Globalisierung mit erneuerbaren Energien

Globalisierung ist ein Thema, das sehr leicht polarisiert, da es für unterschiedliche Interessensgruppen zu anderen Vor- und Nachteilen führt. Deshalb ist es wichtig, sich zu fragen, warum wir Globalisierung wollen?

Warum wollen wir Globalisierung?

Etwas, das kaum einer mehr missen möchte, ist die abwechslungsreiche Auswahl an Lebensmitteln, die zum Teil in unseren Regionen nicht wachsen, seien es exotische Früchte und Gemüse oder aber Grundnahrungsmittel wie etwa Reis. Ebenso wichtig für unser soziales Leben ist das Reisen, das uns zeigt, wie schön und erhaltenswert unser Planet ist, und uns dazu verleiten kann, uns mit fremden Kulturen anzufreunden. Unser Energiehunger ist von heute auf Morgen nicht ohne einen weltweiten Handel zu decken. Ebenso hilft es uns, Materialen, Werkzeuge und Technologien auszutauschen, die zu Synergien führen. Aber hier sollten wir lernen, was wir brauchen und was nicht, und wenn wir es zum Schutz unseres Planeten schaffen, auf fossile Ressourcen zu verzichten, so kann auch viel Transportbedarf eingespart werden.

Vor- und Nachteile?

Dennoch kann Globalisierung nicht als unkritisch angesehen werden, denn neben Vorteilen gibt es auch Nachteile. Positiv ist der Austausch regionaler Gedanken, aber auch die Spezialisierung, die wir aus allen Berufen und Unternehmen kennen. Damit es nicht zum Krieg kommt, ist Dialog und Handel keineswegs als Friedensmittel zu unterschätzen. Leider führt Globalisierung aber auch zu Problemen von Sozial- und Ökodumping und durch den Transportbedarf auch direkt zu Umweltbelastungen. Und das führt zu einer wichtigen Frage. Wie wollen wir die Globalisierung haben? Neben sozialen und ökonomischen Interessen sollte unser Hauptanliegen darin bestehen, dass der Fußabdruck der Globalisierung so gering wie möglich ist, ohne dass wir dadurch auf die Vielfalt der Güter verzichten müssen. Deshalb richten wir hier unser Augenmerk auf den Transport mittels Flugzeug, LKW, Zug und Schiff.

CO2-Emissionen

Bei den Emissionen an CO2 je Tonne und Kilometer an transportierter Ware ergeben sich Werte von 3-60 Gramm für Schiffe, bis hin zum Doppelten für Züge und dem 3-Fachen für den Transport mittelts LKW. Wird ein Flugzeug für den Transport verwendet, so liegen die Emissionen um ein Vielfaches höher. Es gibt zwei Gründe, warum letzteres dennoch verwendet wird. Erstens, je teurer die Ware ist, um so geringer fallen die Mehrkosten für den teuren Transport per Flugzeug ins Gewicht und zweitens, umso zeitkritischer die Ware geliefert werden soll, umso unwahrscheinlicher ist der Transport mittels Schiff. Da aber der meiste Warentransport – etwa 90% – in globalem Maßstab per Schiff erfolgt, betrachten wir hier die betreffenden Zahlen genauer. Es werden rund 100.000 Schiffe unterschiedlicher Kategorien von Seiten der United nations conference on trade and development (UNCTAD) aufgeführt. Dabei sind die meisten Schiffe jeweils auf Güter wie Öl, Massengüter, Stückgut oder Container spezialisiert. Obwohl zahlenmäßig die übrigen Schiffsarten den vier Hauptkategorien die Wage halten, sehen wir, dass es bei den Bruttoregistertonnen bereits völlig anders aussieht.

Besonders die Öltanker fallen hier besonders auf, und es zeigt sich, dass durch eine Abkehr von fossilen Energien bereits ein enormer Teil an Transportbedarf entfallen kann, da auch ein Teil der Massengutfrachter für den Transport von Kohle verwendet werden.

Erneuerbare Energie für die Schifffahrt

Aber auch die Schifffahrt selbst bietet sich an, indirekt auf erneuerbare Energien umgestellt zu werden. Aber dazu ist es wichtig, dass wir uns erst einmal die Potentiale an erneuerbaren Energien anschauen, die direkt oder indirekt hauptsächlich von der Sonne kommen. Große Potentiale für Sonnenenergie – wer hätte es geahnt – liegen in Äquatornähe, in Südafrika oder auch an der Westküste Südamerikas (Karte von Globalsolaratlas). Neben dem Mehr an Ertrag je Fläche, zeichnet sich Solarenergie hier auch dadurch aus, dass sie über das Jahr gesehen kontinuierlicher zur Verfügung steht. Aber vor allem ist der Flächenverbrauch in Wüstengebieten weniger kritisch und kann sogar durch teilweise Verschattungen und reduzierten Oberflächentemperaturen zu Synergieeffekten führen. Auch für Wind (Karte von Globalwindatlas) finden sich günstige Gebiete in Afrika oder in Südamerika. Dies ermöglicht also einen gesunden Mix an erneuerbaren Energien, denn Wind- und Solarenergie sind – wegen ihrer Potentiale – zwangsläufig die zwei Hauptsäulen einer Umwandlung hin zur erneuerbaren Energiegewinnung. 

Also stellt sich die Frage, warum nicht einfach diese Potentiale nutzen, um den riesigen Energiehunger der Schiffe mittels Power-to-Gas zu decken? So könnten sich sehr große Projekte realisieren lassen, die zuverlässig Strom produzieren und mit den Überschüssen den Treibstoff liefern, der sich nicht durch elektrischen Strom ersetzen lässt. Schaut man sich zudem interaktive Schiffskarten an (z.B. www.shipmap.org), so erkennt man schnell, dass Schiffe überall fahren, und so ist auch der Kontinent Afrika viel umfahren.

Also genau dort, wo noch viele ökonomische und soziale Probleme bestehen, und zudem unsere erneuerbaren Potentiale in erhöhter Konzentration vorzufinden sind. Deshalb wäre es nicht nur für unseren Planeten eine große Chance, wenn wir dies durch Wind- und Solaranlagen nutzen, um Afrika zu einer Tankstelle an erneuerbarer Energie für die Globalisierung umzurüsten, damit sich der ökologische Fußabdruck der relativ umweltfreundlichen aber absolut stark umweltschädlichen Schifffahrt drastisch reduziert, damit das maritime Schweröl, das hohe Emissionen an Ruß, CO2, Stickoxiden und Schwefeloxiden verursacht, nicht mehr benötigt wird.

Globalisierung ist weder Teufelswerk, noch Allheilmittel, aber wir müssen lernen, was davon wir benötigen, und wie wir die negativen Konsequenzen eliminieren können. Jedenfalls bietet die Schifffahrt noch viel Optimierungspotential.

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