich wäre. So entfällt größtenteils der Bedarf, das Fenster zu öffnen. Geruchsstoffe und Feuchtigkeit werden automatisch auf einem niedrigen Niveau gehalten und kalter Durchzug ist nicht notwendig. Auch kann man als Vorteil ansehen, dass die Frischluft durch einen Filter von etlichen Schwebstoffen befreit wird, so gelangt weniger Staub in die Wohnung.
Vergessen sollten die Konsequenzen und Risiken dabei aber nicht werden. Dies hat weniger mit den Anlagen an sich zu tun, als vielmehr mit dem Verständnis von und dem Umgang mit dieser Technik. Eine zunehmende Technisierung unseres Lebens sind wir gewohnt. Dies stellt ohnehin nur eine Seite des Problems dar. Viel problematischer ist die nicht direkt sichtbare und nicht pauschalisierbare Seite, die sich je nach Planung, Installation und Wartung zeigt oder zeigen wird. Schwierig ist es einerseits, weil Lüftungsanlagen deshalb unnötig in Verruf geraten und vor allem weil andererseits Kritiker als Panikmacher verschrien werden, weil es eben doch Beispiele gibt, wo alles richtig gemacht wurde und die Anlagen vernünftig gewartet und überwacht werden.
Zu oft zeigt sich in der Praxis allerdings ein anderes Bild. Es gibt dabei zwei Ansätze, die Gefahren bergen. Für die einen ist – zumal im Wohnungsbau – die Lüftungsanlage ein Dorn im Auge und es wird auch aus ästhetischen Gründen versucht diese zu kaschieren. Dabei werden nicht allzu selten flexible Rohre eingesetzt, die Rohre hinter falschen Wänden und Decken versteckt oder schlimmer noch in den Beton oder Estrich eingegossen. Hauptsache alles ist versteckt. Für andere erwecken Lüftungsanlagen den Ansporn noch mehr Energie einzusparen und nur dort und dann die Luft auszutauschen, wenn dies erforderlich scheint. Dabei werden Meter um Meter Lüftungsrohre durch das Haus gelegt, die immer kleiner und verwinkelter sich dorthin verirren müssen, wo zeitweise einige Kubikmeter Luft ausgetauscht werden sollen. So ehrenwert dieser Gedanke dem einen oder anderen erscheinen mag, der technische Aufwand darf nicht aus den Augen verloren werden. Es müssen vernünftige und einfache Lösungen angestrebt werden.
Man muss sich nämlich bereits vor der Planung bewusst sein, dass das gesamte Lüftungsnetz auch von Zeit zu Zeit gereinigt werden können muss – zumindest aber das Zuluftnetz. Werden Flexrohre mit ihren Rillen eingesetzt, können sie getrost jeden Gedanken diese zu reinigen aufgeben. Auch wird es kaum möglich sein, versteckte Rohre zu reinigen, die nicht formstabil und planlos hinter Vorwänden und falschen Decken versteckt worden sind. Sind Biegungen nicht zu vermeiden müssen die Teilabschnitte über Revisionsöffnungen erreichbar sein. Auch sieht man auf Baustellen ein Wunderwerk an unterschiedlichen Profilen und Übergängen, damit die Lüftungsrohre auch möglichst in jede Ecke gedrückt werden können, egal ob eckig oder Oval. Hauptsache das Ganze ist anschließend von außen Hui und wer sollte sich schon an etwas stören, was nicht zu sehen ist?
In letzter Zeit hört man zunehmend Planer sich beschweren, was die Lüftungsanlagen für negative Konsequenzen haben und dass die Regulierung diesbezüglich Wahnsinn ist. Allerdings gründen die Probleme allesamt nicht aus der Regulierung, sondern leider aus der planlosen Installation des Systems. Eine Lüftungsanlage darf nicht nur als Mittel verstanden werden, Energie einzusparen, sondern vor allem auch als Komfort. Ein einfacher Wartungsbedarf mit einer kontinuierlich gewährleistbaren Hygiene über viele Jahre gehört ebenso dazu, wie Nutzer, die wissen, dass es Fenster gibt und man den Volumenstrom der Anlagen regeln kann – und sie auch ausschalten kann. Obwohl es bisweilen gefordert wird, ist es nicht die Regulierung, die sich ändern muss, sondern die Konzepte der Planer und das Bewusstsein der Nutzer, sich entsprechend sorgsam um die Anlage zu kümmern, damit hygienische Probleme ausgeschlossen werden können. Dennoch gilt: Wer in Wohngebäuden oder in gängigen Funktionalgebäuden ein Konzept vorzieht indem 100 % des Luftbedarfs über Lüftungsanlagen abgedeckt wird, der tut vieles, aber weder energiesparen, noch die Umwelt schonen. Er nutzt vielmehr Technik um ihrer selbst willen und setzt Material ein, weil Vernunft nicht von Interesse ist. Dieses Verständnis muss sich ändern.

Abriss gut integrierter Gebäude

Ein weiterer Aspekt bei älteren Gebäuden ist oftmals der völlig unterschiedliche Bezug zur Lebensdauer. Werden demgegenüber Gebäude insbesondere aus den 60-iger und 70-iger betrachtet, so ist es hier meistens hinfällig, sich über eine Renovierung Gedanken zu machen. Bezüglich Schallschutz ist wenig investiert worden. Der Energieverbrauch und die Bausubstanz sind kurzfristig geplant und entsprechend ist gebaut worden. Die Architektur ist mit minimalistisch wohlwollend umschrieben. Nicht so bei Gebäuden, die bereits um die hundert Jahre oder länger stehen. Sie sind gebaut worden, um solide stehen zu bleiben. Zweihundert, dreihundert Jahre Nutzungsdauer, das bedeutet Materialien mit langer Lebensdauer zu nutzen. Das ist kein Vergleich mit dem, was vor einem halben Jahrhundert gebaut wurde und nicht mit dem, was heute errichtet wird. 15-20 cm Mauermerk eingeklebt mit Styropor. Kaum vorstellbar, dass einer das alle 40 Jahre neu mit Styropor einkleidet, dann vielleicht doch lieber zwischendurch den Abreishammer schwingen.

Was macht ein altes Gebäude aus? Ein wichtiger Faktor ist, dass sich alte Gebäude bewährt haben, denn ansonsten würden sie längst nicht mehr stehen. Zwar gibt es einige Mängel bezüglich Komfort und Energieverbrauch. Aber vieles davon lässt sich leicht beheben. Undichte Fenster und Türen sowie nicht gedämmte Dächer stellen bei der Sanierung keine große Herausforderung dar. Ohnehin sind alte Gebäude weit weniger schlecht als ihr Ruf, was sich insbesondere dann zeigt, wenn nachträgliche Energiesparmaßnahmen nicht den versprochenen Erfolg aufweisen können. Eine andere negative Eigenschaft, dass nämlich die Räume oft klein und dunkel sind, lässt sich nur bedingt verbessern, wenn es sich um historisch wertvolle Wohngebäude handelt. Hier ist es aber auch eine Geschmacksfrage und mit dem individuell empfundenen Charme aufzuwiegen. Bei alten Scheunen und Ställen sollte das allerdings in den wenigsten Fällen ein Problem sein.

Von hohem Wert jedoch sind die darin enthaltenen Materialressourcen, die ohne großen Aufwand an neuem Material, Arbeit und Energie verwendet werden können. Auch spricht das Konzept der Dauerhaftigkeit dafür, dass das Gebäude mit den darin verbauten Ressourcen noch lange genutzt werden kann.

In diesem Kontext wird immer häufiger auch von der grauen Energie gesprochen. Doch ist dies in unseren Augen zu eindimensional gedacht, denn abgesehen von Energie, die durchaus regenerativ und schadstoffarm gewonnen werden kann, ist dies bei vielen Materialien nicht der Fall. Das Abbruchmaterial muss mittels dem schadstoffintensiven Transportsektor zur Deponie geführt werden, die ihrerseits große Flächen beansprucht. Auf der anderen Seite müssen neue Materialien gewonnen werden und dies bedingt den Raubbau in neuen Gebieten. Hier nur die graue Energie zu berücksichtigen bedeutet, vorhandene Potenziale nicht wertzuschätzen.

Alte Gebäude sind äußerst massiv errichtet worden, weil das oberste Gebot Standhaftigkeit war und nicht mittels Rechnungen optimiert worden ist. Dies führt zu einem thermischen Vorteil, der bei modernen Gebäuden oft aufgegeben wird, und insbesondere im Sommer eine Überhitzung vermeidet und ebenso im Winter eine größere Robustheit gegenüber kurzfristigen Kälteeinbrüchen aufweist. Das bedeutet zwar nicht, dass alte Gebäude energetisch überlegen sind, aber es stellt durchaus einen weiteren Vorteil dar, den man sich zu Nutzen machen kann.

Eines sollte zumindest jedem klar werden. Bestandsgebäude sind ein enorm großes Materiallager, welches uns schadstoffarm und anwendungsbereit zur Verfügung steht. Es gilt mehr als nur die Frage des Sparens von Energie zu beantworten. Über allem steht nämlich nur ein Grundgedanke: Die effiziente Nutzung unserer Potenziale. Und ja, Gebäude sind für etwa 40% unseres Energieverbrauches verantwortlich. Ebenso beanspruchen sie allerdings auch 50% unseres Materialkonsums und sind für 60% unserer Abfalls verantwortlich.

Reboundeffekt

Ein Grund für unseren heutigen Lebensstil ist der Reboundeffekt. Wenngleich nun viele einwenden würden, dass der technische Fortschritt und die immer weiter getriebene Entwicklung für unseren vorhandenen Komfort zuständig ist, so muss man dem entgegnen, dass diese Aussage nur partiell zutreffend ist. Ohne den Reboundeffekt würden die Gesellschaft einen Großteil der technischen Fortschritte nicht annehmen. Hieraus würde resultieren, dass das Streben nach der Entwicklung immer leistungsstärkeren Produkten nicht vorhanden gewesen wäre. Ohne das Streben nach ebendiesen Neuerungen hätten wir auch nicht den gewünschten Komfort.

Der Reboundeffekt tritt meistens dann auf, wenn auf unterschiedlichste Weise eine Effizienzsteigerung errungen wird. Nun sind etliche der Meinung, dass durch eine solche Effizienzsteigerung Energie eingespart würde. Meist stimmt es gar bei einzelnen Geräten, aber in der Summe wird ein beachtlicher Teil der Effizenzsteigerung durch steigende Komfortansprüche aufgezehrt.

Es sind unterschiedliche Denk- und Handlungsweisen, die dazu führen. Ein klassisches Beispiel ist dabei die Lichtproduktion. Durch die Entwicklung von Glühbirnen zu Energiesparlampen bis schließlich zur LED konnte immer effizienter Licht erzeugt werden, folglich müsste relativ zur Effizienzsteigerung der Stromverbrauch gesunken sein. Der Reboundeffekt macht aber einen Strich durch die Rechnung. Wenn nämlich weniger Strom gebraucht wird, um Licht zu erzeugen, warum dann nicht mehr Flächen ausleuchten? Den Garten, den Fischteich oder gleich die Hauswand? Wenn man sonst eine Schreibtischleuchte hatte, kann man jetzt mit der gleichen Strommenge den ganzen Raum beleuchten. Wenn das Licht nicht mehr so viel kostet, nun, warum sollte man sich dann die Mühe machen, jedes Mal das Licht auszumachen, wenn man den Raum verlässt? Natürlich spricht dies nicht gegen Effizienzsteigerungen, aber es verdeutlicht, dass sie selten so viel Energie sparen, wie oft propagiert wird. Das grundsätzliche Problem lässt sich sehr einfach anhand eines Gedankenganges zusammenfassen.

“Wenn Effizienzsteigerungen dazu führen, dass ich weniger verbrauche, warum können wir es denn nicht so machen, dass ich gleich viel verbrauche und dafür mehr Komfort erhalte?” Dieser Gedanke ist es im Grunde, der einen Großteil des Reboundeffekt verursacht, wobei er selten bewusst gedacht wird, sondern nur in unseren Handlungen zum Ausdruck kommt.

Autos werden immer effizienter. Was folgt ist, dass wir größere, stärkere und schwerere Autos kaufen – die gleichviel verbrauchen. Wir bauen Passivhäuser und verzichten deshalb auf einen Pullover im Winter und heizen lieber auf 26 °C. Wir installieren Lüftungsanlagen um im Winter Wärmeenergie einzusparen und lassen diese im Sommer laufen, um kein Fenster aufmachen zu müssen – und verbrauchen Strom.

Manchmal sind die Reboundeffekte derart dominant, dass eine Effizienzsteigerung dazu führt, dass noch mehr Energie verbraucht wird – wenn das passiert, spricht man von Backfire.

Die Erdölindustrie hat es wieder einmal geschafft, effizienter zu werden und kann nun kostengünstig aus Ölsanden oder mittels Fracking Erdöl gewinnen und den Energiemarkt überschwemmen. So sorgt Effizienz dafür, dass Energie günstiger wird, der Anreiz Energie zu sparen sich verringert und sparende Investitionen werden unwirtschaftlich.

Ein Handy vor 20 Jahren wurde als groß empfunden, der Akku musste wöchentlich aufgeladen werden und es wurden freudig kleinere und effizientere Modelle erwartet. Bis die Handys so effizient wurden, dass sie einen Computer teilweise ersetzen konnten und Mobiltelefone größer und größer wurden und täglich den Akku – der wesentlich mehr Energie speichern kann – leersaugen. Das Internet muss mobil werden und so werden überall Sendestationen errichtet und immer größere Server regeln die Datenfluten und es werden milliardenfach Daten ausgetauscht, Bewegungs- und Nutzungsprofile ausgewertet und gespeichert. Das ist das, was uns in Verbindung mit Effizienzsteigerungen dazu gebracht hat, so zu leben, wie wir leben. Wenn wir dies nicht hinterfragen, werden wir mit Effizienzsteigerungen nicht unseren Energiekonsum reduzieren, sondern immer neue Bereiche unseres Lebens technologisieren. Elektrisch betriebene Solowheels nehmen uns das zu Fuß gehen ab, damit wir abends nicht zu müde sind, um auf einem elektrisch betriebenen Laufband im Fitnessstudio unseren Körper zu stählen, bevor wir aufgrund des Muskelkaters die elektrische Zahnbürste verwenden.

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Unzureichende Kontrollen

Ein anderes Problem, unabhängig von dem Strafmaß, sind die Kontrollen. Nicht alles was nützlich wäre kann auch kontrolliert werden, weil es mit einem zu hohen personellen Aufwand verbunden wäre, oder aber einzelne unbescholtene Bürger zu sehr belästigt würden. Letzteres ist auch ein Grund warum der Entzug des Führerscheins nur bedingt Wirkung zeigen würde. Es ist sehr wohl möglich jahrelang ohne Führerschein zu fahren ohne erwischt zu werden, wie es prominente Beispiele zeigen.

Geschwindigkeitskontrollen sind zwar ohne Weiteres durch die Polizei oder automatische Blitzer durchführbar, aber bei anderen Verkehrsdelikten wie zu dichtem Auffahren, Drängeln, riskanten Überholmanövern, die dann vermehrt vorkommen, wenn keine Polizei in der Gegend ist, wird es weitaus schwieriger. Auch ist es schwierig, durch ein zwangsläufig lückenhaftes Kontrollsystem mutwillige Serientäter von jenen unterscheiden, die ein Schild übersehen haben. Dadurch, dass Wiederholungstäter härter bestraft werden, lässt sich zwar eine gerechtere Strafe erzielen, allerdings bleibt immer noch Vieles im Dunkeln.

Dort wo das Kontrollsystem blind ist, ließen sich die Delikte effektiver offenlegen, wenn eine Art Strafanzeige von anderen Verkehrsteilnehmern sehr leicht erstellt werden und registriert werden könnte. Natürlich dürfte diese nicht zu einer direkten Bestrafung dessen führen, der angezeigt wurde, weil die zivile Bevölkerung keine exekutive Gewalt erhalten darf. Jedoch sollten die Anzeigen, falls sie sich häufen (von unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern) dazu führen, dass der Angeklagte einerseits darüber informiert wird, und im Falle, dass er der Polizei wegen des gleichen Deliktes auffällig wird, mit einem Vielfachen des Basisbußgeldes geahndet werden, so als ob ein Wiederholungstäter wäre. Die Anzeigen aus der Zivilbevölkerung würden als Bewährungsstrafe gewertet, wobei jene Anzeigen von notorischen Anzeigern natürlich kaum gewichtet werden dürften. Ebenso jene aus der Nachbarschaft oder wenn die Selben fortwährend von den gleichen angezeigt würden oder gewisse Netzwerke von Personen, die die gleichen Personen anzeigen. Es würde zwar einen gewissen Aufwand bedeuten, um die geeigneten Strukturen und Regeln zu schaffen, aber dann wäre der Krieg auf den Straßen bald vorbei und ein Verbot wäre ein Verbot.