Das Tückische am Klimawandel

Das Tückische am Klimawandel ist nicht der „leichte“ Anstieg der Jahresmitteltemperartur. Das könnte man leichtfertig hinnehmen, oder sich auf sinkende Heizungsrechnungen und schönere Sommer freuen.

Die Problematik versteckt sich in den weit verzweigten Zusammenhängen, und vor allem auch in der Geschwindigkeit mit der sich der Wandel vollzieht. Diese Geschwindigkeit wird die Anpassungsfähigkeit vieler Lebewesen überfordern. So führt ein Anstieg der Durchschnittstemperatur auch zu einem Anstieg der Maximaltemperaturen, so wie es im Video zu erkennen ist.

Das kann nicht nur heftige Unwetter begünstigen, sondern auch für viele Pflanzen, insbesondere auch unsere Nahrungsmittel, ein Absterben bedeuten, selbst wenn nur an einem einzigen Tag ein °C mehr erreicht wird als diese vertragen. Auch deshalb werden derzeit riesige Speicher mit unterschiedlichen Samen angelegt und gepflegt, um mit dieser Art Gen-Datenbank über resistentere Gattungen zu verfügen, sobald derzeit verwendete Sorten mit den Wetterkapriolen nicht mehr klar kommen. Der Klimawandel wird etliche Veränderungen für uns bereithalten.

Die Gefahr liegt aber zu einem großen Teil noch im Verborgenen , zum einen in der Veränderung selbst, und zum anderen in der Trägheit des Planeten, die die Auswirkungen lange verzögert, bevor sie zum Vorschein kommen.

So wissen wir wohl, dass CO2 und Methan für den menschgemachten Klimawandel verantwortlich sind,  weil es den für das Klima maßgeblichen Treibhauseffekt verstärkt. Dabei ist es aber so, dass das CO2 in der höheren Atmosphäre sein muss, bevor es vollständig klimawirksam ist. Bevor es dort ankommt können aber bis zu 30 Jahre vergehen. Hinzu kommt, dass CO2 zu einem gewissen Maße wasserlöslich ist und derzeit etwa 60 % unserer CO2-Emission nicht in der Atmosphäre bleiben, sondern in den Ozeanen gebunden werden und dort zu einer Versäuerung des Wassers führen (Kohlensäure). Nicht nur, dass die Ozeane irgendwann mit CO2 gesättigt sein werden, und dann kein CO2 mehr aufnehmen können (durch starken Algenwuchs kann etwas mehr CO2 gebunden werden), so führt die globale Klimaerwärmung auch dazu, dass die Ozeane sich aufwärmen. Warmes Wasser kann aber weniger CO2 binden als kaltes Wasser. Das Phänomen ist ähnlich mit Sauerstoff, daher wissen die Meisten, dass Fische im Teich und im Aquarium kaltes Wasser bevorzugen – weil sie in wärmeren Wasser ersticken würden.

Bei kontinuierlichem CO2-Ausstoß wird deshalb nicht nur immer weniger des CO2 in den Ozeanen gebunden werden, sondern ab einem gewissen Punkt wird zusätzlich zu den CO2-Emissionen bereits gebundenes CO2 aus den Ozeanen ausgestoßen werden und die Auswirkungen des Klimawandels werden immer schneller von statten gehen.

Eine weitere physikalische Eigenschaft, die die Auswirkung des Treibhauseffektes sehr stark abmindert, ist das Schmelzen der Gletscher und Polarkappen. Dieser Effekt ist mit einer Limonade mit Eiswürfeln vergleichbar, die sie im Sommer auf der Terrasse trinken. Solange noch Eis im Glas ist, wissen sie, dass die Limonade noch kalt ist, auch wenn ihr ständig Wärme zugeführt wird. Sobald das Eis allerdings geschmolzen ist, wird die Limonade auch sehr schnell wärmer. Der Grund dafür liegt darin, dass Eis sehr viel Schmelzwärme benötigt und diese somit aufnehmen kann, während es schmilzt. So ist die Wärme, die benötigt wird um 1 kg Eis zu schmelzen, genau soviel Wärme, wie benötigt wird um 1 kg Wasser von 0 °C auf 80 °C zu erhitzen. Ist dieser natürliche Puffer der Erde erst einmal aufgebraucht, können sie sich vorstellen, wie sich die Geschwindigkeit des Klimawandels verändert.

Hinzu kommt, dass Schnee und Eis sehr viel Sonnenlicht reflektieren und so in das Weltall zurück strahlen, das nicht durch den Treibhauseffekt auf der Erde zurückgehalten werden kann. Mit sinkender Eisfläche sinkt die Sonnenreflektion der Erde und noch mehr Sonnenstrahlen werden absorbiert, und in Wärme umgewandelt.

Je mehr sich die Atmosphäre aufwärmt umso mehr Wasser kann sie aufnehmen und je mehr sich die Ozeane erwärmen, umso mehr Wasser werden sie verdunsten und damit den Treibhauseffekt weiter verstärken.

Das Problem des Klimawandels sind bei weitem nicht nur die 2 °C, um die die Durchschnittstemperatur ansteigt, es sind vielmehr all jene Wandlungsprozesse, die angestoßen werden, und die Puffer der Erde, die an ihre Grenzen stoßen und die Klimaerwärmung irgendwann nicht mehr abmindern können, sondern ihn sogar noch verstärken können.

Zum Glück gibt es auch Effekte, die dem entgegenwirken, wie etwas, dass Pflanzen mit mehr CO2 in der Atmosphäre und höherer Jahresmitteltemperatur schneller wachsen, ebenso die Algen in den Meeren, wie man am Ende der Badesaison auch zunehmend feststellen kann. Mit steigender Temperatur werden Bäume auch immer nördlicher wachsen können und auch hier Kohlenstoff binden. Das kann helfen, aber es wird das Problem nicht lösen, wenn wir weiter mehr CO2 ausstoßen, als gebunden wird. Dann hilft es auch nicht Holz CO2-neutral zu verbrennen.

Der Treibhauseffekt

Der Treibhauseffekt der Erdatmosphäre funktioniert im Prinzip ähnlich wie bei einem Treibhaus aus Glas. Die Sonnenstrahlen kommen leicht hinein, die Wärme aber wesentlich schwerer hinaus.

Um das genauer zu verstehen, ist es wichtig zwei physikalische Eigenschaften zu kennen. Das eine ist, dass Lichtstrahlen, ob sichtbar oder nicht, zum Teil Wellen sind, die sich im Weltall und in der Luft mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen, und sich durch ihre Wellenlänge unterscheiden lassen. Bei einer Wellenlänge zwischen 400 nm und 800 nm können wir die Strahlen sehen. Sind die Wellenlänge kurzer spricht man von UV-Licht, sind die Wellenlängen länger als 800 nm sind es Infrarotstrahlen. Je nach Wellenlänge unterscheiden sich auch die physikalischen Eigenschaften, wie etwa der Brechungswinkel. Das ist der Grund warum wir einen Regenbogen sehen, wenn es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint – das weiße Licht der Sonne wird in seine Bestandteile je nach Wellenlänge, sprich Farbe, aufgeteilt. Aber es unterscheidet sich je nach Wellenlänge auch, ob ein Molekül Lichtstrahlen durchlässt oder absorbiert.

Glas ist beispielsweise für sichtbares Licht durchsichtig, aber nicht für UV-Strahlen und Infrarotstrahlen. Ähnlich verhält es sich mit Gasen in unserer Atmosphäre, wobei jede Art von Molekülen andere Bereiche der Wellenlängen des Lichtes durchlässt oder absorbiert.

Als zweites muss man wissen, welche Eigenschaften physikalisch gesehen sogenannte schwarze Körper haben. Jeder Körper, der nicht leuchtet, ist ein schwarzer Körper. Die Erde, Glühbirnen und die Sonne sind solche schwarzen Körper, ebenso wie sie und ich. Die Sonne leuchtet nämlich nicht, das tun LED-Leuchten und Glühwürmer.

Die Sonne strahlt ebenso wie Glühbirnen, die Erde und der Mensch nur in Funktion ihrer Temperatur. Dabei sind die Wellenlängen und die jeweiligen Intensitäten der Strahlung von der Temperatur des jeweiligen Körpers abhängig. Je wärmer ein Gegenstand ist, umso intensiver strahlt er und je weiter verschiebt sich das Intensitätsmaximum von Infrarotstrahlen hin zu kurzwelligerem sichtbaren Licht bis schließlich sogar in den UV-Bereich.

In der ersten Grafik ist einmal die solare Strahlung zu erkennen, die ihr Intensitätsmaximum im Bereich von 400 nm bis 600 nm hat und unter dieser Kurve sieht man die Intensitäten der einzelnen Wellenlängen, die auf der Erdoberfläche ankommen. Die Differenz wird von den Molekülen der Atmosphäre absorbiert oder reflektiert. Dabei sind auch die Molekülarten aufgeführt, die für die Absorption einzelner Wellenlängenbereich hauptverantwortlich sind.

sonnenstrahlung-auf-der-erde

Interessant ist es, das Licht der Sonne außerhalb der Atmosphäre zu messen, da sich so sehr präzise die Temperatur der Sonnenoberfläche messen lässt und außerdem fehlen einzelne Wellenlängen in der hier idealisierten Kennlinie. Das liegt daran, dass auch in der Sonnenatmosphäre Moleküle sind, die einzelne Wellenlängen absorbieren. Da dies physikalische Eigenschaften einzelner Stoffarten sind, lässt sich leicht sagen, welche Stoffe und in welcher Konzentration diese in der Atmosphäre der Sonne sind, ohne dorthin zu müssen. Die Absorption von Licht ist wie ein Fingerabdruck, den die Moleküle im Licht hinterlassen.

Aber was hat das jetzt mit dem Treibhauseffekt zu tun? Die Sonne hat eine Oberflächentemperatur von rund 6 000 Kelvin und das Strahlungsmaximum ist für uns im sichtbaren Bereich des Lichtes, wie in der folgenden Grafik zu erkennen. Das ist kein Wunder, denn unsere Augen haben sich daraufhin optimiert. Der Draht einer Glühbirne wird etwa 3 000 Kelvin warm und strahlt auch zu einem gewissen Teil sichtbares Licht aus, vor allem aber weit weniger UV-Strahlen als die Sonne, dafür aber mehr Infrarotstrahlen, deshalb haben die Glühbirnen auch so einen geringen Wirkungsgrad. Ein Stahlträger, der eben gegossen wurde und gewalzt wird hat etwa 1 100 Kelvin und strahlt rotes Licht aus, da kaum noch Wellenlängen von 400 nm (violett) vorhanden sind. Wenn sie neben einem solchen glühenden Strahlträger stehen, werden sie vor allem die Infrarotstrahlen spüren, die er ausstrahlt.

sichtbares-licht-und-infrarotstrahlung

Auch die Erde strahlt, aber auf einem Temperaturniveau von etwa 300 Kelvin. Für uns sichtbares Licht ist darin nicht zu erkennen, die Strahlung erfolgt ausschließlich im Infrarotbereich.

Wenn sie nun eine Wärmebildkamera haben und Menschen filmen, dann können sie diese als rote Fläche sehen, weil der Hintergrund kälter ist und deshalb mit einer längeren Wellenlänge strahlt. Die Wärmebildkamera macht nichts anderes, als die für uns unsichtbare Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung) sichtbar. Wenn nun die gefilmte Person sich hinter eine Glasscheibe stellt, wird sie für die Wärmebildkamera unsichtbar, obwohl sie die Person noch immer mit dem bloßen Auge sehen können. Das Glas ist eben nur für die für uns sichtbaren Wellenlängen durchsichtig und für die anderen nicht.

Für Ozon, Sauerstoff, Wasser, CO2 und Methan gilt dies in ähnlicher Weise, aber für jeweils unterschiedliche Wellenlängen.

Die eher kurzwelligen Sonnenstrahlen gelangen leicht auf die Erdoberfläche, wo sie von der Erde absorbiert, also in Wärme umgewandelt werden, und dann als langwellige Infrarotstrahlung zurück gestrahlt werden. Dabei können diese Infrarotstrahlen die Atmosphäre nicht mehr so leicht durchdringen, sondern werden immer wieder absorbiert und teilweise zurückgestrahlt.

Besonders im langwelligen Infrarotbereich sind Wasser, CO2 und Methan für die Absorption wirksam. In welchem Maße die einzelnen Stoffe für den Treibhauseffekt verantwortlich sind, lässt sich ermitteln, wenn die Wellenlängenintensitäten der Erde oberhalb der Erdatmosphäre untersucht werden. Denn hier hinterlassen die einzelnen Stoffe ihren Fingerabdruck. Deshalb kann auch von dem natürlichen und dem menschgemachten Treibhauseffekt gesprochen werden.

Der Treibhauseffekt an sich ist für uns aber sehr wichtig, da es ohne ihn viel zu kalt hier wäre, damit wir leben könnten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Durchschnittstemperatur auf der Erde ohne den Treibhauseffekt bei etwa -19°C liegen würde.

Elektroauto – die Zukunftstechnologie?

Gerne wird darüber diskutiert, dass der Individualverkehr ein sehr großes Problem darstellt. Doch in welcher Hinsicht? Und stimmt das auch? Wenn alle mit dem Fahrrad fahren würden, bestünde kein Problem mit dem Individualverkehr. Also muss es etwas anderes sein, das ein Problem darstellt. Zum einen sind die Emissionen zu nennen, vor allem auch jene, die zusätzlich zum klimaschädlichen CO2 entstehen. Wenn man sich die sich rasch schwärzenden Gebäude in den Städten anschaut, kann man sich leicht vorstellen, welchen Dreck wir einatmen, weil wir unsere eigene Luft verpesten.
Zum zweiten sind es die elend langen Staus, die uns durch überfüllte Straßen, dazu verdammen trotz unseres geschätzten Individualverkehrs unnötig viel Zeit damit zu verbringen, nicht voran zu kommen. Eine weitere Herausforderung, die auf uns zukommt, ist, dass wir aktuell mit großer Geschwindigkeit unsere fossilen Ressourcen aufbrauchen. Dass sich etwas an unserer Mobilität ändern muss, und wird ist allein deshalb schon eine Tatsache.

Aber wie soll es sich ändern? Ändern wir die Technologie? Ändern wir das Konzept? Für beides gibt es gute Gründe, aber auch Nachteile. Wahrscheinlich wird es beides sein, wobei ich der festen Überzeugung bin, dass auch der Individualverkehr weiterhin eine tragende Rolle spielen wird. Ungeachtet aber ob individueller oder öffentlicher Verkehr, es bleibt die Frage nach der Technologie, die sich ändern wird.

Eine Bedingung wird sie wohl erfüllen müssen. Und das wäre die, dass keine Emissionen innerhalb der Städte verursacht werden und bezogen auf den Gesamtprozess von Energiegewinnung bis hin zur Nutzung, müssen die Emissionen gering sein.

Damit fällt der Verbrennungsmotor insbesondere mit kohlenstoffhaltigen Energieträgern aus. Selbst ohne Kohlenstoff im Energieträger würden sich die Stickoxide nur sehr schlecht vermeiden lassen. Ohnehin scheint für viele die Antwort bereits klar zu sein, denn das Elektroauto wird gerne als Zukunftstechnologie dargestellt. Die paar Nachteile, wie Ladezeit und Reichweite würden schließlich noch behoben werden, behaupten Befürworter und verweisen auf die technische Entwicklung.

Der Vorteil, dass keine Emissionen innerhalb der Städte entstehen, ist unbestreitbar. Auch können die Emissionen der gesamten Kette sehr niedrig sein, nämlich dann, wenn der elektrische Strom, mit dem die Akkus aufgeladen werden, emissionsfrei aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Hierbei ist es weder realistisch nur dann Auto zu fahren, wenn die Sonne scheint, noch elektrischen Strom direkt zu speichern. Durch chemische Speicher, die Wirkungsgrade von 60 – 95 % aufweisen, kann das Problem der Schwankungen von der Einspeisung der erneuerbaren Energien innerhalb eines Tages weitestgehend entschärft werden. Aus diesem Grund werden elektrische Autos auch gerne als Lösung der Umwandlung unserer Energieversorgung angesehen. Abgesehen von der Problematik der langen Ladezeiten und der geringeren Reichweite, gibt es allerdings einen weiteren Nachteil der weitaus gravierender ist. So lässt sich die Reichweite durch sparsame, leichtere Fahrzeuge und Akkus mit mehr Speicherkapazität durch weitere Entwicklungen durchaus steigern. Die Ladeproblematik kann durch automatisiert austauschbare Akkus nahezu vollständig gelöst werden. Auch gibt es viele Fahrzeuge, die nie für längere Strecken verwendet werden, wodurch diese Nachteile für den Nutzer nicht zum Tragen kommen. Das bedeutet, es gibt eine gewisse Anzahl von Fahrzeugen, die sich dafür anbieten, mit reinem Akkubetrieb zu fahren. Durch diese optimale Nutzung unserer Potenziale lässt sich unsere Energieeffizienz erhöhen, aber mit einem entscheidenden Nachteil. Die Versorgungs­sicherheit von elektrischem Strom durch erneuerbare Energie im Winter, und vor allem in ein bis zwei wöchigen Perioden mit wenig Wind- und Solarenergie, ist sehr schwierig und wird durch Elektroautos zusätzlich erschwert. Diese können nämlich nicht systematisch während mehreren Tagen nicht beladen werden, da sie ansonsten nicht mehr genutzt werden können – dies würde einen Eingriff in die Versorgungssicherheit darstellen, der nicht von der Bevölkerung akzeptiert werden wird. Dadurch verschärfen Elektroautos in gewisser Weise das Problem, das sie von der Idee her lösen sollten. Denn je mehr Elektroautos betrieben werden, umso mehr Reservekapazitäten müssen für die Stromproduktion im Winter bereit­gehalten werden.

Deshalb ist es wichtig, Energieträger zu haben, die länger speicherbar sind, wobei aber jeder zusätzliche Umwandlungsprozess neben dem technischen Mehraufwand auch einen geringeren Gesamtwirkungsgrad bedingt. Oft wird in diesem Zusammenhang von „Power-to-gas“ gesprochen. Dabei wird elektrischer Strom verwendet um mittels Elektrolyse aus Wasser Wasserstoff zu gewinnen und, falls gewünscht, in einem nachgelagerten Prozess mit CO2 daraus Methan zu produzierten.

Je effizienter unsere solaren Potenziale genutzt werden, umso weniger Versorgungssicherheit ist im Winter gewährleistet – zum Beispiel im Fall von Elektroautos und Photovoltaik. Deshalb ist es wichtig, Strukturen zu schaffen, die beide Vorteile nutzen können und einen Kompromiss zwischen effizienter Nutzung und Speicherbarkeit darstellen. Es ist wichtig Energie, die direkt zur Verfügung steht, – Solar- und Windenergie – möglichst direkt zu nutzen und jene Energie, die eine hohe Speicherbarkeit aufweist – indem Fall Wasserstoff oder Methan – nur dann zu nutzen, wenn keine andere Nutzenergie verfügbar ist.

Die Alternative von Photovoltaikstrom und dessen Nutzung in Elektroautos, kein einen solaren Wirkungsgrad, wie in der nachfolgenden Gleichung zu sehen, von 10,3 % aufweisen. Wir wissen aber, dass die Versorgungssicherheit im Winter unter keinen Umständen gesichert sein kann, weil der produzierte elektrische Strom der Photovoltaikanlagen sehr gering ist und einem hohen Strombedarf gegenübersteht, der nicht durch diese Energiequelle gedeckt werden kann.

η_Batterie =

η_Photovoltaik * η_Transport * η_(Speicherung im Akku) * η_(Umwandlung in mechanische Energie)

=15% * 90% * 80% * 95%

=10,3 %

Eine andere Möglichkeit besteht darin, aus dem mit Photovoltaik produzierten elektrischen Strom Wasserstoff zu gewinnen und diesen als Treibstoff in Brennstoffzellenautos zu nutzen. Werden hier die Teilwirkungsgrade miteinander multipliziert, ergibt sich ein Gesamtwirkungsgrad von 2,9 %, der 5‑mal niedriger ist als bei Elektroautos mit Batterie und PV-Strom. Wasserstoff oder Methan ist durchaus über längere Zeit speicherbar. Sie können im Sommer eine große Über­dimension­ierung von Photovoltaik- und Windenergieanlagen rechtfertigen, weil überschüssige Energie umgewandelt, und stofflich gespeichert wird, und dadurch hilft, die Versorgungssicherheit nebst dem Verkehrssektor auch im Wärme- und Stromsektor im Winter zu erhöhen.

η_Gas =

η_Photovoltaik * η_Transport * η_(Umwandlung in Gas) * η_Transport * η_(Umwandlung in mechanische Energie)

=15% * 90% * 60% * 90% * 40%

=2,9%

Hier zeigt sich deutlich das Dilemma zwischen Energieeffizienz und Versorgungssicherheit. Es heißt also zwischen einer instabilen Energie­versorgung und Potenzialverschwendung einen Mittelweg zu finden.

Den Weg wird vor allem auch die Entwicklung der Technologien zeigen. Es gibt jetzt schon Idealisten, die den Wasserstoff dezentral produzieren und selbst (im eigenen Unternehmen) tanken. Auch wird es möglicherweise Fahrzeuge wie LKW und Busse geben, die lange Fahrzeiten haben, die dann über SOFC (Hochtemperaturbrennstoffzellen) verfügen, die den höchsten Wirkungsgrad aufzeigen und ebensogut Wasserstoff wie auch Methan umwandeln können.

Ein weiterer Nutzungsbereich, in dem die zwangsweise Entladung bei Flüssigwasserstoff zum Erhalt der niedrigen Temperatur im Tank keine große Rolle spielt, sind Carsharing-Autos, die sich in Städten durchsetzen werden, weil Autos einfach zu teuer sind, um einfach herumzustehen.

Ebenso kann ich mir vorstellen, das Betreiber von Biogasanlagen in Zukunft größere Gasspeicher anlegen, die sich bei einem Überschuss an elektrischem Strom zusätzlich mit selbstproduziertem Wasserstoff beladen (das im Biogas enthaltene CO2 wird dann durch die Bakterien mit dem Wasserstoff zu Methan umgewandelt, sodass sich dann die Leistungsdichte im Speicher verbessert – ohne dass das Volumen ansteigt und der Brennwert das gelagerten Gases verbessert sich zudem auch noch, sodass die Einspeisung in das Gasnetz einfacher wird.)

Ich denke, dass Strom, Wasserstoff und Methan seine Märkte finden werden. Genauso wie heute Gas, Benzin und Diesel (ohne eine umweltspezifisch Bewertung zwischen diesen abzugeben).

Aber eines ist auch sicher, nämlich dass der Verbrennungsmotor mit seiner Vielzahl an Nachteilen, allem voran den Abgasen, nicht als Zukunftskonzept taugt. Allenfalls als Übergangslösung und später als Randerscheinung macht das Sinn, und hier ist es definitiv angebracht, kritisch zu bleiben, wenn die Lobbyisten ihre Weisheiten vom Stapel lassen, denn die wollen an Altem festhalten. An aufwändigen, und unnötigen Getrieben, Bremsen, die verschleißen, dicken SUV, die man nicht mehr nutzen wird, wenn die Energiedichte des Energieträgers zu gering wird. Und wer weiß, wie das auf den Umsatz schlägt, wenn es „trendy“ wird, kleine Autos zu fahren und das protzige Auffallen nicht mehr zählt – vielleicht verliert das Automobil dann auch ein wenig von seinem Statussymbolcharakter…

Warauf machen Steuern / Gebühren Sinn?

Steuern müssen sein, um unser  gesellschaftliches Leben zu vereinfachen und um Voraussetzungen zu schaffen, die uns allen einen Nutzen schaffen. Dazu zählen Straßen, Bildung, Gesundheit und Sicherheit. Dazu ist ein gewisser Geldbetrag notwendig und dieser muss von der Gesellschaft erbracht werden, deshalb gibt es Steuern und Gebühren, aber nicht alle sind mit unseren Interessen vereinbar oder gar kontra produktiv.

Wie lautet eure Meinung dazu? Wo sollten Steuern vermehrt anfallen? (In anderen Bereich, dadurch entsprechend weniger)

 

Ozeane reinigen

Zweidrittel der Erdoberfläche sind bedeckt mit Wasser. Die Fläche und Wassermenge ist enorm, und wird deshalb achtlos behandelt. Unsere Ozeane sind für Viele zu einer bequemen Müllhalde geworden. Tankschiffe für Chemikalien reinigen ihre Frachträume auf offener See um Entsorgungsgebühren der belasteten Abwässer zu vermeiden, oder „entsorgen“ gar ganze Ladungen mit Chemieabfall.

Viele Schiffe werden wegen Überkapazitäten nicht mehr benötigt und entsprechen nicht länger den Standards. Oft genug werden die Schiffe dann an Stränden in Drittweltländern ohne Gedanken an Umwelt- oder Menschenschutz zurückgebaut, nachdem sie mit voller Fahrt in den Strand hineingefahren sind. Ohne Hafen, ohne Trockendock, ohne kontrollierte Entsorgung von Altölen oder ähnlichem, werden die Schiffe zerlegt und metallische Wertstoffe verkauft, zum Profit der Unternehmen und auf Kosten der Natur und der Arbeiter. Vielleicht wäre es besser, einige Tanker vorzeitig aufzukaufen und anderweitig zu nutzen.

Ein dringendes Problem, das sich lohnen würde anzugehen, wäre die Weltmeere von den Millionen und Abermillionen Tonnen an Plastik zu reinigen, die sich in ihnen angesammelt haben. Inzwischen haben sich in unseren Gewässern 150 Millionen Tonnen an Plastikabfall angehäuft. Jährlich gelangen immer noch zusätzliche 8 Millionen Tonnen an Abfall in die Weltmeere.

Das Problem dabei ist, dass sich einerseits viele Meeresbewohner darin verfangen und verenden und anderseits, dass sich diese Plastikteile durch Wellen, Schiffsschrauben und Sonnenstrahlen in immer kleinere Stücke zerteilen, bis sie dann angefangen bei den Klein- und Kleinstlebewesen in unsere Nahrungskette gelangen.

Auch wenn es uns in nächster Zeit gelingen sollte, den Zustrom an neuem Plastik in die Gewässer zu unterbinden, so bleiben immer noch riesige Mengen an Plastik, die bereits dort sind und sich ganz allmählich auflösen, aber nicht verschwinden werden. Für unsere Gesundheit und für die Umwelt wird kaum ein Weg daran vorbei führen, diesen, unseren Abfall zumindest teilweise einzusammeln, so gut es eben geht. Hierzu könnte man alte, leistungsschwache und ineffiziente Schiffe umrüsten, die schweren umweltverpestenden Motoren ausbauen, und gegen kleinere solarbetriebene Elektromotoren austauschen, die nicht der Fortbewegung, sondern der Manövrierfähigkeit dienen. Jeweils zwei Schiffe würden als Plattform umgerüstet werden.

In der Mitte würde eine schwimmende Barriere den Plastikmüll zusammenführen und aufkonzentrieren bevor er von den Schiffen aufgesammelt und zu Würfeln gepresst würde. Die alten gereinigten Öltanks können mit stark belastetem Wasser gefüllt werden und mittels Schwerkraft und Filtern gereinigt werden, bevor das Wasser wieder in das Meer geleitet wird. Andere Tankräume werden als Ladefläche umgebaut, damit die gepressten Plastikwürfel dort bis zur Abholung zwischengelagert werden. Ein weiteres agileres Schiff bringt die Ware schließlich zur Küste, wo sie in einem Heizkraftwerk verbrannt wird. Dabei wird gleichzeitig Heizwärme und elektrischer Strom geliefert. Wenn ein ausreichend großer Lagerplatz vorhanden ist, kann sogar die Integration von erneuerbaren Energien unterstützt werden, indem Regel- und Ausgleichsenergie gewonnen wird.

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Videotrailer – Bücher

Vieles in unserem Leben und in unserer Gesellschaft ist geregelt. Doch welchem Ziel dienen diese Regeln und auf welche Weise beeinflussen sie unser Handeln? Wissen wir um die sozialen Folgen der Regeln oder sprechen wir ihnen einen Selbstzweck zu, weil wir uns an sie gewöhnt haben?

Regeln müssen sein. Aber ebenso müssen Regeln und ihr Wirken verstanden werden. Es ist wichtig, die richtigen Regeln zu finden und diese derart in Kraft zu setzen, dass sie die gewünschte Wirkung entfalten. Dazu ist nicht die Politik gefordert, sondern in erster Linie die Gesellschaft, die durch ihre Wünsche, aber auch ihre Abneigung gegenüber Änderungen das politische Handeln maßgeblich beeinflusst.

Dieses Buch ist eine Textsammlung mit dem Ziel, Gedankenanstöße zu geben, indem es einzelne Bereiche unseres gemeinschaftlichen Lebens beleuchtet und aufzeigt, wo Potenziale vergeudet werden, und Regeln ihr eigentliches Ziel verfehlen. Dazu zählen Automobilverkehr, Bausektor, Steuern und Subventionen und unser Konsumverhalten. Das Werk gibt als solches keine Antworten, es fordert vielmehr auf, den Selbstzweck von Regeln zu leugnen, die Regeln als Richtlinie, aber nicht als Rechtfertigung zu verstehen, aber auch zu akzeptieren, dass Einschränkungen notwendig sind, die uns fragwürdige Rechte wegnehmen und Strafen erforderlich sind, damit diese Regeln eingehalten werden.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir aufhören, unseren Alltag mit Regeln zu pflastern und dem Menschenverstand mehr Gewicht zu kommen lassen.

Infos zum Buch:
94 Seiten
ISBN: 978-3-7418-3379-3
Preis: 8 Euro

Erhältlich bei Epubli oder in jeder gut sortierten Buchhandlung.


Wenn Prospekte gedruckt werden sollen, fällt die Wortwahl oft leicht. Wohlklingende Bezeichnungen umschreiben Konzepte und Wörter wie Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität werden uns beinahe täglich um die Ohren geworfen. Doch ist das, was wir verstehen sollen und oftmals bereitwillig verstehen wollen, auch die Realität? Was steckt hinter diesen und ähnlichen Begriffen? Sind wir kritisch genug und reicht es aus, wenn Andere uns zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen? Wo stehen wir in diesem System und was ist unsere Verantwortung? Welche Rolle spielt eigentlich unser Verständnis über die Dinge? Was bedeutet es, bewusst zu leben?

Infos zum Buch:
319 Seiten
ISBN: 978-3-7375-6327-7
Preis: 15 Euro

Auf Anfrage auch gerne als Postversand und ab jetzt auch als Ebook bei eBook.de.


Die ihm an den Kopf geworfenen Formeln lassen den Studenten daran zweifeln, die Welt zu verstehen. Auch deshalb stürzt er sich in das ihm angebotene Abenteuer einer Weltreise. Eine Journalistin samt Millionär verschreiben sich während dessen der zielgerichteten Fortbewegung, ohne sich darüber im Klaren zu sein, wieso sie dies wollen. Mit jedem Tag den sie mehr scheitern, verblassen die Ausreden und Selbsttäuschungen, die ihren einzigen Antrieb darstellen. Als Begleitung drängen sich die Vorstellungen und Werte einer Gesellschaft auf, die sich bald schon abwendet. Im Gepäck nichts als Illusionen, nicht erfüllbare Erwartungen und dem Fluch ihres bisherigen Lebens. Deshalb kommt es, wie es kommen muss. Sie laufen weg – vor sich selbst und der Welt …

Infos zum Buch:
400 Seiten
ISBN: 978-3-7418-5984-7
Preis: 15 Euro

Erhältlich bei Epubli oder in jeder gut sortierten Buchhandlung.

Spiegelbild der Gesellschaft – Regeln oder Vernunft

Vieles in unserem Leben und in unserer Gesellschaft ist geregelt. Doch welchem Ziel dienen diese Regeln und auf welche Weise beeinflussen sie unser Handeln? Wissen wir um die sozialen Folgen der Regeln oder sprechen wir ihnen einen Selbstzweck zu, weil wir uns an sie gewöhnt haben?

Regeln müssen sein. Aber ebenso müssen Regeln und ihr Wirken verstanden werden. Es ist wichtig, die richtigen Regeln zu finden und diese derart in Kraft zu setzen, dass sie die gewünschte Wirkung entfalten. Dazu ist nicht die Politik gefordert, sondern in erster Linie die Gesellschaft, die durch ihre Wünsche, aber auch ihre Abneigung gegenüber Änderungen das politische Handeln maßgeblich beeinflusst.

Dieses Buch ist eine Textsammlung mit dem Ziel, Gedankenanstöße zu geben, indem es einzelne Bereiche unseres gemeinschaftlichen Lebens beleuchtet und aufzeigt, wo Potenziale vergeudet werden, und Regeln ihr eigentliches Ziel verfehlen. Dazu zählen Automobilverkehr, Bausektor, Steuern und Subventionen und unser Konsumverhalten. Das Werk gibt als solches keine Antworten, es fordert vielmehr auf, den Selbstzweck von Regeln zu leugnen, die Regeln als Richtlinie, aber nicht als Rechtfertigung zu verstehen, aber auch zu akzeptieren, dass Einschränkungen notwendig sind, die uns fragwürdige Rechte wegnehmen und Strafen erforderlich sind, damit diese Regeln eingehalten werden.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir aufhören, unseren Alltag mit Regeln zu pflastern und dem Menschenverstand mehr Gewicht zu kommen lassen.

Infos zum Buch:
94 Seiten
ISBN: 978-3-7418-3379-3
Preis: 8 Euro

Erhältlich bei Epubli oder in jeder gut sortierten Buchhandlung oder als Ebook.

Papierlose Büros; Schatten und Chance der Digitalisierung

Der Traum des „papierlosen“ Büros scheint längst ausgeträumt. Die Digitalisierung, die das Papier überflüssig machen sollte, konnte ihr Versprechen nur teilweise einhalten. Die Papierarchive sind heute tatsächlich leerer. Das liegt daran, dass die digitale Speicherung kostengünstiger ist und das Wiederfinden der Dokumente deutlich leichter. Aber genau darin besteht auch ein großes Problem, das sich häufig durch einen höheren Papierbedarf wiederspiegelt.

Man muss seine Papierdokumente nicht mehr aufbewahren, denn sie sind digital verfügbar. Lesen möchte man sie dann doch lieber auf Papier und so druckt man das gleiche Dokument wieder und wieder aus, selbst dann wenn ein Kollege es noch hat. Das Drucken kostet schließlich nichts. Jedenfalls nichts, das wahrgenommen wird.

Auf diese Weise werden an vielen Stellen die zuvor angepriesenen Vorteile der Digitalisierung zunichte gemacht. Im Prinzip kann es nur eine wirksame Maßnahme geben, um gegenzusteuern. Papier muss etwas kosten, und zwar so viel, dass es als Kostenposten in den Unternehmen deutlich wahrgenommen wird und ein Anreiz besteht, konsequent Papier einzusparen. Leider wird viel zu häufig, und viel zu leichtfertig gedruckt.

Durch eine großzügige Papiersteuer, von beispielsweise 0,25 ct/g Primärpapier, könnten zwei Ziele gleichzeitig erreicht werden. Erstens würde der Reiz steigen, Papier einzusparen. Vor allem dort, wo dieses tonnenweise mit bedeutendem Mengenrabatt eingekauft und bedruckt wird. Zweitens könnte dem verbrauchten Papier ein Mehrwert verliehen werden, indem Recyclingpapier vergleichsweise günstiger würde und dessen Nachfrage deutlich steigen würde, vor allem auch im Privatbereich, wo die Steuer dann nicht zu einer Belastung führen würde. Dies würde dazu führen, dass der Recyclinganteil im Papiermarkt steigt sowie auch der Erlös der Recyclingunternehmen.

Es gibt aber auch Bereiche in denen die Digitalisierung ein Teilziel erreicht hat, oder zumindest gute Fortschritte beim Papierkonsum erzielen konnte. So gibt es bei vielen Veranstaltungen oder Verkehrsangeboten die Möglichkeit auf eine Eintritts- oder Fahrkarte zu verzichten und stattdessen einen digitalen Code vorzuzeigen. Viele Zeitschriften und Werbeangebote konzentrieren sich auf den digitalen Markt und können sich dort beliebig vervielfältigen, ohne Papierressourcen zu beanspruchen.

Aber immer noch erhält man viel Papier, das man eigentlich nicht benötigt oder gar als lästig empfindet. Warum haben wir in so vielen Geschäften Kundenkarten, damit diese unsere Daten speichern und bekommen dann dennoch einen Kassenzettel in die Hand gedrückt. Viele lehnen sie ab oder zerknüllen sie und werfen sie unbeachtet weg. Dabei ist es meist noch Thermopapier, das sich nicht recyceln lässt. Es wäre doch einfach, uns an der Datenflut teilhaben zu lassen und mittels Code oder E-Mail online auf unsere Einkäufe blicken zu lassen oder die Zettel nur auf Wunsch zu drucken. Dadurch würde viel Zeit, Geld und Ressourcen gespart werden. Aber wie bei vielem ist unser Handeln nicht von Vernunft geprägt, sondern von Prinzipien, die wir als unveränderlich halten.

Müllhalde Straße

Warum liegt so viel Müll entlang den Straßen? Nach einigen Fahrradtouren hat uns dieser Anblick so sehr gestört, dass wir uns vorgenommen haben, etwas daran zu ändern. Wir haben uns die Frage gestellt, was jene konsumieren, die ihren Müll aus dem Fenster werfen. Deshalb haben wir uns ausgerüstet und uns auf den Weg gemacht, zwei Straßen bis in das jeweilige Nachbardorf zu säubern und dabei festzuhalten, was wir finden würden.

Wir sind, was wir konsumieren! Deshalb war es für uns spannend heraus zu finden, wer die Menschen sind, die so dreist unsere Umwelt verschmutzen. Dabei ist an jeder Bushaltestelle und an jeder Tankstelle eine Mülltonne. Selbst wenn man seinen Abfall nicht mit nach Hause nehmen möchte oder verhindern möchte, dass der Chef weiß, was man unterwegs getrunken hat, so braucht man nur einmal kurz stehen zu bleiben und den Müll in eine Mülltonne zu werfen. Aber vielleicht verrät uns der Müll, warum das nicht geht.

Ein Grund wurde uns sehr schnell klar. Redbull verleiht Flügel. Auch wenn es nicht wörtlich für den Trinker gilt, so aber scheinbar für die Dosen, denn diese sind unangefochten Spitzenreiter entlang der Straße mit einer Dose pro hundert Meter.

Gezählt haben wir nur das, was sich einer Marke zuordnen ließ, mit der Ausnahme von To-Go-Bechern, die wir gemeinsam gezählt haben, da diese nicht selten waren, aber die Firmenlogos samt der Aufschrift bereits ausgewaschen und die Giftstoffe bereits versickert waren.

Nach dieser Aktion können wir einiges sagen.

Der klassische Umweltverschmutzer fährt leicht alkoholisiert oder versucht durch Energiedrinks den Sekundenschlaf zu unterbinden. Andere Umweltsünder sind derart gestresst, dass sie sich mit einem Glimmstengel beruhigen müssen, während sie die Zigarettenschachtel aus dem Fenster werfen. Das, was wir aber in unseren Weltmeeren später wiederfinden werden ist das, was jene hinterlassen, die die Plastikverpackung ihrer kleinen Snacks achtlos aus dem Auto werfen. Selbst mit guten Willen kann man hiervon nur mehr einen kleinen Teil einsammeln.

Was liegt neben unseren Straßen

Dabei ist die traurige Wahrheit, dass wir nicht alles aufheben konnten. Einige Plastikverpackungen konnten wir nicht aufsammeln, weil sie durch die Freischneider der Straßenmeisterei bereits so sehr geschreddert und verteilt worden sind, dass es an Sisyphusarbeit gegrenzt hätte, sie aufzuheben. Aber genau das wird es sein, was später in die Bäche, Flüsse und schließlich in die Ozeane gelangt.

Ein anderes Übel waren die unzähligen Zigarettenstummel (aufgeführte Zigarettenmarken beziehen sich nur auf die jeweiligen Schachteln) die sich bis auf die Filter bereits aufgelöst hatten. Die Filter blieben aber fest in der Erde verklebt übrig, und es schien aussichtslos, diese aufzusammeln. Ohnehin ist das Übel bereits verrichtet, sobald der Filter vom Regen ausgewaschen ist, denn was danach noch übrig bleibt, ist biologisch abbaubar.

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Optisch und für die Umwelt konnte diese Aktion nicht viel bewirken, aber wenn dadurch der ein oder anderer in Zukunft seinen Müll nicht mehr aus dem Fenster wirft, dann haben wir das erreicht, was wir wollten. Die Natur ist keine Müllhalde!

Weiter unten ist die Tabelle mit den Marken, die wir gefunden haben aufgeführt. Der Müll war auf ca. 5 km verstreut. Es war erkennbar, dass bei Teilstrecken, wo kürzlich gemäht wurde, der Müll zum großen Teil aufgehoben worden war.

Müll entlang der Straße

Red Bull 48 Energydrink
To Go Becher 35 To-Go Becher
Coca Cola 24 Softdrink
Bofferding 20 Bier
Bitburger 16 Bier
Malboro Zigarette 14 Zigaretten
Bifi 9 Snack
Kinder 8 Snack
Wisten 8 Zigaretten
Diekrich 7 Bier
Ducal 7 Zigaretten
Fanta 7 Softdrink
Nalu 7 Energydrink
Christaline 6 Wasser
Golden Power Energy drink 6 Energydrink
River 6 Softdrink
Camel Zigaretten 5 Zigaretten
Capri Sonne 5 Softdrink
Elixir Zigaretten 5 Zigaretten
Haribo 5 Snack
L&M Zigaretten 4 Zigaretten
Lindor 4 Snack
Milka 4 Snack
Wrigleys spearmint 4 Snack
Austin Zigaretten 3 Zigaretten
Budweiser 3 Bier
Eukalypthus-Menthol 3 Snack
Hochwald 3 Softdrink
John Player Special 3 Zigaretten
Monster 3 Energydrink
Poll Fabaire Papierverpackung 3 Alkohol
Actimel 2 Snack
Airways 2 Snack
Battin 2 Bier
Beckerich 2 Wasser
Bounty 2 Snack
Bural 2 Bier
Côte d’or 2 Snack
Coup de Fleur liquide Tube 2 divers
D.O.C. Alentejo 2 Alkohol
Delais 2 Rechnung
Evian 2 Wasser
Fische 2 Feuerzeug
Gletscher Eis 2 Snack
Heineken 2 Bier
Hübner 2 Snack
JP 2 Alkohol
Lays Nature 2 Snack
Lollies 2 Snack
Magnum 2 Snack
Mars 2 Snack
Maryland 2 Zigaretten
Meli Honigkuchen 2 Snack
Mister Choc 2 Snack
Pall Mall Zigaretten 2 Zigaretten
Rio d’oro  Flipper 2 Snack
Sanpellegrino 2 Wasser
Schwartau clever Snack 2 Snack
Vittel 2 Wasser
Alnatura 1 Snack
Alos 1 Snack
Arioso 1 Snack
Babybel 1 Snack
Balisto 1 Snack
Black 1 Energydrink
Brust Karamellen Verpackung 1 Snack
Cactus 1 Rechnung
Chesterfield 1 Zigaretten
Contrex 1 Taschentücher
Crusty Croc 1 Snack
DAB (Bier) 1 Bier
Danone 1 Softdrink
Esso Taschentücher 1 Taschentücher
Finley 1 Softdrink
Fischer 1 Snack
Freeway 1 Softdrink
Fresh Life 1 Snack
Giotto 1 Snack
Isostar 1 Snack
Jean Pierre Briochette 1 Snack
Jeffe 1 Bier
Joker 1 Softdrink
Jupiler Bier 1 Bier
Kent Zigarette 1 Zigaretten
Kuckenmeister 1 Snack
Label 5 1 Alkohol
Lactolus 1 Softdrink
Le gourmet 1 Snack
Lotus 1 Snack
Maître Jean-Pierre 1 Snack
Martini 1 Alkohol
Maya 1 Zigaretten
McDonalds 1 Snack
Mentos 1 Snack
Merlot 1 Alkohol
Millville 1 Snack
Minute Maid 1 Softdrink
Mobana 1 Snack
Mojito 1 Alkohol
Nestlé Pure Life 1 Wasser
Nono 1 Softdrink
Nuts 1 Snack
Öko Tüte 1 divers
Orangina 1 Softdrink
Oreo 1 Snack
Ovo 1 Snack
Pallas éclairs 1 Snack
Parasilic 1 Silikon
Partacas 1 Zigaretten
Pasante 1 divers
Paulaner 1 Bier
Paulaner 1 Bier
Pepsi 1 Softdrink
Petit Bistro 1 Snack
Quick Verpackung 1 Snack
Reinsa Pudding 1 Snack
Renners 1 Schimmel Stop
Roxane 1 Wasser
Sagrés 1 Bier
Sammy 1 Taschentücher
Saskia 1 Wasser
Scharpantgen 1 Snack
Schinkenverpackung 1 Snack
Simon Pils 1 Bier
Solevita 1 Softdrink
Sublimo 1 Taschentücher
Super Bock 1 Bier
Tempo 1 Taschentücher
Tom 1 Feuerzeug
Twix 1 Snack
Vinmoselle 1 Alkohol
Viva 1 Wasser
Wilde Cigarillos Metallkiste 1 Zigaretten

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CO2-Neutralität – oder Waldverbrennen für den Umweltschutz?

Es begegnen einem immer öfter seltsame Vorstellungen von Umweltschutz. Eine davon wird mit CO2-Neutralität in Verbindung gesetzt. Es scheint so einfach, wenn man manche Politiker oder auch selbsternannte Umweltschützer reden hört. Einfach nachwachsende Rohstoffe verbrennen, dann wird alles gut. Da stellt sich mir doch gleich eine Frage.

Wir haben das Problem der globalen Klimaerwärmung, das durch eine zu hohe CO2-Konzentration in der Atmosphäre begünstigt wird. Wie soll man da die Umwelt schonen, indem man Holz verbrennt und CO2 in die Atmosphäre pustet?

Klar, der Baum wächst wieder nach. Aber er täte es doch auch, wenn man den Baum nicht verbrennen würde. Der Baum wächst, wenn er dazu Platz findet und ausreichend Nährstoffe, Wasser und Sonnenlicht. Ob das CO2 das er bindet von Erdöl, Erdgas oder Holz stammt, ist dem Baum gleichgültig – und der Atmosphäre erst recht. Also wo ist der Sinn darin Holz zu verbrennen, das dafür aus dem Wald genommen wird – und wo ist da der Umweltschutz?

Solange wir ein CO2-Problem haben, werden wir es mit Holzverbrennen nicht lösen können. Nur dadurch, dass wir es schaffen Holz zu lagern und CO2 für eine möglichst lange Zeit zu binden, kann sich etwas Positives aus der Holznutzung für die Umwelt ergeben.

Immer wieder wird in der Bilanzierung von Grenzkosten gesprochen, die sagen, was eingespart werden kann, wenn eine Einheit (z.B. 1 kWh elektrischer Strom) weniger konsumiert wird.

Nur bei Holz scheint dies keine Rolle zu spielen. Stellen wir uns vor, es gäbe drei Familien. Eine heizt mit einem Kubikmeter Erdgas, eine mit einem Liter Heizöl und die dritte mit 2 kg Scheitholz. Alle verbrennen gleichviel Energie und stoßen in etwa gleichviel CO2 in die Atmosphäre aus.

Die Familie, die Holz verheizt wird man als CO2-neutral bezeichnen – der Baum wächst schließlich nach. Aber was wäre, wenn die Familie kein Holz mehr bräuchte? Dann könnte jene Familie, die mit Heizöl heizt, das Holz nutzen und das Heizöl würde eingespart werden. Die Grenzkosten des Verbrennens von Holz sind demnach identisch mit denen von Heizöl.

Stellen wir uns noch eine vierte Familie vor. Diese hat einen großen Wärmespeicher und heißt ausschließlich mit Solarenergie von ihrem Dach. Sie wird ebenso als CO2-neutral bezeichnet wie die Holzfamilie – nur stößt sie kein CO2 für das Heizen aus. Vielleicht noch eine weitere Frage. Wächst für diese Familie kein Baum nach? Eigentlich schon, denn für das Wachstum von Bäumen muss man keine verbrennen! Was aber sind hier die Grenzkosten? Was passiert, wenn diese Familie keine Solarthermie nutzt. Dann kann kein anderer diese Energie nutzen, weil die Sonnenenergie auf diesem Dach in Umweltwärme verpufft und keinem etwas nutzt. Seltsam, dass Holzverbrennen und Solarthermie als gleichwertig bezeichnet werden. Da war wohl ein Anfänger am Bilanzieren. Aber warum glauben so viele diesem Stümper?

Klar, weil es so einfach ist. Aber mit Umweltschutz hat es soviel zu tun, wie ein Waldbrand – der ist auch CO2-neutral.